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US Open : Djokovic und Ferrer im Halbfinale

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Favoritensieg: Novak Djokovic wird seiner Rolle gerecht Bild: AFP

Die US Open gehen in die entscheidende Phase: Novak Djokovic qualifiziert sich souverän fürs Halbfinale. David Ferrer kämpft sich unter die letzten Vier.

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          Novak Djokovic gewann - aber Juan Martin del Potro war der Sieger der Herzen. Als das Viertelfinal-Aus des Argentiniers gegen den Titelverteidiger aus Serbien bei den US Open fast schon besiegelt war, suchte sich del Potro einfach seine eigene Bühne. Nach einem grandiosen Rückhandpassierschlag sprang der 1,98-m-Hüne auf die Bande am Rande des Courts, riss die Arme in den New Yorker Nachthimmel und ließ sich von den 23.733 Zuschauern wie ein Rockstar nach der Zugabe feiern.

          Diese emotionale Seite kannte man vom ansonsten immer recht lethargisch daherkommenden „Delpo“ eher nicht. Genützt hat es nichts. Wenig später verwandelte der an diesem lauen Sommerabend eiskalt agierende Djokovic seinen ersten Matchball zum 6:2, 7:6 (7:3), 6:4 und zog souveräner als erwartet ins Halbfinale ein, in dem am Samstag David Ferrer wartet.

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          Der an Position vier gesetzte Spanier hatte zuvor in einer hochspannenden Partie über 4:31 Stunden den Stuttgart-Gewinner Janko Tipsarevic (Serbien/Nr. 8) mit 6:3, 6:7 (5:7), 2:6, 6:3, 7:6 (7:4) niedergerungen. Der 30-jährige Ferrer lag im entscheidenden Satz bereits mit 1:4 in Rückstand, verwandelte dann aber gleich seinen ersten Matchball. Im zweiten Semifinale stehen sich Olympiasieger Andy Murray (Großbritannien) und der Tscheche Tomas Berdych gegenüber, der am Mittwoch überraschend den Grand-Slam-Rekordgewinner Roger Federer aus der Schweiz ausgeschaltet hatte.

          Djokovic indes ließ nach einem Match mit einigen spektakulären Ballwechseln einen traurigen, aber fairen Publikumsliebling del Potro zurück. „Ich versuche immer, um jeden Punkt zu kämpfen. Aber wenn auf der anderen Seite ein Krieger steht, wird es schwer“, sagte 23-Jährige, der an gleicher Stätte vor drei Jahren die US Open gewonnen hatte, ehe ihn eine Handgelenks-OP fast die gesamte Saison 2010 kostete.

          Del Potro glaubt, dass Djokovic auf dem Weg zur Titelverteidigung nicht zu stoppen sein wird: „Novak ist der Favorit. Er spielt fantastisch und ist physisch sehr stark.“ In den entscheidenden Phasen zeigte sich Djokovic, der nur drei Breakchancen zuließ (Del Potro 13), auch mental auf der Höhe. Den 84 Minuten dauernden zweiten Durchgang gewann der Weltranglistenzweite im Tiebreak, nachdem er zuvor beim Stand von 6:5 in einem 17-minütigen Spiel drei Satzbälle nicht nutzen konnte. „Der zweite Satz war der Knackpunkt. Aber es war enger, als das Ergebnis vermuten lässt“, sagte der „Djoker, „es hat Spaß gemacht, Teil diesen großen Matches gewesen zu sein.“

          Ferrers Kämpfernatur

          Wenige Stunden zuvor war Ferrer seinem Ruf als Kämpfernatur gerecht geworden. „Der fünfte Satz war ein Lotteriespiel, aber ich habe einfach immer weiter gekämpft. Ich kann das gar nicht richtig erklären, das war einfach Wahnsinn“, sagte der Weltranglistenfünfte, der sich wie gewohnt fair zeigte: „Janko hätte den Sieg ebenso verdient gehabt.“ Ferrer hatte in dieser Grand-Slam-Saison bereits im Halbfinale der French Open gestanden und bei den Australian Open beziehungsweise in Wimbledon jeweils das Viertelfinale erreicht.

          Ungläubige Freude: David Ferrer hat die Niederlage gegen Tipsarevic abgewendet

          Fünf Turniersiege schlagen für den spanischen Davis-Cup-Spieler und Nadal-Kumpel 2012 bereits zu Buche. Tipsarevic, der im Achtelfinale den Augsburger Philipp Kohlschreiber als letzten Deutschen ausgeschaltet hatte, verpasste indes trotz einer bärenstarken Vorstellung im Arthur-Ashe-Stadium den Einzug in sein erstes Major-Halbfinale. Der 28-jährige, der vom Bad Homburger Dirk Hordorff betreut wird, hatte am Ende des entscheidenden Satzes muskuläre Probleme und ließ beim Stand von 4:4 einen Physiotherapeuten kommen. Bei einer eigenen 4:1-Führung war Tipsarevic ausgerutscht und auf die Hüfte gefallen.

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