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Tour de France : Große Rad-Show - wie immer ohne Gewähr

Sieger ohne Gewähr? Die Analyse-Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen

Der schmächtige Contador hatte sich schon am Samstag, vor den letzten 164 Kilometern der Tour 2009, sehr erleichtert gegeben. Und der Hauptdarsteller mit zweifelhaftem Ruf antwortete sogar, als Fragen zum Thema Doping gestellt wurden. Allerdings verhielt er sich dabei wie bei einer gefährlichen Abfahrt – sehr vorsichtig. Er sei froh, sagte der Spanier, dass es bei dieser Tour keinen Dopingskandal gegeben habe, er sprach – ganz allgemein – von einem Mentalitätswandel und von einem Erfolg für den Radsport. Und überhaupt: Jeder Profi könne doch inzwischen 365 Tage im Jahr überprüft werden. Als wäre allein das schon ein Beleg für mehr Sauberkeit im Radsport. Immerhin wurde am Sonntag bekannt, dass – die Tour 2008 betreffend – bei 15 Profis, die angeblich auf den ersten 20 Rängen zu finden waren, nachträgliche Doping-Untersuchungen vorgenommen werden sollen. Nach Informationen der „L’Equipe“ wird in ihren Blutproben nach dem Mittel Cera gefahndet. Die Analyse-Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen. Ein weiteres, schweres Nachbeben einer Tour also, die schon durch einige schmutzige Affären überlagert worden war?

Contador hatte am Wochenende auf alle Fälle prominente Mitstreiter, Christian Prudhomme etwa äußerte sich ähnlich zuversichtlich wie der Spanier. Es sei zwar nicht alles gut, sagte der Tour-Direktor einschränkend, doch es habe sich etwas geändert. „Das Betrügen ist schwerer geworden“, behauptete der Franzose, dem allen Anschein nach auch die – vorübergehende – Auseinandersetzung zwischen Contador und Armstrong gefiel. „Wir haben bei der Tour ein großes Duell erlebt, genau das, was der Sport braucht.“ Armstrong, zu dem die Franzosen einst ein kühles Verhältnis gepflegt hatten, ist damit selbstredend auch im nächsten Jahr bei der Tour hochwillkommen.

Er sei noch leidensfähig, sagte der Texaner, der sich kokett als Veteran bezeichnete und tatsächlich an manchen Tagen sehr mitgenommen aussah. Armstrong wird nun in einer amerikanischen Equipe einen neuen Versuch unternehmen, und womöglich wird auch Contador künftig nicht mehr für das Team Astana antreten. Schließlich musste er feststellen, dass mit den kasachischen Partnern, die wohl lieber den Dopingsünder Alexander Winokurow als Galionsfigur ins Rennen schicken, nicht immer gut Kirschen essen ist.

Deutsche Hoffnungsträger

Die Landkarte des Radsports wird somit neu gestaltet, an deutschen Elementen wird es dabei nicht fehlen. Dass aufstrebende Profis wie Martin oder der Deutschaustralier Heinrich Haussler bei der Tour Aufsehen erregten, stimmt die nationale Branche optimistisch. „Sie geben“, sagte Rudolf Scharping, der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, „dem deutschen Radsport ein frisches Gesicht und eine neue Perspektive.“ Eine Gewähr jedoch gibt es nicht. Auch nicht dafür, dass das jüngste Tour-Kapitel tatsächlich am Sonntag geschlossen wurde.

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