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Tour de Politique : Sarkozy soll Spaniens „Held“ Contador helfen

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Darf er doch bei der Tour 2008 mitfahren? Alberto Contador soll prominente Unterstützung erhalten Bild: AFP

Das kasachische Team Astana wurde nicht zur Tour de France 2008 eingeladen. Damit dürfte auch Alberto Contador, Sieger von 2007 und möglicherweise Kunde des Doping-Arztes Fuentes, nicht starten. Nun soll Nicolas Sarkozy für den Spanier kämpfen.

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          Wenn die Räder in Frankreich rollen, ist auch die Politik nicht weit: Im vergangenen Sommer beispielsweise hatte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die schwer belastete Tour de France besucht, er ließ sich im Auto von Tour-Direktor Christian Prudhomme chauffieren. Jetzt kommt Sarkozy in Sachen Tour wieder ins Spiel - allerdings in einer sehr delikaten Angelegenheit.

          Der spanische Oppositionsführer Mariano Rajoy von der konservativen Volkspartei PP soll ihn aufgefordert haben, Druck auf den Tour-Veranstalter, die Amaury Sport Organisation (Aso), auszuüben - Sarkozy soll helfen, dass das Team Astana mit dem spanischen Tour-Sieger Alberto Contador doch noch zur Frankreich-Rundfahrt 2008 eingeladen wird. Das meldete die niederländische Tageszeitung „De Telegraaf“. Rajoy wird mit den Worten zitiert: „Man kann nicht einen 25 Jahre alten Profi, der nur wenige Jahre auf einem solch hohen Level fahren kann, von einem Rennen dieses Kalibers ausschließen.“

          „Das ist eine monumentale Verrücktheit“

          Rajoy habe, wird berichtet, mit Verärgerung auf die Entscheidung der Aso reagiert, den kasachischen Rennstall wegen dessen Doping-Vergangenheit nicht zur am 5. Juli in Brest beginnenden Tour zuzulassen. Der mögliche nächste spanische Ministerpräsident glaubt, dass dies ein grober Fehler sei und erst auf Druck der französischen Behörden zustande gekommen sei. Contador, der mit dem spanischen Doping-Ring um den Arzt Eufemiano Fuentes in Verbindung gestanden haben soll, in Spanien aber dennoch gefeiert wird, erhält auch vom Internationalen Radsportverband (UCI) Unterstützung.

          Es wäre eine Tragödie, behauptete UCI-Präsident Pat McQuaid, wenn Contador nicht an der Tour teilnehmen könnte. Der Ire kündigte an, dass die UCI, die im Streit mit der Aso liegt, alles unternehmen werde, um den Start Contadors zu ermöglichen. Angeblich prüfen Juristen der UCI bereits, welche rechtlichen Schritte gegen die Maßnahme der Aso möglich seien. Sie richte sich gegen den Sport, klagte McQuaid. Er sprach gar von einer „monumentalen Verrücktheit“.

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