https://www.faz.net/-gtl-9s5sk

Turn-WM in Stuttgart : Seitz verpasst Medaille – Biles mit Rekord

  • Aktualisiert am

Volles Risiko: Elisabeth Seitz am Stufenbarren Bild: dpa

Elisabeth Seitz geht hohes Risiko und muss am Stufenbarren absteigen. Simone Biles dagegen egalisiert den WM-Medaillen-Rekord des Weißrussen Scherbo.

          2 Min.

          Die deutsche Top-Turnerin Elisabeth Seitz hat bei den Heim-Weltmeisterschaften in Stuttgart eine krönende Medaille verpasst. Die 25-Jährige riskierte am Samstag im Gerätefinale am Stufenbarren alles, musste aber bei einer Verbindung vom oberen zum unteren Holm an ihrem Lieblingsgerät absteigen. Durch den Abzug von mindestens einem Punkt bekam Seitz nur 13,566 Zähler und wurde damit Achte und Letzte im Finalfeld. „In diesem Finale, indem mit Ausgangswerten nur so um sich geschmissen wurde, musste ich alles riskieren. Ich wollte die Verbindung unbedingt turnen“, sagte Seitz.

          Damit reichte es für die Stuttgarterin, die im Mehrkampf-Finale Sechste geworden war, nach Barren-Bronze bei der WM 2018 in Doha nicht zum zweiten WM-Edelmetall. Weltmeisterin wurde erneut die Belgierin Nina Derwael (15,233 Punkte) vor der Britin Rebecca Downie (15,000) und der erst 16 Jahre alte Turnerin Sunisa Lee (14,800) aus Amerika. „Über Platz fünf mit einer sicheren Übung hätte sie sich auch nicht gefreut“, befand Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen über Seitz, die dennoch stolz auf ihre WM-Auftritte war und hervorragende Werbung für ihren Sport machte.

          Nick Klessing verkaufte sich im Ringe-Finale teuer, brachte seine Übung gut durch, musste aber einen kleinen Schritt nach seinem dreifachen Salto als Abgang machen. Der 21 Jahre alte Hallenser belegte am Ende mit 14,166 Punkten wie Seitz Rang acht. Den ersten WM-Titel für die Türkei erturnte sich Ibrahim Colak, der vor Marco Lodadio (Italien) und dem Franzosen Samir Ait Said siegte.

          Superstar Biles landete ihren 17. WM-Gold-Coup. Die 22 Jahre alte Texanerin ließ der Konkurrenz am Sprungtisch mit der Durchnittsnote von 15,399 Punkten nach zwei Sprüngen nicht den Hauch einer Chance. Damit hatte Biles bereits den Medaillenrekord der Weißrussen Witali Scherbo eingestellt, der es einst auch auf 23 WM-Plaketten brachte. Nun kann Biles am Sonntag in den weiteren Finals am Balken und Boden auch diese Bestmarke knacken. Am Schlusstag hoffen Sarah Voss am Balken und Lukas Dauser im Barren-Finale auf Edelmetall.

          Simone Biles nach ihrem Erfolg am Sprung
          Simone Biles nach ihrem Erfolg am Sprung : Bild: dpa

          Der erst 19 Jahre alte Boden-Spezialist Edriel Carlos Yulo gewann als erster Philippiner WM-Gold und schrieb damit Turngeschichte seines Landes. Der kleine Wirbelwind setzte sich mit 15,300 Punkten gegen Artem Dolgopiat (Israel) und dem Chinesen Xiao Ruoteng durch. Am Pauschenpferd brannte der Brite Max Whitlock mit einem Schwierigkeitsgrad von 7,0 ein Feuerwerk ab. Mit 15,500 Punkten legte der zweifache Olympiasieger von Rio die Messlatte extrem hoch: Ihm am nächsten in einem Finale mit extrem hohem Niveau kamen Lee Chih Kai (Taiwan/15,433) und Europameister Rhys McClenaghan (Irland/15,400).

          Weitere Themen

          Manchester City bricht Auswärtsrekord

          Premier League : Manchester City bricht Auswärtsrekord

          Drei Tage nach dem Titel-Triumph in der Premier League feiert die Mannschaft von Pep Guardiola ihren zwölften Auswärtssieg in Folge. Mit 4:3 gewinnt ManCity bei Newcastle United ein wildes Spiel.

          Topmeldungen

          Die Zahl der Internet-Attacken nimmt zu.

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.
          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

          Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.