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Vermarktung : Premier League bandelt mit der NBA an

Liebesgrüße aus Amerika: NBA-Manager David Stern umgarnt die Premier League Bild: AFP

Möglicher Schulterschluss der weltgrößten Sportligen: Die nordamerikanische Profi-Basketballliga NBA und die höchste englische Fußballklasse Premier League denken über eine gemeinsame internationale Vermarktung nach. Wachstumspotential sehen sie vor allem in Asien und im Nahen Osten.

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          Die beiden kommerziell erfolgreichsten Sportligen der Welt loten eine Zusammenarbeit aus. Vertreter der britischen Fußball- und der amerikanischen Basketball-Liga haben sich in London getroffen, um über eine gemeinsame internationale Vermarktung beider Sportveranstaltungen zu beraten. Wachstumspotential sehen die britische Premier League und die amerikanische National Basketball Association (NBA) offenbar vor allem in Asien und dem Nahen Osten. Mit dem Chinesen Yao Ming, der für die Houston Rockets spielt, gibt es bereits den ersten internationalen Basketballstar in der NBA aus dem Reich der Mitte. Britische Spitzenclubs wie Manchester United und Chelsea London wiederum ziehen schon seit Jahren immer mehr Zuschauer im Nahen Osten, in Asien und den Vereinigten Staaten an. Ein Schulterschluss mit den Amerikanern in der internationalen Vermarktung könnte den wirtschaftlichen Graben zwischen den führenden britischen Fußballclubs und ihren europäischen Konkurrenten weiter vertiefen. Schon heute ist die Premier League finanziell mit Abstand die potenteste Fußball-Liga der Welt.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          NBA-Manager David Stern umwirbt die Briten mit Komplimenten. „Wir können davon lernen, wie die Premier League ihre Medienverträge aushandelt und ihre Rechtepakete aufspaltet“, sagte Stern der britischen Tageszeitung „Financial Times“. Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte erwirtschaftete die Premier League in der vergangenen Saison einen Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die deutsche Bundesliga kommt laut Deloitte nur auf Gesamteinnahmen von knapp 1,5 Milliarden Euro, die spanische Primera Liga auf rund 1,6 Milliarden Euro.

          Knapp die Hälfte der Einnahmen der Premier League stammen aus dem Verkauf der Fernseh-Übertragungsrechte. Wichtigster Partner ist der zum amerikanischen Medienkonzern News Corp gehörende Bezahlsender Sky, der zugleich Hauptaktionär beim Münchner Bundesliga-Kanal Premiere ist. Auch der amerikanische Profi-Basketball ist ein Milliardengeschäft. Die NBA hat einen bis 2016 laufenden Fernsehvertrag mit den Medienriesen Walt Disney und Time Warner abgeschlossen. Die Vereinbarung sichert der NBA Einnahmen von 7,4 Milliarden Dollar in den kommenden Jahren. Der fränkische Sportartikelhersteller Adidas ist Trikotsponsor aller 30 Mannschaften in der amerikanischen Basketball-Liga. Vor allem die Premier League vermarktet schon seit Jahren erfolgreich ihre Spiele im Ausland. Allein mit ihren internationalen Fernsehlizenzen erwirtschaftet die Premier League zurzeit 225 Millionen Euro im Jahr, neunmal so viel wie noch Ende der neunziger Jahre. Die britischen Proficlubs bewegen sich damit in anderen Dimensionen als die Bundesliga.

          Wachstumsmärkte: die NBA-Spieler Brook Lopez (r.) und Devin Harris (2. v. r.) im Mai in Peking bei einer Werbeveranstaltung des Sponsors Adidas mit chinesischen Talenten

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