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Usain Bolt im Gespräch : „Ich bin nicht auf dem Gipfel“

  • Aktualisiert am

„Ich bin gut, seit ich 15 Jahre alt war” Bild: REUTERS

Den Weltrekord über 100 Meter ist Usain Bolt eher nebenbei gelaufen: „Ich bin gut auf 100, aber die 200 mag ich lieber“, sagte der Jamaikaner: „Ihnen habe ich mein ganzes Leben gewidmet. Ich will nichts mehr als Gold über 200 Meter.“

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          Usain Bolt war mit 15 Jahren bereits Junioren-Weltmeister über 200 Meter. Nun ist er ganz groß: Am Samstag lief der 1,93 Meter lange Jamaikaner in New York Weltrekord über 100 Meter: 9,72 Sekunden. Bei den Olympischen Spielen wird er auf alle Fälle feiern. Am Tag nach dem 200-Meter-Finale wird er 22 Jahre alt.

          Werden Sie in Peking über 100 und 200 Meter starten?

          Ich habe das gesagt, aber mein Trainer ist noch nicht entschieden. Ich werde bei den jamaikanischen Trials beide Strecken laufen, um mir beide Optionen offenzuhalten. Ich neige zum Double. Die 200 sind sicher.

          Der Weltrekordler: „100 Meter als Tempoarbeit für mein 200-Meter-Training”

          Sie wären einverstanden, wenn Glen Mills Sie nicht 100 Meter laufen ließe?

          Ja, er weiß, was gut für mich ist und was nicht. Er hat immer gute Entscheidungen getroffen. Wenn er sagen würde, dass ich mich auf die 200 konzentriere, hätte er gute Gründe dafür.

          Sind Sie mit dem Weltrekord im Juni nicht ein bisschen früh auf ihrem Leistungshöhepunkt?

          Ich bin nicht auf dem Gipfel. Wir haben die hundert Meter als Tempoarbeit für mein 200-Meter-Training gemacht. In den nächsten zwei Wochen mache ich Tempo-Ausdauer für die 200 Meter. Ich bin sicher, dass ich den Gipfel meiner Fähigkeiten noch nicht erreicht habe. Ich bin gut auf den 100 Metern, aber die 200 mag ich lieber. Ihnen habe ich mein ganzes Leben gewidmet. Ich will nichts mehr als die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen über 200 Meter.

          Ziehen Sie mit dem Rekord nicht auch den Verdacht auf sich, zu dopen?

          Ich bin gut, seit ich 15 Jahre alt war, ich habe großartige Sachen geleistet. Für mich ist das keine Überraschung, und ich bin sicher, dass es für viele Leute keine Überraschung ist, dass ich an der Spitze stehe, ich würde sagen: zurück an der Spitze bin.

          Ein 100-Meter-Weltrekord ist ein schweres Erbe . . .

          Ich weiß, dass ich gut bin und so schnell laufe, wie es meine Fähigkeiten zulassen.

          Was denken Sie über die jüngsten Ereignisse: Doping vor Gericht, Doper im Gefängnis . . .?

          Ich mache mir nicht zu viele Gedanken über das, was andere Leute tun. Ich versuche, ein gutes Beispiel zu geben: sauber bleiben und mein Bestes geben.

          Wenn Sie und Asafa Powell, der bisher den Weltrekord hielt, gemeinsam in der Staffel laufen, müsste Jamaika den 4 x 100-Meter-Weltrekord schaffen . . .

          Wenn wir den Stab rumbringen! Letztes Jahr hatten wir eine tolle Mannschaft, aber wir haben die Wechsel ziemlich versaut. Wenn wir den Stab rumbringen und jeder seine Leistung bringt, haben wir eine Chance auf den Weltrekord.

          Sie werden sich bei den Trials mit Powell messen . . .

          Er hat mir zum Weltrekord gratuliert, und heute Morgen haben wir miteinander gesprochen, als ich ihn beim Training traf. Wir sind gute Freunde. Ich starte bei den Trials nur, um mich für die Olympiamannschaft zu qualifizieren, nicht, um mich mit Asafa zu messen. Unser Showdown kommt später.

          War es ein Fehler, dass Sie in Osaka nicht die 100 Meter gelaufen sind? An der Spitze der Gerade lagen Sie vor Tyson Gay. Nur Michael Johnson war je schneller auf den ersten fünfzig Metern als Sie.

          Das habe ich nicht gewusst. Ich muss wohl mit meinem Trainer sprechen. Ich werde ihm sagen: Coach, du hast einen Fehler gemacht!

          Was hat sich geändert seit der Silbermedaille von Osaka im vergangenen Jahr?

          Ich bin viel sicherer. Ich habe gesehen, dass ich so dicht dran war. Ich habe meine Einstellung ein bisschen verändert, ich bin ernsthafter geworden. Ich trainiere mehr technische Sachen, zum Beispiel den Start. Ich gehe mehr in den Kraftraum, obwohl ich kein Fan davon bin. Ich gehe da nicht an die Grenzen.

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