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Sensation im Tischtennis : Das Wunderkind schlägt zu

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Tomokazu Harimoto jubelt nach dem letzten Punkt im Spiel gegen Liao (Taiwan) bei der Weltmeisterschaft 2017. Bild: dpa

Im Alter von erst 14 Jahren gewinnt Tomokazu Harimoto die Japan Open und besiegt dabei zwei Tischtennis-Olympiasieger. Es ist die unglaubliche Geschichte eines der vielleicht größten Talente des Sports.

          Vor zwei Jahren wurde die Tischtennis-Welt zum ersten Mal auf das Wunderkind aus dem Land der aufgehenden Sonne aufmerksam. Im zarten Alter von zwölf Jahren gewann Tomokazu Harimoto den Juniorenwettbewerb U 21 des Weltranglistenturniers Japan Open. Seitdem verfolgen längst nicht nur die japanischen Tischtennisfreunde den kontinuierlichen Aufstieg des Teenagers, der nach vielen erstaunlichen Einzelergebnissen mittlerweile auf Rang zehn der Weltrangliste geführt wird.

          An diesem Sonntag, gut zwei Wochen vor seinem 15. Geburtstag, hat Harimoto nun seines ersten großen Titel bei den Erwachsenen gewonnen. Auf seinem Weg zum Triumph der Japan Open schlug der Wunderknabe die beiden größten Namen seines Sports, die Olympiasieger der Jahre 2012, Zhang Jike, und 2016, Ma Long. Damit hat Harimoto früher als irgendjemand sich vorstellen konnte die Frage beantwortet, ob er nur ein Komet im Tischtennis-Universum ist oder die neue Sonne werden kann.

          Angefeuert vom frenetischen Heimpublikum in Kitakyushu setzte sich der junge Japaner am Samstag im Viertelfinale 4:2 über Ma Long hinweg, der zur Zeit als der beste Spieler der Welt gilt, obwohl er nur an Position zwei der Hackordnung steht. Als Ma nach 0:2-Satzrückstand schnell zum 2:2 ausgleichen konnte, schien die Partie doch noch den erwarteten Verlauf zu nehmen. Doch Harimoto spielte sich dann in einen Rausch und ließ dem Einzel- und Mannschaftsweltmeister keine Chance mehr. Der Chinese kommentierte leicht gequält. „Ich habe nicht gerade ideal gespielt, ihm durch viele Fehler ermöglicht, in Führung zu gehen. Aber Harimoto hat auch sehr große Fortschritte gemacht.“

          Das bekam im Halbfinale der Südkoreaner Lee Sangsu zu spüren und dann im Endspiel Zhang Yike. Der Chinese war im Finale der frischere Spieler, weil sein Halbfinalgegner Timo Boll wegen Nackenschmerzen nicht angetreten war. Aber nach einer 2:0-Satzführung musste Zhang die Überlegenheit des Teenagers anerkennen, gegen den er eine Woche zuvor in der ersten Runde der China Open schon ausgeschieden war. Als Harimoto im Entscheidungssatz seinen zweiten Matchball zum 9:11, 8:11, 11:9, 11:4, 10:12, 11:7, 13:11-Trimuph verwertete, spielten sich unbeschreibliche Szenen in der Halle von Kitakyushu ab.

          „Zwei Olympiasieger in zwei Tagen zu besiegen, ist unglaublich. Vor zwei Jahren hatte ich meinen ersten großen Durchbruch in Japan, ich bin froh , dass ich meinen zweiten Durchbruch auch in Japan geschafft habe – vor meinen Fans“, sagte Harimoto und kündigte an: „Ich werde jetzt weitertrainieren, damit ich mich weiter entwickle und weitere große Titel gewinne, um mein Land stolz zu machen.“ Kaum jemand glaubt noch, dass es anders kommen könnte.

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