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Früherer Basketball-Star : Deutlicher Appell von Nowitzki vor Wahl in Amerika

  • Aktualisiert am

„Ich hoffe nur, dass alles friedlich bleibt“: Dirk Nowitzki Bild: dpa

Zeit seiner Karriere hielt sich Dirk Nowitzki mit politischen Statements zurück. Wenige Tage vor der Wahl in Amerika aber äußert sich der frühere Basketball-Star doch. Er ist damit nicht alleine im Sport.

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          Politik? Eigentlich nichts für Dirk Nowitzki, doch außergewöhnliche Umstände erfordern eben außergewöhnliche Maßnahmen. Es seien „schwere Zeiten“ für die Vereinigten Staaten, seine zweite Heimat, sagte Nowitzki in einem flammenden Appell nun, da sich der Präsidentschaftswahlkampf zwischen Donald Trump und Joe Biden vor dem großen Finale nächste Woche noch einmal zuspitzt. Also mischt sich die Basketball-Legende doch ein – und richtet einen Appell an das Land.

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          „Ich hoffe nur, dass alles friedlich bleibt“, sagte Nowitzki. „Was auch immer nächste Woche kommen mag“, meinte der frühere Spieler der Dallas Mavericks, die Menschen sollen „ruhig bleiben und das Ergebnis akzeptieren und einfach weitermachen und das Beste für das Land und die Gemeinden tun“. Weiter sagt er auf der Website der Mavs: „Die Augen sind jetzt noch mehr darauf gerichtet, was passiert ist.“ Die Politik sei in diesen Tagen „ein polarisierendes Thema“. Der gebürtige Würzburger lebt seit über zwei Jahrzehnten in Texas, ist kommende Woche aber nicht wahlberechtigt.

          Doch dass alles friedlich bleibt nach diesem 3. November, dem Tag der Entscheidung, ist längst nicht ausgemacht. Zu gespalten ist das Land, zu erbittert bekriegen sich die Lager – und mittendrin mischen die großen Sportstars wie LeBron James und die milliardenschweren Klubbesitzer mit.

          James, NBA-Superstar der Los Angeles Lakers und so etwas wie der Sport-Chefkritiker von Trump, bezeichnete den 74-Jährigen unter anderem als „sogenannten Präsidenten“, er sprach ihm also die Fähigkeiten für den „wichtigsten Job der Welt“ ab. Und Steve Kerr, Trainer der Golden State Warriors, erinnerte an all die Vorwürfe wegen sexueller Belästigungen, die Anklagen wegen Rassismus und meinte: „Wenn Trump sich bei einem Unternehmen in den USA um eine Stelle bewerben würde, würde die Personalabteilung seine Einstellung ablehnen.“ Selbst Football-Star Tom Brady, lange ein Fan, distanzierte sich zuletzt von Trump.

          Der amerikanische Sport spricht sich in diesem Jahr sehr viel lauter gegen Trump aus als noch vor vier Jahren, die Bilder der Polizeigewalt gegen Schwarze wie George Floyd, Jacob Blake oder Breonna Taylor, die Massenproteste der Bewegung Black Lives Matter, haben ihre Spuren hinterlassen. Doch es gibt sie, die Stimmen für Trump. Football-Ikone Brett Favre etwa twitterte, seine „Stimme ist für das, was dieses Land großartig macht“, die „Rede- und Religionsfreiheit“ sowie „hart arbeitende, steuerzahlende Bürger, die Polizei und das Militär“.

          Außerdem spenden wohl vor allem die milliardenschweren Klubbesitzer aus der eher konservativen NFL für Trump, doch öffentlich reden mögen nur die Wenigsten. Mutmaßlich auch deshalb, weil Biden in den Umfragen deutlich führt. Einige Spitzensportler und Klubchefs „stimmen dem Präsidenten möglicherweise heimlich zu“, analysierte das „New York Magazine“, doch niemand wolle auf der Seite eines Losers stehen. Sportler würden auch weiterhin „von Trump angezogen werden“, aber noch wichtiger sei es, „nicht zu verlieren“.

          Keine der vier großen Ligen hat sich im Wahlkampf so klar für Biden positioniert wie die NBA, rund 80 Prozent der Basketball-Liga sind schwarz. Im Sommer setzte die NBA sogar zwei Tage aus, um gegen des Rassismus im Land zu protestieren. Spieler erzwangen Zugeständnisse der Klub-Bosse, dass etwa 20 Liga-Arenen in Wahllokale umgewandelt werden. Eigentümer von Klubs aus anderen Ligen zogen nach.

          Mehr als 50 Millionen Amerikaner haben bereits ihre Stimme abgegeben, trotz Corona wird eine Rekordbeteiligung erwartet. Vielleicht auch eine Folge des Aufrufs aus dem Sport: Geht wählen! Basketball-Legende Michael Jordan meinte, eine der „wichtigsten Möglichkeiten, den systemischen Rassismus zu ändern, sind die Wahlen.“ Und Gregg Popovich, Trainer San Antonio Spurs und der Amerikanischen Nationalmannschaft sagte: „Keine Stimme, kein Land.“

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