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Kanu-WM in Portugal : „Alle haben ihre beste Leistung abgerufen“

  • Aktualisiert am

Yul Oeltze (links) und Peter Kretschmer jubeln über Gold. Bild: dpa

Vier Gold-, eine Silber- und eine Bronze-Medaille. Vor allem Olympiasieger Brendel sorgt für historischen Glanz. Auch DKV-Präsident Konietzko kann den Erfolg kaum fassen.

          Den goldenen Schlusspunkt bei der Weltmeisterschaft in Montemor-o-Velho hat das deutsche Paradeboot gesetzt. Der Kajak-Vierer über 500 Meter mit den Rio-Olympiasiegern Max Rendschmidt, Tom Liebscher, Ronald Rauhe und Max Lemke verteidigte mit einem furiosen Endspurt seinen WM-Titel und verwies Spanien und Ungarn auf die Plätze. „Wir wussten, wo die Spanier mit ihrem Spurt anfangen, daher wollte wir eher beginnen“, sagte Rauhe, der sein persönliches Medaillenkonto auf 15 WM-Titel schraubte und bei den Männern erfolgreichster Medaillensammler ist.

          Bei den Frauen kam der Kajak-Vierer mit Schlagfrau Franziska Weber, Steffi Kriegerstein, der wiedergenesenen Tina Dietze und Conny Waßmuth am Sonntag nur auf Rang fünf. Den Sieg holte sich Olympiasieger und Titelverteidiger Ungarn vor Neuseeland und Polen.

          Harte Vorarbeit mit großem Erfolg

          Gleich im ersten WM-Rennen hatte das Canadier-Duo Yul Oeltze/Peter Kretschmer das erste Gold für den Deutschen Kanu-Verband geholt. „Es ist – glaube ich – lange her, dass ein C2 den Titel verteidigen konnte, vielleicht sogar 20 Jahre her“, sagte Kretschmer.

          Danach holte der Kajak-Zweier mit Max Hoff und Marcus Gross ebenfalls den Titel. „Wir haben uns die Renntaktik schwer erarbeitet, es ist so ein schönes Gefühl zu gewinnen“, sagte Gross, während Hoff im Ziel scherzhaft meinte: „Danke, dass du es mit mir aushältst.“

          „Beste Leistung auf den Punkt abgerufen“

          Wieder war auf Sebastian Brendel Verlass. Auf seiner Paradestrecke im Einer-Canadier über 1000 Meter holte der Potsdamer nach 2014, 2015 und 2017 sein viertes WM-Gold in Serie - eine historische Ausbeute. Der 30 Jahre alte Olympiasieger verwies seinen tschechischen Dauerrivalen Martin Fuksa sowie den Brasilianer Isaquias dos Santos auf die Plätze. „Ich bin einfach nur glücklich über diesen Sieg“, sagte der dreimalige Olympiasieger.

          Im Kajak-Einer kam Rendschmidt auf Rang zwei hinter dem Portugiesen Fernando Pirmenta. Dritter wurde der Tscheche Josef Dostal. WM-Bronze dank Fotofinish gegen Frankreich sicherten sich im Kajak-Zweier über 500 Meter Jasmin Fritz und Steffi Kriegerstein.

          Damit holten die Deutschen bei den zehn Starts in zwölf olympischen Bootsklassen vier Gold-, eine Silber- und eine Bronze-Medaille – WM-Ziel übererfüllt. „Ich hätte bei allem Optimismus nicht gedacht, dass wir so abschneiden würden. Alle haben ihre beste Leistung auf den Punkt hin abgerufen“, bilanzierte DKV-Präsident Thomas Konietzko und lobte die Trainer: „Was sie hier abgeliefert haben, bewerte ich als hohe Schule im Trainer-Alltag.“ Cheftrainer Jens Kahl meinte: „Wir hatten Bammel vor der WM, aber wir haben die richtigen Schritte eingeleitet, das hat sich ausgezahlt.“

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