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Triathlet Lothar Leder : „Mein guter Ruf ist zerstört worden“

  • Aktualisiert am

„Der Ironman Germany ist immer noch eines der besten Rennen der Welt”: Lothar Leder Bild: dpa

Nach einer vorschnellen Wettkampfsperre durch den Veranstalter des Ironman Germany muss Triathlet Lothar Leder mit dem Makel des Doping-Verdachts leben. Nun klagt der Darmstädter auf Schadensersatz - und bezieht im F.A.Z.-Interview Stellung.

          Nach einer vorschnellen Wettkampfsperre durch den Veranstalter des Ironman Germany, Kurt Denk, muss Triathlet Lothar Leder mit dem Makel des Doping-Verdachts leben. Nun klagt der Darmstädter auf Schadensersatz. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht Leder über seinen zerstörten Ruf, Argwohn der Kollegen und einen positiven Effekt der Affäre.

          Herr Leder, fühlen Sie sich als moralischer Sieger?

          Überhaupt nicht. Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, und dort kann es niemand mehr herausholen.

          Wie ist das zu verstehen?

          Ich habe mir in 16 Jahren Profisport einen guten Ruf erarbeitet – und der ist zerstört worden.

          Von Kurt Denk?

          Ja.

          Also müssen Sie mit dem Makel leben, einer der Hauptdarsteller eines mysteriösen Manipulationsfalles zu sein.

          Genau, und daran kann ich nichts mehr ändern. Ich habe jahrelang mit den Medien zusammengearbeitet und weiß doch, wie dieses Geschäft läuft. Naiv bin ich nun wirklich nicht.

          Aber auch die Konkurrenten gehen auf Distanz zu Ihnen. Stimmt es, dass Thomas Hellriegel nicht mehr mit Ihnen spricht, weil er Sie für einen Betrüger hält?

          Davon war nichts zu spüren, als ich ihn vor ein paar Wochen im Trainingslager auf Mallorca getroffen habe. Wir haben uns ganz normal unterhalten. Ich kann diesen Argwohn der Athleten aber auch nachvollziehen. Es ist nicht leicht, mir zu glauben in diesen Tagen, in denen ständig neue Doping-Geschichten geschrieben werden.

          Sie könnten daran etwas ändern und einen medizinisch stichfesten Grund für die Auffälligkeiten in Ihrem Blut liefern.

          Ich kann heute die genauen Umstände in den Wochen vor dem Rennen – die Auswirkungen, die das Schlafen im Höhenzelt und die Hitze beim Training medizinisch mit sich brachten – nicht mehr genau rekapitulieren.

          Und nun verklagen Sie Kurt Denk auf Schadenersatz, weil Sie mit Ihrem Sportgeschäft nicht mehr die Sportartikelverkaufsmesse beim Ironman organisieren dürfen.

          So ist es.

          Um welche Summe wird es gehen?

          Das gehört nicht in die Öffentlichkeit.

          Aber als Athlet werden Sie am Ironman in Frankfurt höchstwahrscheinlich nie wieder teilnehmen.

          Davon sollten wir alle ausgehen. Trotzdem habe ich keine Abneigung gegen die Veranstaltung. Der Ironman Germany ist immer noch eines der besten Rennen der Welt.

          Deswegen tritt dort ja auch Ihre Frau Nicole an. Finden Sie nicht, dass dieser Start am 3. Juli atmosphärisch belastet sein wird?

          Warum? Nicole kann ihren Sport und mein Problem trennen. Kurt Denk schafft das ja auch. Ich werde am 3. Juli in Frankfurt vor Ort sein, meine Frau betreuen, weil sie meine Unterstützung verdient hat und ich mich in der Öffentlichkeit nicht verstecken muss.

          Im Prinzip gibt es in Ihrem Fall keinen Sieger – sieht man davon ab, dass Denk sein Anti-Doping-Programm seit diesem Jahr erheblich verbessert und scheinbar juristisch sauber gestaltet hat. Selbst die Nationale Anti-Doping Agentur ist jetzt mit im Boot. So gesehen, hat Ihre Affäre auch etwas Gutes gehabt.

          Das stimmt. Es ist wichtig, dass sich in Frankfurt jetzt auch offizielle Einrichtungen mit diesem Programm befassen und die Dinge regeln – und nicht nur der Rennarzt.

          Sie sind vor einem Monat 37 Jahre alt geworden, hatten in den vergangenen drei Jahren eigentlich kein wirklich gutes internationales Ergebnis mehr. Warum machen Sie immer noch weiter, was sind Ihre Ziele?

          Ich reklamiere schon lange nicht mehr den Anspruch, auf Hawaii zu gewinnen. Dafür ist mein Körper auch zu verbraucht. Ich will mir aber die Freude am Sport erhalten.

          Ihr Kollege Frank Vytrisal ist mit 41 noch in die Weltklasse aufgestiegen.

          Frank ist ja auch ein begnadetes Ausnahmetalent, ich musste mir alles erarbeiten.

          Und wie ist Ihr persönliches Verhältnis zu Kurt Denk?

          Es gibt keins mehr.

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