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Eishockey-Finale : Heiß auf den ersten Titel

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Will den ersten Titel in der DEL als Trainer der Eisbären Berlin holen: Uwe Krupp. Bild: dpa

Mit Uwe Krupp kam 2014 der prominenteste deutsche Trainer zum bis dahin erfolgreichsten deutschen Klub. Doch die Titel blieben anschließend aus bei den Eisbären Berlin in der DEL. Das soll sich in diesem Jahr endlich ändern.

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          Wer Uwe Krupp dieser Tage zuhört, der wird feststellen, dass der Trainer der Berliner Eisbären auffällig oft in der „Wir-Form“ spricht. „Wir haben uns hier wieder was aufgebaut.“ „Wir haben von Anfang an gut gespielt.“ „Wir haben unsere Ziele nachhaltig verfolgt und sie bisher auch erreicht.“

          Das Einbeziehen aller Beteiligten, Trainerteam, Verantwortliche, Spieler, gehört sich so für einen Sportsmann wie den 52-Jährigen. Erst recht, wenn er wie dieser Tage oft als die Person hinter dem Erfolg des Berliner Eishockeyklubs dargestellt wird. Krupp kennt das ja, seit mehr als drei Jahrzehnten ist er im Geschäft. Zuerst als Spieler, dann als Trainer. Nichts Neues also. Und doch dürfte er so etwas wie tiefe Zufriedenheit mit dem Erreichen der Finalserie gegen den EHC München empfinden, die an diesem Freitag (19.30 Uhr bei Sport 1 und Telekom Sport) beginnt. Schließlich hatten sie nichts anderes von ihm erwartet in Berlin, als er im Dezember 2014 zu den Eisbären kam. Er, der Erfolgsgarant, der selbst in der nordamerikanischen Profiliga NHL den Stanley Cup gewonnen hatte.

          Was war das für ein Coup damals. Der größte, potenteste und erfolgreichste Eishockey-Klub Deutschlands dieser Tage verpflichtete den prominentesten deutschen Trainer. Eine Liaison wie aus dem Vorabendprogramm. Nur musste Krupp schnell feststellen, dass er zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt bei den Eisbären angeheuert hatte. Hinter dem Klub lagen Jahre des Rauschs, Meisterschaften stellten sich so zuverlässig ein wie die Tagediebe, die sich im Areal rund um die Arena in Friedrichshain aufhalten. Die Spieler waren satt, sozusagen überfressen an den eigenen Erfolgen und Pokalen, die sie aufgetürmt hatten unter dem damaligen Trainer und heutigen Gegner Don Jackson.

          Krupp wusste, dass es so nicht weitergeht, dass er Zeit benötigen würde, aber Zeit gibt es auch im Eishockey wenig. Gerade wenn hinter einem erfolgverwöhnten Klub wie den Eisbären nicht minder erfolgverwöhnte Eigner wie die Anschütz-Gruppe stehen. Nur langsam ging es unter Krupp aufwärts. Pre-Play-offs. Viertelfinale, Halbfinale und jetzt Finale. Gegen die Münchner, die neuen Eisbären. RB strebt den dritten Titel in Folge an. Vergangenes Jahr gewannen die Münchner die Halbfinal-Serie gegen die Eisbären noch mühelos. Als im Sommer bei den Berlinern ein größerer Umbruch erfolgte, durfte Krupp bleiben. „Uwe hat in Deutschland überall Erfolg gehabt. Wir waren und sind von seiner Arbeit total überzeugt“, sagt Sportdirektor Stephane Richer.

          Wie sehr die Worte der Wahrheit entsprechen, wird sich nach dem Finale zeigen. Krupps Vertrag läuft aus, ein neuer ist noch nicht unterzeichnet. Erste Gespräche hat es bereits gegeben. Dass Krupp in Berlin nicht mehr gewollt ist, lässt sich nur schwer vorstellen. Die ungeklärte Situation dürfte eher mit der engen Anbindung der Eisbären an die amerikanischen Eigner zusammenhängen, die bei den wichtigen Personalentscheidungen die endgültige Hoheit haben. Da in Nordamerika derzeit auch die Play-offs laufen, zieht sich das Ganze. Krupp konzentriert sich nach eigener Aussage derzeit ohnehin nur auf das Finale. Zu gerne würde er als Trainer seinen ersten Titel in der DEL gewinnen. In den Jahren 2013 und 2014 stand er mit den Kölnern schon mal im Finale, verlor aber beide Male. Beim ersten Versuch ging es damals gegen die Eisbären und Jackson. Zeit für Krupp, dass er sich bei Jackson revanchiert.

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