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Radsport : Ullrich gewinnt in der Schweiz - „Bißchen fehlt noch“

  • Aktualisiert am

Generalprobe gelückt: Jan Ullrich Bild: dpa

Jan Ullrich hat mit seinem Erfolg im Einzelzeitfahren zum Abschluß der Tour de Suisse auch die Gesamtwertung gewonnen. Dreizehn Tage vor dem Start der Tour de France zeigte der 32jährige eine deutliche Formsteigerung.

          2 Min.

          Mit dem Gelben Trikot bei der Tour de Suisse hat sich Jan Ullrich auf Frankreich eingestimmt. Dreizehn Tage vor dem Start der Tour de France am 1. Juli in Straßburg beendete der T-Mobile-Kapitän seine Generalprobe mit seinem zweiten Gesamtsieg in der Schweiz. Zwei Jahre nach seinem ersten Erfolg bei der Tour de Suisse gab wie 2004 das abschließende Zeitfahren den Ausschlag zu Gunsten Ullrichs.

          Der 32jährige, der so holprig in die Saison gestartet war, signalisierte deutliche Formsteigerung und verwies Koldo Gil (Spanien) in der Endabrechnung mit 24 Sekunden auf den zweiten Rang. Jörg Jaksche aus Ansbach wurde Dritter mit 1:03 Minuten Rückstand.

          Riskante Aufholjagd

          Ullrich holte sich nach seinem Sieg im Zeitfahren beim Giro d'Italia vor vier Wochen seinen zweiten Saisonerfolg und gewann am Sonntag in Bern den 30,7 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr mit 23 Sekunden Vorsprung vor seinem früheren Team-Kollegen Cadel Evans (Australien). Gil verlor 1:14 Minuten - das reichte für Ullrich, dem ein Wolkenbruch die Aufholjagd im Finale schwer und riskant machte. Vor dem Start hatte Ullrich auf Platz drei 50 Sekunden hinter Gil gelegen, dessen Landsmann Alberto Contador am Samstag die letzte Alpenetappe in Ambri als Solist gewonnen hatte.

          Einzelzeitfahren bei Wolkenbrüchen und starkem Wind
          Einzelzeitfahren bei Wolkenbrüchen und starkem Wind : Bild: REUTERS

          2004 hatte Ullrich im letzten Zeitfahren dem einheimischen Fabian Jeker 42 Sekunden abgenommen und die Rundfahrt mit einer Sekunde Vorsprung vor dem Schweizer gewonnen. Rang drei belegte Jörg Jaksche aus dem Skandalteam von Manolo Saiz. Der Ansbacher Radprofi und sein Kapitän Alexander Winokurow wissen wegen der laufenden Ermittlungen in der spanischen Doping-Affäre noch nicht, ob sie in der neuen Formation „Astana-Würth“ zur Tour de France zugelassen werden.

          Training in der Schweiz

          Jan Ullrich hat seinen nicht störungsfreien Form-Aufbau für Tour mit einem unerwarteten Erfolg, der als deutliche Warnung an die Konkurrenz verstanden werden kann, fast abgeschlossen. „Ein kleines bißchen fehlt noch. Aber er hat ja in der ersten Tour-Woche auch noch Gelegenheit, sich weiter zu steigern“, sagte T-Mobile-Teamchef Rudy Pevenage, der mit dieser positiven Entwicklung im April bei
          Ullrichs verspätetem Wettkampf-Einstieg wegen einer Kniereizung „nicht unbedingt“ gerechnet hatte. „Ab Montag bis zur Abreise zur Tour nach Straßburg am 28. Juni trainiert er an seinem Wohnort in der Schweiz“, sagte Pevenage am Sonntag.

          Auf einen Start bei den deutschen Meisterschaften am 25. Juni in Klingenthal in Sachsen wird der T-Mobile-Kapitän wohl verzichten. „Die Anreise wäre sehr lang“, sagte er am Sonntag und deutete damit den Verzicht an. „Wichtig für eine weitere Formsteigerung wären die Meisterschaften nicht, aber Jan wird entscheiden, ob er er startet“, sagte Pevenage. Auch im Vorjahr hatte Ullrich den Titelkämpfen in Mannheim den Rücken gekehrt.

          Ohne Gerdemann zur Tour?

          Anfang der kommenden Woche will T-Mobile seinen neunköpfigen Tourkader bekanntgeben. Nach seinem Etappensieg und seiner Führung bei der Asturien-Rundfahrt kann sich auch wieder Oscar Sevilla Hoffnungen machen. Daß es eine „politische“ Entscheidung gegen den Spanier geben könnte, dessen Name in der spanischen Doping-Affäre genannt wurde, ist laut T-Mobile-Teamsprecher Luuc Eisenga nicht möglich: „Es fahren die besten Neun. Sevilla hat uns wie alle anderen schriftlich erklärt, daß er mit dem umstritten Arzt Fuentes nichts zu tun hat.“

          Der bei der Tour de Suisse sehr stark auftrumpfende T-Mobile-Neuling Linus Gerdemann (Münster/5.) hat dagegen kaum Chancen auf eine Tour-Nominierung. „Erstens war er von vornherein nicht für Frankreich vorgesehen, zweitens war die Tour de Suisse sein vorläufiger Saisonhöhepunkt, außerdem wollen wir ihn vorsichtig aufbauen“, sagte Eisenga.

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