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Tour de France : „Jan Ullrich ist für mich immer noch eine Bedrohung“

  • Aktualisiert am

Armstrong über Ullrich: „Jan bleibt etwas Besonderes” Bild: dpa/dpaweb

Kurz vor Beginn der 90. Tour de France zweifelt kaum jemand an der Dominanz von Lance Armstrong. Doch der Amerikaner selbst zeigt im F.A.Z.-Interview großen Respekt nach dem Comeback seines deutschen Konkurrenten.

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          Kurz vor Beginn der Tour de France 2003 zweifeln weder Experten noch Radsportfans an seiner Dominanz. Lance Armstrong kann als fünfter Radprofi nach Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain am 27. Juli zum fünften Mal die Frankreich-Rundfahrt gewinnen. Als einziger Ausnahmeathlet neben Indurain kann er diese Siege in ununterbrochener Reihenfolge schaffen.

          Der Amerikaner würde also zum hundertjährigen Tour-Jubiläum Radsport-Geschiche schreiben. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gibt er sich davon aber unberührt,denn sein Ehrgeiz sei es nicht, den Rekord der großen vier einzustellen. „Ich versuche nur, wieder zu gewinnen. Wenn das dann bedeutet, daß ich den Rekord erreicht habe, fühle ich mich geehrt. Aber ich konzentriere mich von Jahr zu Jahr nur darauf, das Ding zu gewinnen. Ich denke nicht an den Rekord.“

          Schwierige Anstiege und Überraschungsetappen

          Armstrong, hat sich erneut intensiv vorbereitet, auf den Hochgebirgsetappen in den Alpen und den Pyrenäen trainiert. Damit kennt er das Streckenprofil wie kein Zweiter. „Es gibt da einige Überraschungsetappen. In den Alpen schaut jeder auf den Galibier und Alpe d'Huez. In den Pyrenäen haben alle nur den Tourmalet und Luz-Ardiden im Kopf. Für mich gibt es einmal die berühmten Kletterstrecken und dann solche, an die keiner denkt. Wir sind froh, daß wir sie kennengelernt haben, denn diese Anstiege sind sehr schwierig und könnten das Klassement verändern.“

          Besonderen Respekt zeigt er nur vor einem Rivalen auf dem Rad: Jan Ullrich. Das Comeback des Deutschen nach Dopingsperre und Verletzung hat Armstrong beeindruckt und er glaubt nicht, daß Ullrich das Chaos bei Coast und der kurzfristige Wechsel zu Bianchi noch belastet. „Jan hat einen komplizierten Frühling hinter sich mit all dem Ärger und der Ungewißheit um das Team“, sagt Armstrong, „doch auf mich macht er den Eindruck, daß er in besserer Form ist als jemals zuvor zu dieser Zeit. Jan Ullrich ist immer noch einer, den ich für einen der stärksten Motoren des Radsports halte. Und damit ist er eine Bedrohung. Viele Fahrer sind stark und eine Gefahr. Aber Jan bleibt etwas Besonderes. Er ist ein großartiger Fahrer mit einem riesigen Talent. Wer von den anderen hat sonst noch die Erfahrung eines Tour-Sieges?“

          „Billiges Geschwätz“

          Anderen Konkurrenten wie Giro-Sieger Gilberto Simoni oder Telekom-Fahrer Santiago Botero zollt Armstrong weniger Achtung. Anders als Ullrich hatte Simoni den Mund ziemlich voll genommen und Armstrong einen harten Kampf um den Tour-Sieg angekündigt. Der Champion reagierte darauf gelassen. „Billiges Geschwätz. Ich ziehe es vor, zu schweigen und meine Arbeit zu verrichten, mit der Mannschaft zu trainieren und das Rennen zu gewinnen. Simoni war beim Giro eindrucksvoll, brillant. Er hat etwas riskiert, ist alleine weggefahren, und die anderen Favoriten machten schlapp. Es ist immer gut, wenn einige Typen dir ein bißchen zusätzliche Motivation geben.“

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