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Tour de France : Die Tour frisst ihre Stars

  • -Aktualisiert am

Die äußere Wunde: Contadors Knie Bild: dpa

Gestürzt, verletzt, demoralisiert. Nach Froome und Schleck steigt auch Contador bei der Tour de France aus. Die Etappe über sieben Vogesen-Berge gewinnt Nibali, der zurück ins Gelbe Trikot fährt.

          1 Min.

          Die Tour frisst ihre Stars, fast jeden Tag. Ein turbulentes Rennen, ein gefährliches Rennen, in diesem Jahr vor allem für die Protagonisten. Nachdem schon der britische Vorjahressieger Christopher Froome mit Handbrüchen früh ausgefallen war, endete am Montag auch für Alberto Contador jäh die Fahrt durch Frankreich. Gestürzt, verletzt, demoralisiert: Der Spanier stieg auf der zehnten Etappe von Mülhausen nach La Planche des Belles Filles von seinem Rad – Ende aller Hoffnungen auf rutschiger Straße. Und freie Fahrt nun womöglich für den Sizilianer Vincenzo Nibali, der auch schon wieder das Gelbe Trikot trägt.

          Rainer Seele
          Sportredakteur.

          Contador, Kapitän des Teams Tinkoff-Saxo, war auf der Abfahrt vom Petit Ballon zu Fall gekommen, er wurde danach mehrere Minuten behandelt. Sein rechtes Knie musste bandagiert werden, offenbar hatte der Madrilene sich dort eine schwerere Blessur zugezogen. Das Peloton war längst davongezogen, doch Contador versuchte nach seiner Zwangspause, wenigstens noch ein bisschen Boden gutzumachen, unterstützt von einigen Helfern aus seiner Mannschaft. Doch lange dauerte seine Fahrt danach nicht mehr. Contador, der nach seinem Malheur den linken Schuh und das Rad gewechselt hatte, sah die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens ein und gab auf.

          Der Spanier hatte die Tour de France bereits 2007 und 2009 gewonnen, der Erfolg im Jahr 2010 war dem Madrilenen wegen Dopings aberkannt worden. Dadurch war Andy Schleck auf den ersten Platz vorgerückt. Auch für den Luxemburger stand die Tour 2014 aber unter einem schlechten Stern: Schleck war ebenfalls zu Boden gegangen, er hatte sich unter anderem einen Kreuzbandriss zugezogen – es war ein bitterer Abschied von der Tour.

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          Die Frankreich-Rundfahrt rühmt sich, das größte Spektakel des Radsports zu sein. In diesem Jahr scheint sie eine besonders große zerstörerische Kraft in sich zu tragen. Das liegt nicht zuletzt an den unwirtlichen Bedingungen, die das Rennen bisher oft zu einem Vabanquespiel gemacht hatten. Die Tour steht damit im Regen, im wahren Wortsinn. Vincenzo Nibali immerhin trotzte bisher allen Widrigkeiten. Am Montag, als Tony Martin sich lange vor eine Fluchtgruppe gespannt hatte, holte der Italiener sich als Etappensieger das Gelbe Trikot von dem Franzosen Tony Gallopin zurück: ein unwiderstehliches Solo des Italieners auf ansteigendem, schwierigem Gelände. Er ist, erst recht nach dem Ausfall Alberto Contadors, eindeutig der Patron der Tour.

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