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Tour de France 2015 : Kittel peilt fünf Siege an

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Radprofis aufgepasst: Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme präsentiert die Frankreich-Rundfahrt 2015. Bild: dpa

Nur ein Einzelzeitfahren, aber sieben Hochgebirgs-Etappen: Die 102. Tour de France, die am 4. Juli 2015 in Utrecht beginnen wird, ist nichts für Spezialisten im Kampf gegen die Uhr. Der Sieger Nibali hat schon jetzt großen Respekt.

          Der Auftakt am 4. Juli 2015 ist für Tony Martin der wichtigste Tag der gesamten 102. Tour de France: Beim 14 Kilometer langen Einzelzeitfahren in Utrecht in den Niederlanden hat der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister die Chance auf das erste Gelbe Trikot seiner Karriere. „Er kann da Gelb holen - ich konzentriere mich auf die Sprints. Ich rechne mir auf vier bis fünf Etappen Chancen aus“, sagte der Topsprinter Marcel Kittel in Paris. Für die Spezialisten im Kampf gegen die Uhr bietet der Parcours der kommenden Frankreich-Rundfahrt, der am Mittwoch im Pariser Palais des Congrès vorgestellt wurde, nur noch ein Team-Zeitfahren nach Plumelec in der Bretagne über 28 Kilometer.

          Das Hauptgewicht der 102. Tour, die am 27. Juli nach 3344 Kilometern wie immer auf den Champs Elysées endet, liegt auf den sieben Hochgebirgs-Etappen in den Pyrenäen und Alpen. Am vorletzten Tag steht die Rückkehr in die Skistation L’Alpe d’Huez auf dem Programm. Insgesamt stehen 26 Steigungen bevor. Die vierte und mit 221 Kilometern längste Etappe nach Cambrai im Norden an der belgischen Grenze bietet wieder sieben Passagen des gefürchteten und sturzträchtigen Kopfsteinpflasters.

          Großer Moment: Marcel Kittel siegt 2014 im Sprint auf den Champs Elysées in Paris.

          Die Veranstalter wünschen sich 2015 im Kampf um die Spitze des Gesamtklassements einen Vierkampf der Toursieger Vincenzo Nibali (Italien), Chris Froome (England) und Alberto Contador (Spanien) sowie Herausforderer Nairo Quintana (Kolumbien). Von den Kandidaten verfolgte am Mittwoch nur Nibali die feierliche Präsentation live. Froome ließ wissen, dass er den Schwerpunkt eventuell auf den Giro d’Italia und die Vuelta legen werde. „Mein Team und ich werden alles gewissenhaft betrachten und dann entscheiden, welche großen Länderrundfahrten ich bestreiten werde“, sagte der britische Toursieger 2013. „Ich sehe mich als ausgeglichenen Fahrer für das Gesamtklassement, und der Giro mit seinem langen Zeitfahren und harten Bergankünften könnte mir passen.“

          Nibali dagegen fand: „Eine tolle Tour - die erste Woche wird auch wegen des Windes sehr hart und nervös werden und die letzte wegen der Berge. Dort wird die Entscheidung fallen.“ Der Teamchef des Sizilianers, Alexander Winokurow, muss wegen dreier Doping-Fälle bei Astana allerdings vor dem Weltverband UCI um die Lizenz für die Equipe kämpfen.

          „Eine tolle Tour“ - findet der Italiener Vincenzo Nibali, Gesamtsieger in diesem Jahr in Paris.

          Topsprinter Marcel Kittel aus Erfurt ist zuversichtlich, seine Tour-Erfolgsbilanz von bisher acht Etappensiegen 2015 ausbauen zu können. Der deutsche Rekord von Erik Zabel mit zwölf Tagessiegen wackelt. Sieben mehr oder weniger flache Etappen wird sich Kittel besonders anschauen. „Die erste Woche ist wieder gut für uns Sprinter. Mein ganz großes Ziel sind wieder die Champs Elysées zum Abschluss“, sagte er. Kittel gewann bei den beiden vergangenen Tour-Auflagen jeweils die Auftakt-Etappe.

          Bald wieder eine Tour-Etappe in Deutschland?

          Die Tour startet zum sechsten Mal in den Niederlanden und macht im kommenden Jahr auch noch einen Abstecher nach Belgien. Nach zuletzt zwei Ausland-Starts dürfte die Rundfahrt 2016 wieder im Mutterland beginnen. Danach hätte vielleicht Deutschland nach 2005 wieder die Chance, Ausrichter einer oder mehrere Etappen zu werden. Tour-Direktor Christian Prudhomme hatte schon Bereitschaft signalisiert, zurückzukehren. Die Region um Münster hat sich bereits ins Spiel gebracht.

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