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Ironman-Sieger Frodeno : „Ich fand es geil“

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Wasser marsch: Jan Frodeno und die kurze Abkühlung beim Ironman. Bild: AP

Wie im Vorjahr siegt Jan Frodeno beim legendären Triathlon auf Hawaii. Danach spricht der Ironman über das Duell mit seinem Kumpel Kienle, sein Leiden und die überragende deutsche Bilanz.

          Jan Frodeno ist beim Ironman auf Hawaii seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Doch der Ausnahme-Triathlet musste bei seinem zweiten WM-Sieg nach 2015 bis an seine Grenzen gehen. „Heute hat mir mein Körper nichts geschenkt“, sagte der 35-Jährige am Samstagabend (Ortszeit). Spaß bereitete ihm bei der 225 Kilometer langen Höllen-Tour über die Pazifik-Insel das Duell mit seinem Kumpel Sebastian Kienle: „Ich fand es geil.“

          Was macht diesen Sieg zu etwas Besonderem für Sie?

          Wahrscheinlich, weil ich selten so gelitten habe bei einem Rennen. Heute hat mir mein Körper nichts geschenkt. Ich weiß nicht, ob es die Spuren einer langen Saison waren. Die Vorzeichen standen eigentlich ganz gut hier. Vielleicht ist die Insel nur überstehendes Leiden. Hier wird einem nichts geschenkt.

          Wann hatten Sie das Gefühl, es klappt mit dem zweiten Sieg?

          Ich habe gesehen, dass nach dem Halbmarathon der Abstand zu Sebastian kontinuierlich größer wurde. Im Energy Lab sah er schon nicht mehr sehr frisch aus. Es war dann aber auch so, dass ich die letzten zehn Kilometer ordentlich leiden musste. Das war auch für mich die Essenz des Tages: dass es einfach hart war.

          Vor dem Rennen wurde von dem möglichen Zweikampf zwischen Ihnen und Sebastian Kienle gesprochen. War es das Duell, was Sie sich vorgestellt haben?

          Das Rennen wird seit Jahren von den Medien als Duell bezeichnet. Heute gab es das Duell. Ich fand es geil. Und ich hoffe, dass es die Zuschauer auch geil fanden.

          Fünf Deutsche unter den ersten Sieben – sind die Deutschen in den nächsten Jahren kaum zu schlagen auf Hawaii?

          In Deutschland ist es derzeit nicht leicht, als Profi Fuß zu fassen. Wenn, dann musst du schon ordentliche Leistung zeigen, damit du Anerkennung kriegst. Das haben die Jungs heute eindrucksvoll gemacht. Ich glaube, gerade hier auf Hawaii kommt uns auch unsere Methodik gerade als Deutsche sehr entgegen. Dass wir halt sehr wissenschaftlich trainieren und auch gewissenhaft. Viele Amerikaner sehen das noch als Funsport an, auch wenn man das nicht verallgemeinern kann. Aber dieses strikte und sture nach Plan ist doch eine deutsche Tugend.

          Wie schon 2015 holt sich Jan Frodeno auch in diesem Jahr den Sieg beim Ironman Hawaii. Bilderstrecke

          Wie sehen Ihre nächsten Tage aus?

          Hier ist noch relativ viel los. Noch fünf oder sechs Fototermine, Interviews. Dann verabschiede ich mich für zwei Wochen in den Urlaub. Ich bringe meine Familie nach Australien und werde dann nach Deutschland zurückkommen und Tournee machen.

          Im Ziel haben Sie versprochen, dass Sie heute Nacht aufstehen wollen, wenn sich ihr kleiner Sohn Lucca meldet.

          Auf die väterlichen Verpflichtungen freue ich mich jetzt. Mein Frau Emma hat mir schon sehr viel abgenommen. Sie hat einen sehr, sehr großen Anteil daran, dass ich mich so gut vorbereiten konnte.

          Das ist Jan Frodeno

          Nach seinem Wechsel 2013 von der Kurzstrecke auf die längeren Distanzen mischt Jan Frodeno in der Ironman-Szene vorne mit. Der Olympiasieger von 2008 wurde 2015 Europameister, Weltmeister über die 70.3-Strecke und siegte auf Hawaii. Am Samstag wiederholte er seinen WM-Triumph. Im Juli stellte er den Weltrekord über die Langstrecke auf. Der 35-Jährige ist verheiratet mit Emma Snowsill und hat einen Sohn. Er lebt im spanischen Girona und in Australien. (dpa)

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