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Triathlon : Duell der Hawaii-Heroen

Stadler (l.) gegen Al-Sultan heißt das Duell Bild: AP

Es ist das erste Ironman-Duell auf deutschem Boden zwischen den Hawaii-Heroen der vergangenen drei Jahre. Normann Stadler und Faris Al-Sultan, die beide schon den legendären Triathlon auf Hawaii gewonnen haben, sind die Favoriten in Frankfurt.

          Er hat die Qualen nicht vergessen. Er weiß, was es bedeutet, ein wirklicher Ironman zu sein. Und deshalb war es für Normann Stadler, den aktuellen Hawaii-Champion, auch eine Selbstverständlichkeit, beim zweitwichtigsten Langstreckenrennen der Welt Härte zu zeigen. Zwei üble Radstürze, stechende Schmerzen in der Brust wegen geprellter Rippen - alles keine Gründe, um nicht auf dem Frankfurter Römerberg anzukommen. Stadler, der König der Triathleten von Kailua-Kona, hat sich 2006 ins Ziel geschleppt. Als Elfter. Besiegt, aber nicht wirklich geschlagen - und auf alle Fälle mit großer Reputation. "Das habe ich nicht vergessen", sagt der in Mannheim lebende Eisenmann.

          Damals wie heute zählt Stadler als herausragender Protagonist zu den selbstverständlichen Favoriten, wenn es an diesem Sonntag (Start sieben Uhr) um den Sieg beim Ironman Germany in Frankfurt geht. Doch der Ultrawettkampf, seit dem vergangenen Jahr mit dem Label Ironman-Europameisterschaft versehen, ist mehr. Er bringt das erste Duell auf deutschem Boden zwischen den Hawaii-Heroen der vergangenen drei Jahre: Normann Stadler und Faris Al-Sultan. Stadler, mit 34 Jahren im besten Ironman-Alter, triumphierte 2004 und 2006 auf der Vulkaninsel im Pazifik, dort, wo 1979 alles begann und der Wettkampf längst Kultstatus besitzt. Al-Sultan, 29 Jahre alter Münchner, fühlte sich 2005 im Triathlonhimmel angekommen.

          Auftakt endete mit einem Eklat

          Stadler und Al-Sultan, zwei Männer, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Hier der smarte, oft in edlen Zwirn gehüllte Stadler. Dort der leger in Trainingskleidung daherkommende, stets für offene Worte bekannte Al-Sultan. Beide eint eines: der Kampf gegen Doping. Nach den Enthüllungen rund um das einstige Radteam Telekom war auch die Branche der Triathleten in den Fokus gerückt. Doch früh wurden Zeichen gesetzt. Ein besonderes Verdienst kommt dabei Kurt Denk zugute. Der Organisator des Frankfurter Ironman, der noch bei der Premiere 2002 die Planung des Langstreckenrennens mit Hannibals Marsch über die Alpen verglich, hat sich längst den Ruf eines entschiedenen Dopingbekämpfers erworben.

          Vorjahressieger Cameron Brown aus Neuseeland ist  2007 nicht am Start

          Gestärkt durch potente Sponsoren aus der Finanzbranche, hat er das Projekt "Eiserne Transparenz" ins Leben gerufen, dem sich vom kommenden Jahr an alle Profistarter, eingebunden in regelmäßige Dopingkontrollen, die im Internet publik gemacht werden, unterwerfen müssen. Tun sie es nicht, haben sie keine Chance, sich den bis zu 350.000 Zuschauern zu präsentieren. Schon der diesjährige Auftakt, von den 33 Profis eidesstattliche Erklärungen zu verlangen, endete mit einem Eklat. Der frühere Radprofi Kai Hundertmarck nahm an dem geforderten Dokument handschriftliche Änderungen vor. "Das war nicht das, was wir von Kai haben wollten", sagte Denk und sperrte Hundertmarck lebenslang für das Rennen.

          „Hundert Prozent Leistung“

          Nach dem Klassiker auf Hawaii hat sich der Frankfurter Ironman längst als Nummer zwei der Branche etabliert. Innerhalb von nur fünf Tagen waren die gut 2.200 Startplätze vergeben, und Stadler hat wohl recht, wenn er sagt: "Frankfurt zu gewinnen, ist so schwer wie Hawaii. Wir Europäer führen die Weltspitze an." Europa gleich Deutschland. Die deutschen Ausdauerdreikämpfer werden das Rennen am Main unter sich ausmachen. Der neuseeländische Titelverteidiger Cameron Brown fehlt wegen eines Fersensporns. Gefährlich werden könnten den Widersachern Stadler und Al-Sultan der Europameister Timo Bracht sowie der aufstrebende Michael Göhner.

          "Ich muss nicht unbedingt gewinnen", sagt der oft in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate trainierende Al-Sultan. "Das Ziel sind hundert Prozent Leistung. Ich will alles geben, was drin ist." So wie Stadler. Der Favorit will diesmal ohne Stürze und Schmerzen Erster am Römerberg sein.

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