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Handball-Bundesliga : Todesfall in Berlin überschattet Spieltag

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Raffinierter Wurf: der Kieler Niclas Ekberg versucht, Erlangens Torwart Carsten Lichtlein zu überlisten Bild: dpa

Norden bleibt oben: Flensburg und Kiel lösen ihre Aufgaben in der Handball-Bundesliga. Berlin gewinnt das Duell gegen Melsungen – doch das Spiel wird unter traurigen Vorzeichen ausgetragen.

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          Meister SG Flensburg-Handewitt und Pokalsieger THW Kiel dominieren weiter die Handball-Bundesliga. Flensburg gewann am Donnerstag vor heimischer Kulisse gegen den Bergischen HC mit 29:23 (13:11) und behauptete mit 24:6 Punkten die Tabellenführung vor den Kielern (22:4), die sich beim HC Erlangen mit 31:27 (14:13) durchsetzten.

          Ein Todesfall überschattete das Verfolgerduell zwischen den Füchsen Berlin und der MT Melsungen, das die Hausherren mit 28:22 (15:15) für sich entschieden. Die Partie begann eine halbe Stunde später, nachdem ein Berliner Fan kurz vor dem geplanten Anpfiff am Eingang der Tribüne C in der Max-Schmeling-Halle schwer stürzte. Notarzt und Rettungssanitäter waren gleich zur Stelle, es kam aber jede Hilfe zu spät. Der Mann starb noch vor Ort in der Halle.

          „Wir trauern gemeinsam mit den Angehörigen und seiner Ehefrau“, sagte der sichtlich betroffene Füchse-Präsident Frank Steffel über das Hallenmikrofon: „Wir alle wissen, dass es in solchen Momenten viel Wichtigeres gibt als Handball.“ Allerdings habe die Witwe im Gespräch ausdrücklich „darum gebeten, das Spiel nicht abzusagen“.

          Bester Werfer für die Füchse, die mit 20:8 Punkten auf Rang vier kletterten, war Nationalspieler Fabian Wiede mit sieben Toren. „Das hat uns schon mitgenommen. Wir sind schließlich Menschen und keine Maschinen. Wir hätten uns nicht beschwert, wenn das Spiel abgesagt worden wäre“, sagte Melsungens Michael Allendorf.

          Flensburg kam gegen den BHC erst in der Schlussviertelstunde auf Touren. Großen Anteil daran hatte Torhüter Benjamin Buric. „Dass wir hier noch mit sechs Toren Vorsprung gewinnen, war nach 45 Minuten nicht zu erwarten“, sagte Trainer Maik Machulla und schob ein Extralob an Buric hinterher: „Da sieht man mal, was es ausmacht, wenn der Torwart ein paar Bälle hält. Da sind wir ins Laufen gekommen.“

          Auch Kiel tat sich in Erlangen eine Halbzeit lang schwer, zog dann aber davon. Neben Top-Werfer Magnus Landin (7 Tore) überzeugte beim THW auch Jubilar Nikola Bilyk (6), der am Donnerstag 23 Jahre alte wurde. „Die zwei Punkte sind wichtig für den Verein“, befand der Österreicher. „Und ich hatte einen schönen Geburtstag.“

          Im Kampf gegen den Abstieg gelang dem TBV Lemgo Lippe ein wichtiger 27:24 (14:9)-Sieg gegen Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten und schob sich mit 8:22 Zählern auf Rang 15. Der Tabellenvorletzte Eulen Ludwigshafen (6:24) verpasste beim 17:20 (10:9) gegen den SC Magdeburg nach langer Führung eine Überraschung.

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