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US Open : Nun tritt Becker gegen Agassi an

  • -Aktualisiert am

Ein Traum: B. Becker trifft auf A. Agassi Bild: REUTERS

Es scheint wie ein Duell aus alten Tennistagen, doch der 36jährige Andre Agassi trifft bei den US Open in der nächsten Runde nicht auf den berühmten Boris, sondern auf den Qualifikanten Benjamin Becker, der erstmals in New York dabei ist.

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          Als am Mittwoch die Dämmerung über New York hereinbrach, blickte Benjamin Becker für kurze Zeit ins Arthur-Ashe-Stadium hinein, wo 23.700 Zuschauer auf ihren Sitzen seufzten, stöhnten oder schrieen.

          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

          Den kurzen Rundgang in den New Yorker Hexenkessel hatte ihm sein Trainer Tarik Benhabiles verordnet, als Schnupperkurs in der Klasse von Welt gewissermaßen. Ob der französische Tennislehrer schon am frühen Abend geahnt hatte, daß sein deutscher Schüler als nächstes von einem Nebenplatz in genau diese Arena wechseln und dort gar gegen eine lebende Sportlegende spielen würde?

          Beckers Idol heißt Agassi

          „B. Becker vs. A. Agassi“, dieses Duell aus der Vergangenheit wird in allernächster Zukunft wiederholt, aber diesmal begegnen sich nicht zwei Grand-Slam-Champions auf Augenhöhe, sondern es wird ein Aufeinandertreffen zwischen einem Superstar aus Abschiedstournee und einem Jungprofi bei seinem US-Open-Debüt.

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          US Open : Nun tritt Becker gegen Agassi an

          „Andre Agassi ist ein Idol“, sagte Benjamin Becker, der sich dank seiner jüngsten Siegesserie langsam auch außerhalb Deutschlands einen eigenen Namen macht, „das wird ein einzigartiges Erlebnis für mich, ein Traum.“

          Mit 36 Jahren kein bißchen müde

          Wäre der Saarländer nach seinem 7:6 (7:3), 6:1 und 6:2-Erfolg über den an Position 30 gesetzten Franzosen Sebastien Grosjean noch ein paar Stunden länger im Arthur-Ashe-Stadium geblieben, hätte er bis weit nach Mitternacht ausgeharrt, er wäre vermutlich in Ehrfurcht erstarrt vor der Glanzleistung seines kommenden Gegners.

          Agassi, 36 Jahre alt und kein bißchen müde, lieferte sich mit Marcos Baghdatis das wohl dramatischste Zweitrundenspiel in der 125jährigen Geschichte der US Open. 3:48 Minuten jagten sich der Amerikaner und der Zypriot über den Platz, übertrafen sich mit knallharten Grundschlägen, lockten den anderen ans Netz, um ihn im nächsten Augenblick zu passieren, ballten begeistert die Fäuste, um gleich darauf am Boden zu kauern und in den Schläger zu beißen.

          „Er ist eine Legende“

          Nachdem Agassi zehn Minuten nach seinem ersten Matchball die zweitbeste Gelegenheit zum 6:4, 6:4, 3:6, 5:7 und 7:5 genutzt hatte, schmiß auch er seinen Schläger fort; nicht, weil er seine Karriere augenblicklich beenden wollte, sondern um seine gewohnte Kußhände mit links und rechts ins Publikum zu werfen. „Ich danke Euch“, rief der Sieger seinen Fans zu, nachdem er sich vielfach vor ihnen verneigt hatte, „ich fühle mich, als ob ich seit 21 Jahren meinen Traum lebe.“

          Daß für den zweimaligen US-Open-Gewinner der letzte amerikanische Traum weitergeht, das gönnte ihm letztlich sogar der unterlegene Baghdatis. Der Weltranglistenachte, der nach einem 0:4-Rückstand im vierten Durchgang noch einen allerletzten Satz erzwang und gegen Ende vor Muskelkrämpfen phasenweise kaum noch laufen konnte, verabschiedete sich von Agassi mit einer herzlichen Huldigung. „Er hat so viel für das Tennis getan“, sagte der Einundzwanzigjährige, der in diesem Jahr bei den Australian Open das Endspiel und in Wimbledon das Halbfinale erreicht hatte, „er ist eine Legende.“

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