https://www.faz.net/-gtl-zsil

Tour de France : Schumacher muss das Gelbe Trikot ausziehen

  • Aktualisiert am

Stefan Schumacher hat nur dem Schein nach schon auf der Strecke angefangen, das Trikot auszuziehen Bild: AP

Stefan Schumacher hat das Gelbe Trikot auf höchst unglückliche Weise verloren. Der 26 Jahre alte deutsche Radprofi hat bei einem Sturz 300 Meter vor dem Ziel die entscheidenden Sekunden verloren.

          Durch einen Sturz in Sichtweite der Ziellinie der sechsten Etappe hat der Nürtinger Stefan Schumacher das Gelbe Trikot des Spitzenreiters bei der Tour de France verloren. Bei der ersten Bergankunft der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt im Zentralmassiv war der Gerolsteiner-Fahrer bis 500 m vor Schluss problemlos in der Spitzengruppe mitgefahren, ehe ihn eine leichte Berührung mit dem vor ihm fahrenden Kim Kirchen zu Fall brachte.

          Ausgerechnet der Luxemburger vom T-Mobile-Nachfolgeteam Columbia profitierte von dem Zusammenstoß und übernahm als Tagesfünfter die Führung in der Gesamtwertung. „Das Gelbe Trikot habe ich mir verdient. Der Sturz tut mir natürlich auch leid“, sagte Kirchen, der als erster Luxemburger seit Jahren wieder das Gelbe Trikot holte.

          „Kirchen ist mir ins Rad gefahren, aber das war keine Absicht“

          „Kirchen ist mir ins Rad gefahren, aber das war keine Absicht“, erklärte Schumacher, der 32 Sekunden nach Etappensieger Riccardo Ricco (Italien) auf dem 25. Platz ins Ziel kam und auf den dritten Gesamtplatz zurückfiel. „Der Sturz hat mich das Trikot gekostet. Das ist natürlich bitter. Ich habe mich aufgerappelt und nochmal alles gegeben, bin aber nicht mehr herangekommen. Es ist nicht schön, so das Trikot zu verlieren“, sagte der 26-jährige Schwabe.

          Teamwork: Die Mannschaftskameraden vom Team Gerolsteiner unterstützten Stefan Schumacher bei seinem Kampf um die Gesamtführung der Tour de france

          Während Schumacher durch sein Missgeschick kurzzeitig außer Gefecht gesetzt war, machten die Favoriten auf den Gesamtsieg den Tageserfolg unter sich aus. Der Giro-Zweite Ricco vom Team Saunier Duval setzte sich dabei im Spurt vor dem Spanier Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) und dem letztjährigen Tour-Zweiten Cadel Evans (Australien/Lotto) durch. Im Gesamtklassement führt Kirchen nun mit 6 Sekunden Vorsprung vor Evans und 16 vor Schumacher.

          Auch am Freitag geht es durchs Zentralmassiv

          Im Schlussanstieg hatten zahlreiche Attacken einzelner Fahrer immer wieder zu Tempoverschärfungen geführt, sodass die Gruppe der Favoriten und ihrer Helfer zunehmend dezimiert wurde. Auf dem letzten Kilometer zog sich das Feld nochmals in die Länge, wobei die Abstände zwischen den Top-Fahrern im Sekunden-Bereich blieben. Größere Abstände sind erstmals am Sonntag zu erwarten, wenn die Tour die Pyrenäen erreicht.

          Auch mit der siebten Etappe bleibt die Tour im Zentralmassiv und führt auf dem Weg von Brioude nach Aurillac über fünf Bergwertungen. Als größte Schwierigkeiten stehen zwei Pässe der zweiten Kategorie nach 101,5 sowie 117 der insgesamt 159 km auf dem Programm. Der 1210 m hohe Col d'Entremont weist auf 6,5 km Länge eine durchschnittliche Steigung von 4,7 Prozent auf, der 1588 m hohe Pas de Peyrol steigt auf 7,8 km sogar 6,2 Prozent an. Der steilste Anstieg der Etappe wartet indes 10 km vor dem Ziel mit dem Cote de St. Jean de Donne (9,9 Prozent), ist jedoch nur 1,7 km lang.

          Weitere Themen

          Der Mann, der immer trifft

          Dortmunds Paco Alcácer : Der Mann, der immer trifft

          Paco Alcácer bringt Borussia Dortmund entscheidend weiter – nicht mehr nur als Joker. Mit dem FC Barcelona hat der Torjäger noch eine Rechnung offen. Insbesondere mit Lionel Messi, vertraut man Diego Maradonas Worten.

          Nagelsmanns heißer Tanz

          Champions League : Nagelsmanns heißer Tanz

          Die nächste Premiere für Julian Nagelsmann: Erstmals steht der 32-Jährige als Trainer von RB Leipzig in der Champions League an der Linie. Gegen Benfica Lissabon geht es um viel – vor allem für ihn persönlich.

          Topmeldungen

          Brexit-Streit : Boris Johnson und der „Hinterhalt“

          Während der Brexit-Streit jetzt auch den Supreme Court beschäftigt, empören sich viele Politiker und Medien über etwas anderes: die „Demütigung“ ihres Premiers auf der missratenen Pressekonferenz mit Luxemburgs Ministerpräsident Bettel.

          Wahlkampf in Amerika : Links unterm Triumphbogen

          Elizabeth Warren begeistert bei einem Auftritt Tausende New Yorker. Die Senatorin will für die Demokraten um das Präsidentenamt kandidieren – und die Macht in die Hände der Arbeiter legen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.