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Volleyball-Bundesliga : United Volleys vor dem Aus

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Quo vadis? Schöps (rechts) und die Kollegen hängen in der Schwebe. Bild: imago images/Andreas Gora

Die Volleyball-Profis der United Volleys erhalten nach F.A.Z.-Informationen keine Bundesligalizenz für die neue Saison. Das hat vor allem mit der finanziellen Lage des Klubs zu tun.

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          Die Volleyball-Profimannschaft der United Volleys soll nach Informationen der F.A.Z. für die nächste Saison keine Bundesligalizenz mehr erhalten. Grund dafür soll sein, dass die Frankfurter ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen seien und ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachgewiesen hätten.

          Daniel Sattler, der Sprecher der Liga-Geschäftsführung, wollte den Vorgang am Dienstag nicht bestätigen. Er könne nur sagen, „dass der Ligaausschuss in dieser Woche eine Entscheidung gefällt“ habe. Sobald der Verein diese offiziell mitgeteilt bekommen hat, bleiben ihm drei Tage, um Rechtsmittel dagegen einzulegen. Erst wenn das Urteil rechtskräftig ist, dürfe es veröffentlicht werden.

          Geschäftsführer Korosek äußert sich nicht

          Von United-Geschäftsführer Alexander Korosek oder einem anderen Verantwortlichen des Klubs war am Dienstag kein Kommentar zu der Entscheidung zu bekommen. Kapitän Jochen Schöps erklärte lediglich, Korosek habe in der vergangenen Woche verlauten lassen, dass es mit Blick auf die Zukunft „nicht rosig aussehe“.

          Die Entwicklung überrascht nicht. Seit die Volleys zu Beginn ihrer Geschichte 2015 erstmals in der Ballsporthalle aufschlugen, wurden sie zum weitaus größten Teil von dem Grolsheimer Unternehmer Jörg Krick finanziert, dessen Sohn Tobias damals zum Kader zählte. Nach dem Wechsel des Mittelblockers nach Italien vor zwei Jahren wollte sich dessen Vater aus dem Projekt herausziehen. Sponsoren, die den Abgang aufgefangen hätten, fanden sich trotz sportlicher Erfolge für den DVV-Pokalsieger von 2021 nicht.

          Vor einem Jahr stieg der zuvor bei den Frankfurter Footballteams Universe und Galaxy engagierte Luftfahrtunternehmer Korosek als Gesellschafter ein, und Krick kündigte an, sich von 2022 an nicht mehr weiter als mit einer bereits bestehenden Einlage bei den Volleyballern zu beteiligen. Trotz staatlicher Corona-Hilfen häuften sich zuletzt Beschwerden über Versäumnisse und offene Rechnungen. Die Liga zog United im Frühjahr sechs Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzauflagen ab.

          Mitte Juni hatte Korosek erklärt, die Zukunft der Volleys hänge unter anderem von Verträgen mit zwei neuen potentiellen Sponsoren ab. Die Chancen, dass „die Lichter bei United an bleiben“ würden, schätzte er auf 50 Prozent. Das Team des Tabellendritten für die im Oktober beginnende Saison hatten die Frankfurter früh zusammen und verkündeten in den vergangenen Wochen einen Zugang nach dem anderen.

          Tim Zimmermann, der Volleyball-Abteilungsleiter der TG Rüsselsheim, die den Volleys ihre Bundesligalizenz zur Verfügung stellt, erklärte, dass der eigene Verein noch auf die fälligen Gebühren dafür warte. Eine Kommunikation mit Korosek habe es seit zwei Monaten nicht mehr gegeben. Die Liga teilt laut Sattler ähnliche Erfahrungen.

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