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Giro d‘Italia : Ein Radrennen als Zeichen der Hoffnung in Israel

  • -Aktualisiert am

Ungewohnter Besuch in Israel: Die Radprofis beim Giro d’Italia fahren durch Jerusalem. Bild: AFP

Beim Giro d‘Italia in Israel kommt es zu Protesten palästinensischer Sportler, aber auch zu versöhnlichen Gesten. Mit ganz besonderen Bedingungen müssen die Teams in Jerusalem klarkommen.

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          Der Giro d‘Italia mit Start in Israel – manch einer hatte da mit einer Vielzahl von Problemen gerechnet, organisatorischer und auch politischer Natur. Doch insgesamt verlief der Auftakt im „Heiligen Land“ recht komplikationslos. Die israelischen Ordner betrieben die einzelnen Zugangspunkte im Start- und Zielbereich routinierter, als man dies sonst von den immer mal wieder herrisch auftretenden Ordnern des Giro-Ausrichters RCS oder auch den Fachkräften der ASO bei der Tour de France kennt. Aber klar, in Israel hat man Erfahrung mit Checkpoints. Am Checkpoint Qalandia, etwa elf Kilometer vom Ziel des Prologs entfernt, den der Niederländer Tom Dumoulin am Freitag gewann, kam es aber doch zu einem Zwischenfall.

          Eine Gruppe von 15 palästinensischen Radsportlern fuhr von Ramallah nach Qalandia, um gegen den Start des Giro d‘Italia zu protestieren. Einer der 15 wurde von israelischen Soldaten festgehalten, nach einer Stunde aber wieder frei gelassen. „Die Soldaten wollte keine mediale Aufmerksamkeit über einen palästinensischen Sportler, der am Tage des Giro-Starts verhaftet wurde“, sagte Malak Hasan, eine Sprecherin des palästinensischen Radsportverbandes, die selbst an der Aktion teilgenommen hatte. Der Radsportverband selbst hat nach Angaben von dessen Vorsitzendem Abdullah Sharawi eine Protestnote an den Rad-Weltverband UCI geschickt. „Wir unterstützen jegliche Sportveranstaltungen und wollen nicht Politik und Sport vermischen“, erklärte er gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Beim Giro-Start in Israel werden aber internationale Rechtssprechungen nicht beachtet.

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