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Triathlet Faris Al-Sultan : „Man braucht die Angst im Nacken“

  • Aktualisiert am

„Die Form für Hawaii herauskitzeln” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der Münchner Triathlet Faris Al-Sultan spricht im Interview über unangemeldete Dopingkontrollen, Fast food und den Ironman auf Hawaii, den er am nächsten Samstag wieder gewinnen will.

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          Der Münchner Triathlet Faris Al-Sultan spricht im Interview über Dopingkontrollen, Fast food, sein Verhältnis zum Kollegen Norman Stadler und den Ironman auf Hawaii, den er am nächsten Samstag wieder gewinnen will. Das wichtigste Triathlon-Rennen des Jahres soll ungeachtet der jüngsten Erdbeben rund um Kailua-Kona auf der Pazifikinsel Big Island gestartet werden (Siehe auch: Hawaii nach Erdstoß zum Katastrophengebiet erklärt).

          Ständig klingelt Ihr Handy. Aber so ist das wohl, wenn man Hawaii-Sieger ist. Verstehen Sie, daß Sie so im Fokus der Öffentlichkeit stehen?

          Ehrlich gesagt, ich kann das gar nicht so richtig nachvollziehen. Anscheinend gehen den Leuten gerade die Helden aus. Schumacher geht in Rente, die Radsportler sind nicht mehr so gefragt. Da bleiben wohl nur noch die Triathleten übrig. Derzeit ist es aber auch wirklich stressig.

          Fast food und (alkoholfreies) Weizenbier gönnt sich Al-Sultan nicht nur nach Erfolgen
          Fast food und (alkoholfreies) Weizenbier gönnt sich Al-Sultan nicht nur nach Erfolgen : Bild: picture-alliance/ dpa

          Ist doch schön, wenn die Leute auf Sie zugehen. So wie die Dopingkontrolleure, oder?

          Ja, ja, ab und zu kommen die auch zu mir. Seit dem Ironman Roth Anfang Juli bin ich zweimal kontrolliert worden, vorher einmal.

          Auf einmal sind Sie also da, beim Hawaii-Sieger Faris Al-Sultan.

          Ja, die kommen natürlich unangemeldet, stehen plötzlich vor der Tür. Und wenn du nicht da bist, dann rufen sie dich an und fragen, wo du bist.

          Drei Kontrollen bislang in diesem Jahr. Das ist doch eher ein Witz.

          Das Entscheidende ist nicht, wie oft man kontrolliert wird. Das Entscheidende ist, daß sie zu den richtigen Zeiten kommen, wo bekannt ist, daß du eventuell etwas genommen haben könntest. Wichtig ist auch, daß sie überraschend kommen. Denn was du brauchst, ist die Angst im Nacken. Es kann wirklich jeden Moment an der Haustür klingeln.

          Sie verspüren keine Angst im Nacken? Weder zu Hause noch im Ausland?

          Nee. Letztes Jahr sind sie auch nach San Diego gekommen, wo ich mich wie diesmal auch mit den anderen Top-Jungs auf Hawaii vorbereitet habe. 2005 bin ich binnen einer Woche zweimal kontrolliert worden. Die wollten wirklich absolut auf Nummer Sicher gehen. Ich fand das gut. Normann Stadler, Jürgen Zäck und ich, wir waren damals zusammen.

          Beim Namen Jürgen Zäck, der des Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt wurde, denkt man auch an Nahrungsergänzungsmittel, die man prima in Kalifornien kaufen kann.

          Das ist schon ein Problem in San Diego, das ich persönlich nicht habe, weil ich vom Hersteller "Power Bar" ausgerüstet werde. Wenn man sich unbekanntes Zeug im Laden kauft, kann es schon passieren, daß man an ein falsches Mittel gerät. Das darfst du natürlich nicht machen.

          Kennen Sie sich aus in dieser Materie? Beraten Sie sich mit jemandem?

          Von kleineren Herstellern, die ich nicht kenne, kaufe ich grundsätzlich nichts, weil immer ein Risiko damit behaftet ist. Was ich eine Sauerei finde, ist, daß Professor Schänzer selber gesagt hat, daß er Namen und Produkte kennt und eine Liste hat, aber diese Liste nicht rausgibt.

          Ein schöner Burger von Taco Bell oder Burger King, wie Sie ihn im vergangenen Jahr nach Ihrem Sieg auf Hawaii genossen haben: Ist das denn eine ideale Ernährung?

          Ich gehe ab und zu auch Fast Food essen. Das gehört dazu. Das ist doch überhaupt kein Problem. Da wird viel zuviel Hype drum gemacht. McDonald's ist sicherlich nicht die optimalste aller Wettkampfernährungen. Problematisch wäre es nur, wenn ich beispielsweise dort Gammelfleisch finden würde.

          Wir können demnach davon ausgehen, daß Sie dieses Jahr als Sieger wieder zu Taco Bell gehen?

          Ja, auf jeden Fall. Unabhängig davon, ob ich gewinne oder nicht.

          Wie sieht Ihr Fahrplan bis zum Start in Kona aus?

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