https://www.faz.net/-gtl-9yere

Tipps von Johanna Quaas : Die „Turn-Oma“ trotzt auch mit 94 der Corona-Krise

  • Aktualisiert am

Bis ins hohe Alter ist „Turn-Oma“ Johanna Quaas sportlich aktiv (undatiertes Archivbild). Bild: Picture-Alliance

Alte Menschen gelten als Risikogruppe in der Corona-Krise. Doch gerade für sie ist Bewegung auch in diesen Zeiten wichtig. Johanna Quaas macht bis ins hohe Alter immer noch Sport – und empfiehlt ihre Übungen allen.

          1 Min.

          Schon ihr giftgrünes T-Shirt ist ein echter Hingucker. Aber Johanna Quaas ist eben auch in Corona-Zeiten die etwas andere Seniorin. Bändergymnastik am Bettpfosten, Dehnungsübungen auf der Matratze – mit fast 95 Jahren zeigt die rüstige Hallenserin bei Youtube, wie man auch im hohen Alter fit und beweglich bleiben kann.

          „Nicht nur für die Corona-Risikogruppe ist es besonders wichtig, dass man schon am Morgen den Körper auf die Belastung des Alltags vorbereitet. Ich empfehle meine Mobilisations-Gymnastik allen, die jetzt nicht in die Sporthalle gehen können“, sagt Quaas. Ergänzend setzt sie sich aber immer noch gern für ihr ganz persönliches Ausdauertraining auf ihr Damenrad.

          Was die „Turn-Oma“ aktuell noch drauf hat, sind für sie leichte und lockere Leibesübungen. Denn längst ist Quaas als älteste Turnerin in die Sportgeschichte eingegangen. 1934(!) bestritt sie mit neun Jahren ihren ersten Wettkampf, offiziell verlassen musste Quaas die Turnbühne 2018. Ein Bizepssehnenriss im linken Arm – erlitten nicht etwa am Stufenbarren, sondern beim unglücklichen Hantieren mit dem Babystuhl ihrer Enkelin.

          „Der Nippel wollte einfach nicht durch die Lasche“, kommentierte die agile Rentnerin seinerzeit ihr Missgeschick. Das Mitgefühl der Turnfamilie war ihr sicher, denn Quaas ist dank ihrer freundlichen Bescheidenheit seit mehr als zwei Jahrzehnten eine unverzichtbare Galionsfigur des Deutschen Turner-Bundes (DTB).

          Die Online-Flatrate: F+
          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln. Bleiben Sie umfassend informiert, für nur 2,95 € pro Woche.

          Jetzt 30 Tage kostenfrei testen

          Bei jedem Deutschen Turnfest staunen Tausende von Teilnehmern über die Begeisterung der unermüdlichen Sportlerin für Bewegung und Fitness. Und ihr sportlicher Ehrgeiz reicht auch über das Turnen hinaus. 2016 absolvierte die damals 90-Jährige zusammen mit Eberhard Gienger ihren ersten Tandem-Fallschirmsprung.

          Aber schon vor dieser spektakulären Mutprobe war und ist Quaas weltweit Gast in zahlreichen TV-Talkshows. Auch in die International Gymnastics Hall of Fame in Oklahoma City wurde sie bereits eingeladen. Ausgezeichnet wurde der Gast aus Deutschland mit dem Sportsmanship Award – überreicht durch Namensgeberin Nadia Comaneci.

          „Was Johanna geleistet hat, ist absolut außergewöhnlich. Für das Turnen, aber vor allem für ihr eigenes Leben“, sagte die wohl bekannteste Turnerin der Welt in ihrer Laudatio. Die so überschwänglich Geehrte, so wird es überliefert, soll bei diesen Worten einfach nur entspannt gelächelt haben.

          Weitere Themen

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ende April in Berlin

          Machtkampf in der Union : Das Ende der Zerrissenheit?

          Merkel und Söder schrauben sich und ihre Parteien laut Umfragen in ungeahnte Höhen. Die Suche nach einem CDU-Vorsitzenden und einem Kanzlerkandidaten macht das immer schwerer.
          Proteste in Mailand Ende Mai

          Corona in der Lombardei : Alles, nur kein Massengrab

          Nirgendwo in Italien starben so viele an Corona wie in der Lombardei. Längst wird debattiert, wer dafür die Verantwortung trägt - der Regionalpräsident steht längst unter Polizeischutz.

          Gewalt in Atlanta : Zwischen Gebeten und Tränengas

          Die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd sind die schwersten seit 1968. Viele Menschen sind verstört ob der rohen Gewalt – vor allem in der Stadt, in der einst Martin Luther King predigte.
          Wohin soll das Geld gehen? Jakob Blasel sagt: in die Zukunft. Zum Beispiel in die Windkraft.

          Fridays for Future : Verspielt nicht unseren Wohlstand!

          Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart. Deutschland wird Unternehmen retten müssen. Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Blasel sagt: Da hat die junge Generation ein Wörtchen mitzureden. Sie zahle ja auch die Zeche. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.