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Turn-EM : Adler in entgegengesetzter Richtung

  • Aktualisiert am

Fabian Hambüchen an den Ringen: „Hier bin ich nur Lückenfüller“ Bild: dpa

Bei seinem ersten Wettkampf nach langer Zeit kann Fabian Hambüchen Fehler nicht vermeiden. Am Reck erreicht er dennoch das Finale. An den Ringen und am Boden reicht es nicht. Marcel Nguyen hat Medaillenchancen.

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          Fabian Hambüchen steht trotz eines Fehlers im Reck-Finale bei den Turn-Europameisterschaften in Moskau. Beim Adler mit ganzer Drehung kam Hambüchen nicht über den Handstand hinweg und musste seine Übung in entgegengesetzter Richtung fortsetzen. Die Kampfrichter zogen ihm zwei Zehntel am Ausgangswert ab, doch reichten die 14,80 Punkte zu Platz fünf im Vorkampf.

          „Wichtig war heute, ordentlich durchzukommen. Die Kampfrichter haben brutal gewertet. Der Fehler war nicht schön, aber er wirft mich überhaupt nicht um“, urteilte Hambüchen. „Es war mein erster Wettkampf nach langer Zeit und da bin ich nicht unzufrieden.“

          Zuletzt war der Hesse im November 2012 bei internationalen Wettkämpfen angetreten und hatte sich dann auf sein Studium an der Sporthochschule konzentriert.

          Am Pauschenpferd misslang Hambüchen gleich der erste Handstand, so dass er sich nicht auf dem Gerät halten konnte. Zuvor hatte er sich aber nicht viel Hoffnungen am „Zitterpferd“ gemacht: „Hier bin ich nur Lückenfüller“, gestand er sich ein. An den Ringen (6,0) und am Boden (5,9) reichte der Schwierigkeitsgrad noch nicht zum Erreichen der Finals. „Wenn ich am Boden den Tsukahara am Ende bringe, bin ich dabei. Aber das Risiko wollte ich heute nicht eingehen. Wichtiger ist es, gesund zu bleiben“, meinte er.

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          Studieren geht über probieren: Sportstudent Hambüchen gibt derzeit der Uni Vorrang : Bild: dpa

          Einen mittelmäßigen Mehrkampf turnte Andreas Toba, der mit 83,723 Punkten im Zwischenklassement den elften Platz innehatte, aber das Finale der besten 24 Allrounder erreichen wird. Bei seinem EM-Debüt leistete sich der Niedersachse einen gravierenden Patzer am Barren und konnte den Abstieg nur mit Mühe vermeiden. „Dazu kamen noch zu viele kleine Fehler, aus denen ich bis zum Finale lernen muss“, meinte Toba, der als einziger Deutscher im Sechskampf startet. Seine Stärken hatte er beim Sprung und am Pferd.

          Die beiden deutschen Stars Hambüchen und Marcel Nguyen verzichten in Moskau auf den Mehrkampf.

          Nguyen mit Medaillenchance

          Titelverteidiger Marcel Nguyen konzentriert sich in Moskau auf sein Lieblingsgerät Barren und ist nach Platz vier (15,566 Punkte) nun heißer Medaillenanwärter am Sonntag. Der goldene Hattrick nach 2011 und 2012 scheint weiter möglich. „Ich hatte ein paar kleinere Wackler, drei bis vier Zehntel mehr sind drin“, meinte er zuversichtlich. „Irgendwie war ich heute nervös, aber jetzt bin ich im Finale. Da fällt der Druck etwas ab.“ An den Ringen schaffte er als Beigabe mit Platz sechs ein weiteres Finale.

          Begleitet werden die beiden Olympia-Helden in den Finals von Matthias Fahrig, der im Vorjahr die London-Teilnahme verpasst hatte und nun mit dem Einzug in zwei Finals ein starkes Comeback feierte. 15,366 Punkte reichten trotz einen Schrittes nach der letzten Akrobatik-Bahn zu Platz vier in dem Weltklassefeld am Boden. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Aber an den Ständen muss ich arbeiten. Nur dann geht’s im Finale weiter nach vorn“, gab er sich selbstkritisch.

          Beim Sprung zog Fahrig mit zwei sicheren Sätzen als Fünfter ins Feld der besten Acht ein. Den sechsten Finalplatz für das deutsche Team erkämpfte Andreas Toba im Mehrkampf, obwohl der EM-Debütant mit seiner Übung haderte. 83,723 Punkte reichten für ihn nur zu Platz 13, vor allem weil sich der Niedersachse einen gravierenden Patzer am Barren leistete und den Abstieg nur mit Mühe vermeiden konnte. „Dazu kamen noch zu viele kleine Fehler, aus denen ich bis zum Finale lernen muss“, schlussfolgerte Toba, der als einziger Deutscher im Sechskampf startet, nachdem Nguyen und Hambüchen verzichtet hatten.

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