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VC Wiesbaden : Zeit für Abschiede

Auf europäischer Ebene reicht es nicht: der VC Wiesbaden scheidet aus Bild: dpa

Abschiedsstimmung beim VC Wiesbaden: Die Volleyballfrauen scheitern im Europapokal, Trainerin Xiaojun Yang hört zum Saisonende auf und Hallensprecher Tobias Radloff gibt Ruhe. Nur Manager Achim Exner strahlt wie immer Zuversicht aus.

          Am Ende gab es Tränen. Aber nicht, weil die Volleyball-Frauen des VC Wiesbaden nach der 1:3-Niederlage (20:25, 24:26, 25:14, 20:25) gegen den belgischen Meister Asterix Kieldrecht aus dem Europapokal ausschieden, sondern weil der Hallensprecher seinen letzten Auftritt hatte. Tobias Radloff war der heimliche Star des Vereins und neben Manager Achim Exner die einzige Konstante. Fast 50 Spielerinnen sind seit dem Bundesliga-Aufstieg 2004 gekommen und gegangen, Radloff hat sie alle angefeuert. Nur Steffi Lehmann ist von Anfang an dabei - aber sie ist derzeit verletzt. Der Abschied von Radloff als Animateur, DJ und erster Fan des VCW wird die Heimspiel-Atmosphäre in der Halle am zweiten Ring nachhaltig dämpfen. Nun ist die Party vorbei.

          Auch Trainerin Xiaojun Yang wird Ende der Saison aufhören. Die 47-Jährige sieht sich der Dreifachbelastung als Bundesliga-Trainerin, Sales-Managerin und alleinerziehenden Mutter nicht mehr gewachsen. Die Spielerinnen waren von der Ankündigung zwei Tage vor dem Spiel im Challenge-Cup „überrascht“ (Natalia Cukseeva), fanden es „schade“ (Anke Borowikow), ließen sich davon aber „nicht irritieren“, schließlich seien sie Profis (Regina Burchardt).

          Fetting verstimmt, Radloff verstummt, Exner poetisch

          „Überrascht“ zeigte sich Nicole Fetting allerdings auch darüber, dass sie am Mittwoch nicht als Zuspielerin auf dem Parkett stand. Die Noch-Trainerin hatte es der Spielführerin kurzfristig mitgeteilt - ohne weitere Nennung von Gründen. An Fettings Stelle spielte Olga Raonic zwar ordentlich, konnte dem Spiel aber nicht den nötigen Druck verleihen. Die ersten beiden Sätzen waren hart umkämpft, für die Gäste gab letztlich die geringere Fehlerquote den Ausschlag. Nach einer kurzen Blüte im dritten Durchgang ging der VCW dann im vierten unter, beim 16:24 verstummte selbst Radloff in „seinem Abschiedsspiel“. Die mutmaßliche neue Angreiferin Nikolina Kovacic guckte auf der Tribüne, als wolle sie sich ihr Engagement noch einmal überlegen.

          Einziges Glück an der Niederlage: die teure Reise zum Achtelfinale nach Jekaterinburg entfällt und damit auch die geplante Spendensammlung bei den 1050 Zuschauern. Der moderierende Sportstudent Radloff wechselt nun zum SV Wehen Wiesbaden - von der Bundesliga in die Dritte Liga, und dennoch ist es ein Aufstieg. Manager Exner ist trotz der vielen Abschiede nicht bang zumute, sondern begibt sich auf Trainersuche. „Es geht weiter“, sagt der Hesse und zitiert Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“

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