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Tour de France : Wie riskant darf ein Selfie sein?

  • Aktualisiert am

Tour de France mit Hindernissen: Die Fahrer bahnen sich ihren Weg durch die Zuschauer Bild: AP

Die Gefahr lauert am Straßenrand: Immer mehr Zuschauer versuchen bei der Tour de France, Selbstporträts mit den vorbeirauschenden Fahrern im Rücken aufzunehmen. Einige Radprofis sind besorgt - und zunehmend genervt.

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          Der Auftakt der Tour de France in Großbritannien lieferte spektakuläre Bilder. Ein folgenreicher Sturz auf der ersten Etappe, der deutsche Sprinter Marcel Kittel mit Tagessieg und gelbem Trikot und tausende begeisterte Zuschauer am Streckenrand. Für den Fernsehzuschauer war das ein Auftakt nach Maß.

          Die Fahrer sind nach den ersten beiden Etappen allerdings besorgter denn je. Als „eine gefährliche Mischung aus Eitelkeit und Dummheit“ bezeichnete der Amerikaner Tejay van Garderen den neuen Trend, Selbstporträts mit dem vorbeirauschenden Peloton im Rücken aufzunehmen. „Die Menschen sehen uns nicht kommen, stehen auf der Straße und das ist sehr riskant“, kritisierte sein Teamkollege, der Brite Geraint Thomas. In der Vergangenheit habe es viele schwere Unfälle zwischen Fahrern und Zuschauern gegeben. Selfies würden die Gefahr weiter erhöhen.

          Van Garderen postete in seiner Wut auf einige Zuschauer direkt nach dem Ende der Etappe auf Twitter. „Mitten auf der Straße stehen, während 200 Radfahrer auf dich zukommen, nur um ein Selfie aufzunehmen“.

          Auch die großen Tour-Favoriten waren von den unvorsichtigen Fans an der Strecke genervt. Der Spanier Alberto Contado sprach von einem „sehr riskanten Tag“. Es sei ein unruhiges Rennen mit sehr vielen Zuschauern gewesen. Er sei dankbar, dass er die Etappe hinter sich gebracht habe. Auf einem Bild reagierte Contador allerdings mit Humor - und zeigte der Zuschauerin seinen ausgestreckten Daumen.

          Trotz der Gefahren: Allein die Anzahl der Zuschauer zum Tour-Auftakt war rekordverdächtig. Am Samstag waren nach Angaben der Polizei zwei Millionen Menschen auf den Beinen. „Außergewöhnlich, phänomenal, unvergesslich“, schwärmte standesgemäß Tourchef Christian Prudhomme. „Das war wie in L’Alpe d’Huez“. Auch Sprinter Marcel Kittel, der den Auftakt am Samstag gewonnen hatte, meinte: „Das Gefühl ist einfach super, von so vielen angefeuert zu werden.“

          Am Sonntag hatte der Italiener Vincenzo Nibali am meisten Grund zur Freude. Er gewann seine erste Tour-de-France-Etappe. Außerdem übernahm er die Führung in der Gesamtwertung und darf nun zum abschließenden Höhepunkt der englischen Festspiele am Montag im gelben Trikot starten. Die dritte Etappe (ab 13 Uhr im FAZ.NET-Liveticker) wird vor dem Buckingham Palace in London enden.

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