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NBA-Stars gegen Polizeigewalt : Trump-Lager bezeichnet Proteste als „absurd und dumm“

  • Aktualisiert am

Donald Trump lässt kein gutes Haar an der NBA. Bild: AFP

Sportler protestieren gegen Polizeigewalt. Donald Trump lästert, auch seine Sekundanten melden sich mit deutlichen Worten. Nun vermittelt offenbar einer der größten Basketballspieler der Geschichte in der aufgeheizten Debatte.

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          Einen Tag lang blieb es verdächtig ruhig, dann konnte Donald Trump nicht mehr an sich halten. Er wisse „nicht viel“ über den Aufstand der Sportler, sagte der amerikanische Präsident schließlich, aber er wisse, dass die TV-Quoten der Basketball-Profiliga NBA „schlecht waren“, weil die Menschen ihrer „überdrüssig sind“. Außerdem sei die NBA ja so etwas „wie eine politische Organisation geworden, und das ist keine gute Sache“. In Wahrheit dürfte es Trump gestört haben, dass der Protest der Sportler vom Parteitag der Republikaner ablenkte.

          Auch Trumpsche Sekundanten meldeten sich zu Wort. So bezeichnete Marc Short, Stabschef vom amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence, die Streiks und Proteste der NBA bei CNN als „absurd und dumm“. Jared Kushner, Schwiegersohn von Trump und zugleich offizieller Berater des Weißen Hauses, lästerte beim Sender CNBC: Die NBA-Spieler könnten sich glücklich schätzen, dass es für sie ohne finanzielle Folgen bleibe, „wenn sie mal einen Abend frei machen“. Für das Gespräch, das Kushner zur Erörterung der Lage mit NBA-Superstar LeBron James führen will, dürfte das keine gute Grundlage sein.

          Tatsächlich ebbt die Streikwelle, die am Mittwoch von den Milwaukee Bucks als Reaktion auf die Schüsse eines weißen Polizisten auf den Schwarzen Jacob Blake ausgelöst worden war, schon wieder ab. Nachdem schließlich auch die Eishockey-Liga NHL auf Druck ihrer Spieler die Play-off-Begegnungen am Donnerstag und am Freitag abgesagt hatte, soll es spätestens am Samstag weitergehen – auch in der NBA. Seine Spieler freuten sich, weiterzuspielen, „sie wollen“, versicherte Doc Rivers, Coach der Los Angeles Clippers, die zunächst gegen eine Fortsetzung der Saison gestimmt hatten. Am Freitagnachmittag war dann klar. Am Samstag geht es im Basketball weiter.

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          Die Schlüsselfigur bei den Diskussionen der Spieler über das weitere Vorgehen war allem Anschein nach der wohl größte Basketballspieler der Geschichte: Michael Jordan. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, nahm „His Airness“, Mehrheitseigentümer der Charlotte Hornets und damit auch einziger Schwarzer in dieser Position bei einer NBA-Franchise, zu Chris Paul Kontakt auf: Der Star von Dennis Schröders Klub Oklahoma City Thunder ist der Präsident der NBA-Spielervereinigung. Jordan bot Paul an, die Anliegen der Spieler bei einem Treffen der Klubbesitzer vorzubringen.

          Will bei den Protesten vermitteln: Basketball-Legende Michael Jordan
          Will bei den Protesten vermitteln: Basketball-Legende Michael Jordan : Bild: Picture-Alliance

          Nach Angaben von Sitzungsteilnehmern drängte Jordan beim virtuellen Meeting der Klubchefs seine Kollegen dazu, die Spieler anzuhören, ehe sie Entscheidungen träfen. „Michael ist die perfekte Person in dieser Rolle“, sagte ein NBA-Mitarbeiter zu ESPN, „er war ein hochkarätiger Spieler, der Meisterschaften gewonnen hat. Er ist auch Eigentümer eines Teams in einem kleinen Markt. Er besitzt eine große Glaubwürdigkeit bei den Spielern und bei den Eigentümern.“ Die Klubchefs stimmten bei ihrer Sitzung geschlossen dafür, die Spieler weiter zu unterstützen.

          Die Klubbesitzer der NBA haben sich bislang weitgehend aufgeschlossen für die Anliegen der Spieler gezeigt. Sie gestatteten ihnen, in der Blase in Florida mit Botschaften auf den Trikots aufzulaufen. Sie wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre 300 Millionen Dollar in Projekte stecken, die die wirtschaftliche Situation Schwarzer verbessern. Sie beziehen zudem zumindest in der Öffentlichkeit immer wieder klar Position für ihre Spieler wie am Mittwoch die Mehrheitseigentümer der Bucks. In der Sitzung am Donnerstag kündigten sie an, weitergehende Pläne zu entwickeln. Vor der NBA wollte am Freitag bereits die Frauen-Liga WNBA den Spielbetrieb nach zwei Streiktagen wieder aufnehmen. Auch in der Baseball-Liga MLB, in der am Donnerstag sieben von 15 geplanten Spielen ausfielen, sollte es dann wieder nach Plan laufen.

          Der Protest in der NHL ist ein bemerkenswertes Zeichen, da Eishockey immer noch als weißer Sport gilt, Afroamerikaner oder Afrokanadier in der NHL eher die Ausnahmen bilden. „Das hier ist eine viel stärkere Botschaft als alles, was ein oder zwei Spieler auf dem Eis machen könnten“, sagte der schwarze Eishockey-Profi Ryan Reaves von den Vegas Golden Knights: „Das Gespräch hat angefangen mit weißen Spielern von anderen Teams, die sprechen wollten. Das ist stark.“ Die Liga erklärte: „Die NHL unterstützt die Entscheidung und wird die vier Duelle am Samstag nachholen sowie den Zeitplan entsprechend anpassen.“

          Beim von Cincinnati nach New York verlegten Masters-1000-Turnier der Tennisprofis kündigte Grand-Slam-Champion Naomi Osaka zunächst an, zu ihrem Halbfinale nicht anzutreten. Die Veranstalter sagten kurz darauf alle vier Halbfinals der Damen und Herren für Donnerstag ab und verkündeten eine Spielpause bis Freitag. In einem Statement schrieb die 22-Jährige: „Nach meiner Ankündigung von Mittwoch und längeren Gesprächen, habe ich zugestimmt, am Freitag zu spielen. Man hat mir angeboten, alle Spiele zu verschieben, und ich denke, das hat der Bewegung bereits viel Aufmerksamkeit gebracht.“ Die ehemalige Weltranglistenerste setzte sich schließlich in einem umkämpften Halbfinale gegen die Belgierin Elise Mertens mit 6:2, 7:6 (7:5) durch und trifft nun auf Wiktoria Asarenka (Belarus).

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