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Volleyball-Bundesliga : „Miss Swiss“ ist zurück

Spektakulärste Spielerin in der Schweiz: Dora Grozer Bild: Picture-Alliance

Volleyball-Nationalspielerin Dora Grozer musste einen Umweg gehen, um sportlich aufblühen zu können. Nun ist die spektakulär spielende kleine Schwester des großen Georg Grozer wieder in der Bundesliga angekommen.

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          Sie sei „begeistert“, nach zwei Jahren in der Schweiz wieder nach Deutschland zu kommen, verkündet Volleyball-Nationalspielerin Dora Grozer auf ihrer Facebookseite und schiebt noch eine Videobotschaft hinterher. „Ich kann es kaum erwarten, dass die neue Saison beginnt“, sagt die 24-Jährige, die sich schon jetzt auf die „tolle Stimmung“ an ihrer neuen Wirkungsstätte in Stuttgart freut – und sendet viele Grüße aus Budapest.

          Die paneuropäische Ader liegt bei Dora Grozer in den Genen. Sie ist die jüngste Schwester aus der deutsch-ungarischen Grozer-Dynastie, die schon in der Bundesliga und im Nationalteam für Furore gesorgt hat. Vor allem Vater Georg Senior und Bruder Georg Junior, beide bekannt unter dem Pseudonym „Hammer-Schorsch“ haben Volleyball-Geschichte geschrieben. Doch auch die 1,82 Meter große kleine Schwester kann sich mit ihrer Durchschlagskraft auf dem Feld blicken lassen.

          Die 24 Jahre alte Außenangreiferin wechselt in der kommenden Saison zu Allianz MTV Stuttgart, dem einzigen westdeutschen Topteam in der Volleyball-Bundesliga. Zuvor hatte Grozer zwei Jahre lang bei Sm'Aesch Pfeffingen im Baseler Land für Furore gesorgt, wo sie dank ihrer mitreißenden Spielweise zur spektakulärsten Akteurin der schweizerischen Liga gewählt wurde. Der Gewinn des Meistertitel blieb ihr versagt - die laufende Saison wurde vor dem Playoff-Halbfinale wegen der Corona-Pandemie abgebrochen, was Pech war für Hauptrundensieger Sm'Aesch Pfeffingen. Im Vorjahr scheiterte das Team erst im Playoff-Finale.

          Eine Volleyball-Karriere war angesichts der familiären Grozer-Vorgeschichte und des eigenen Talents vorgezeichnet. Schon mit 15 war die in Duisburg geborene Dora ins Sportinternat nach Münster gegangen, mit 18 gab sie ihr Bundesliga-Debüt bei den Ladies in Black Aachen. Das Erreichen des Pokalfinales 2015 war dort ihr größter Erfolg – doch Aachen unterlag damals ausgerechnet gegen Stuttgart im Tiebreak.

          Dora Grozer im Angriff: Durchschlagskraft liegt bei den Grozers in der Familie.

          Die folgenden beiden Jahre spielte sie beim VC Wiesbaden, wo sie erst zur Nationalspielerin aufstieg – dann nach einigen Verletzungssorgen und Differenzen aber auch beinahe ihre Volleyball-Karriere drangeben wollte. Erst der Umweg über die Schweiz, wo sie der dortige Coach Andi Vollmer, der sie schon als Assistenztrainer des Nationalteams kennengelernt hatte und vorher ebenfalls in Wiesbaden aktiv war, nach eigenen Worten „wieder aufpäppelte“, brachte für Grozer die Lust am Spiel zurück.

          In Stuttgart freut sich der griechische Head-Coach Giannis Athanasopoulos nun auf die aufgeblühte Außenangreiferin: „Dora hat sich in der Schweiz sehr gut entwickelt und kann nun in Stuttgart den nächsten Schritt gehen.“ Der Konkurrenzkampf beim Meister von 2019 wird allerdings hart, denn Stuttgart wird mit fünf Außenangreiferinnen in die nächste Saison gehen. Mut macht Sportdirektorin Kim Renkema, die auf der gleichen Position niederländische Nationalspielerin war und dreimal den deutschen Pokal mit den Stuttgarterinnen gewann, ehe sie dort ins Management wechselte: „Wir haben sie die letzten zwei Jahre schon beobachtet“, verrät sie. Nun sei „der perfekte Moment“ gekommen, „sie wieder in die Bundesliga zu holen.“ Sie passte ins Anforderungsprofil. Nicht zuletzt war es den Schwaben auch wichtig, eine deutsche Spielerin zu verpflichten: Grozer ist erst die Vierte im Kader.

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