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Alba-Coach Aito : Flieder und Schmetterlinge

  • -Aktualisiert am

Weiter dabei: Trainer Aito bleibt Alba treu. Bild: dpa

Bald 73 Jahre alt und noch kein bisschen müde: Alba-Trainer Aito mutet sich die Anstrengungen der EuroLeague zu. Das lässt den Klub optimitisch in die Zukunft blicken.

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          Jüngste Nachricht von Aito auf Instagram: zwei Bilder eines Schmetterlings, aufgenommen in Alicante. Neueste Nachricht über Aito: Dies war nicht die Andeutung des Spaniers, dass er die Flatter macht. Alejandro Garcia Reneses kehrt für ein drittes Jahr als Cheftrainer der Basketballmannschaft von Alba nach Berlin zurück. Der jüngste und womöglich talentierteste Spieler des Teams, der 17 Jahre alte Franz Wagner, entschwebt dem Team und der Bundesliga zwar, um, bevor er seinem großen Bruder in die NBA folgt, am College in Michigan die Flügel auszubreiten. Doch wie ein blühender Fliederbusch Schmetterlinge zieht Aito ambitionierte Basketballspieler an.

          Hut ab. Der vermutlich älteste Trainer in den Profi-Ligen des europäischen Basketballs lässt sich mit seinem jungen Berliner Team auf das Abenteuer EuroLeague ein. Die Anstrengung des sportlichen Wettbewerbs der 18 stärksten Teams Europas, die zweimal reihum jeder gegen jeden spielen, wird lediglich vom Reisestress übertroffen. Aito wird im Dezember 73 Jahre alt. Wenn es einen Trainer gibt, der mit den limitierten finanziellen Mitteln der Berliner den hohen Anforderungen von Meisterschaft und EuroLeague gerecht werden kann, ist es Aito. Er hat einst talentierten Jungen wie Ricky Rubio, Pau Gasol und Kristaps Porzingis das Rüstzeug und die Einsatzzeit gegeben, die sie brauchten, um zu Stars ihres Gewerbes zu werden.

          Mit diesem Pfund wuchert Alba beim Nachwuchs und auf dem Transfermarkt: Mag die Konkurrenz höher dotierte Verträge anbieten, in Berlin lockt die einzigartige Perspektive, unter der Ägide des Talenteflüsterers Aito über sich hinaus zu wachsen.

          Optimistisch in die Zukunft

          Die Bamberger kamen in Europas erster Klasse trotz hoher Investitionen in Stars unter die Räder. Die Bayern haben gelernt, dass ihnen für die Herausforderung Europa kein Name zu groß und keine Verpflichtung zu teuer sein darf. Die Berliner wollen mit jugendlicher Frische mithalten. Für entgangene Titel trösten sie sich, indem sie Fans des Basketballs von der Schönheit ihres Spiels schwärmen lassen.

          Nach der dritten Niederlage in der Finalrunde um die deutsche Meisterschaft gegen Bayern München – es war das dritten Finale der vergangenen Saison für ihn und seine Mannschaft (nach Pokal und EuroCup) – hatte sich Aito leise in eine unbestimmte Zukunft verabschiedet. Er müsse erst persönliche Dinge klären, erwiderte er auf Fragen nach Vertragsverlängerung. Inzwischen weiß man, dass ihm ein chirurgischer Eingriff an den Augen bevorstand, die vom Grauen Star getrübt waren. Die Bilder des leidenschaftlichen Fotografen Aito zeugen davon, dass er seinen klaren Blick zurück hat. Seine Entscheidung für Alba zeigt, dass dieser optimistisch in die Zukunft geht.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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