https://www.faz.net/-gtl-7tqd3

Triathlon : Wilde 13

  • -Aktualisiert am

Mit einem Startpass der DTU kann man nicht bei jedem Triathlon starten Bild: Kretzer, Michael

Mit Triathlonevents lässt sich mittlerweile einiges verdienen. Dies wurde 13 Triathleten zum Verhängnis. Wieso Jedermann-Triathlon kein Sport für Jeden sein darf?

          Ist die Disqualifikation die vierte Disziplin im Triathlon? Dieser Eindruck drängt sich auf angesichts der vielen Gesperrten: 16 nennt die Deutsche Triathlon-Union dieser Tage auf ihrer Internetseite. Da liegt der Verdacht nahe, die Dopingfahnder unter den Ausdauerspezialisten hätten ein Nest von Blutmanipulateuren ausgehoben. Weit gefehlt! Nur einer ist wegen Dopings für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen worden, zwei haben sich in der Erregung über beckmesserische Kampfrichter an diesen vergriffen. Sie treten nun wohl lebenslang ins Leere, wenn sie bei Verbandsrennen starten wollen. Bleibt eine Gruppe übrig, die nach der Diktion der Triathlonregeln wohl als „Wilde 13“ dingfest gemacht wurde. Denn wo käme man hin, wenn jeder bei einem Jedermannrennen starten darf?

          Ein Volkstriathlon bei einem kleinen Verein war ihr Verhängnis. Als sie losliefen, waren sie noch im Besitz eines Startpasses der DTU. Nach dem Zieleinlauf mussten sie diesen Berechtigungsschein im übertragenen Sinne abgeben. Denn Startpassinhaber der DTU dürfen nur an Triathlonrennen teilnehmen, die bei der DTU angemeldet sind. So steht es in der Sportordnung. Warum das so ist? Weil es auch abseits des großen Fußballs ums Geld geht. Mit Triathlonevents lässt sich mittlerweile einiges verdienen. Also möchten die Verbände partizipieren. Das ist recht so, sagte das Oberlandesgericht Düsseldorf im April 2013.

          Hohe Abgaben füllen die Kassen

          Wird also ein Wettkampf bei der DTU angemeldet, hat der Veranstalter eine Abgabe pro Starter zwischen zwei und zehn Euro je nach Streckenlänge, Genehmigungsgebühren und Kosten für Kampfrichter zu zahlen. Bei manchen Rennen zahlen Jedermänner 50 Euro oder mehr, um mitmachen zu dürfen. Bei den berühmten Veranstaltungen füllen Tausende Teilnehmer mit einem Startgeld von mehreren hundert Euro die Kassen mit Millionen. Auch Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln hat es gegeben. Nicht immer war dabei in der Vergangenheit klar, nach welchen Regeln gespielt wird. Denn Veranstalter großer Rennen traten in Personalunion als Verbandsfunktionäre auf. Was in einigen Fällen zu einer ganz speziellen Abgabenordnung führte.

          Dass inzwischen transparenter gearbeitet wird, hilft der „Wilden 13“ nicht. Ihr droht eine Sperre von neun Monaten. Vielleicht kommen sie mit dem Hinweis weiter, dass in den vergangenen 21 Jahren niemand der Teilnehmer an diesem Dorfrennen in Reken bei Münster mit einem DTU-Pass in der Brusttasche zur Rechenschaft gezogen worden ist. Auch der finanzielle Schaden für den Landesverband Nordrhein-Westfalen hält sich in Grenzen: Jugendliche zahlten in Reken vier und Erwachsene fünf Euro für die Startberechtigung, 93 erreichten das Ziel. Die „Wilde 13“ hofft also auf Gnade vor Recht, wenn das Präsidium des Landesverbandes an diesem Mittwoch den Fall berät. Und dabei auch zu entscheiden hat, ob der Senior der Gruppe wieder in DTU-Rennen einsteigen darf: Er ist 76 Jahre alt.

          Weitere Themen

          Der Hauptsponsor verlängert

          Mainz 05 : Der Hauptsponsor verlängert

          Eine breite Brust haben die Mainzer derzeit nicht nach der höchsten Bundesliganiederlage der Vereinsgeschichte: Immerhin bleibt aber die Brust nicht leer. Der Hauptsponsor verlängert bis Mitte 2023

          Das seltsame Casting des James Rodriguez

          Bayern München : Das seltsame Casting des James Rodriguez

          In München fragt man sich immer noch, ob aus James ein richtiger Bayer wird. Der Kolumbianer spielt als Leihspieler weiter zur Bewährung. Ein Weg zurück nach Madrid scheint freilich ausgeschlossen.

          Topmeldungen

          Anlegerschutz : Ach, ihr kleinen Dummerchen

          Vater Staat maßt sich an, besser zu wissen, was gut ist für das Depot der Kinder. Wie weit treibt es der Anlegerschutz noch mit der Entmündigung?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.