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Tischtennis-WM : Ein Boll-Sieg reicht gegen China nicht

  • Aktualisiert am

Boll: „Wir haben die Chinesen ins Schwitzen gebracht” Bild: dpa/dpaweb

Deutschlands Tischtennis-Herren haben den Einzug in das Endspiel bei der Mannschaft-WM verpaßt. Das Team verlor im Halbfinale das Duell gegen Rekordweltmeister China mit 1:3, der einzigen Sieg gelang Timo Boll.

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          Auch mit einem Timo Boll in Top-Form haben die deutschen Tischtennis-Herren bei der Weltmeisterschaft in Bremen die „chinesische Mauer“ nicht überwinden können. Trotz einer grandiosen Leistung verlor das Team des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) den mit Spannung erwarteten Showdown im Halbfinale gegen den Top-Favoriten und 14maligen Rekordweltmeister China mit 1:3. Der Gegenpunkt durch Weltcup-Sieger Boll war am Sonntag zu wenig, um die 17. Niederlage im 17. WM-Spiel gegen China zu verhindern.

          „Vielen Dank für die tolle Unterstützung. Wir haben die Chinesen ins Schwitzen gebracht. Sie hatten aber mehr Reserven“, sagte der Weltranglisten-Zweite Boll unmittelbar nach seiner ersten Niederlage im zehnten WM-Einzel gegen den Weltranglisten-Ersten Wang Liqin. 13 500 Zuschauer im AWD-Dome verabschiedeten Timo Boll, Christian Süß, Zoltan Fejer-Konnerth, Bastian Steger und Jörg Roßkopf nach ihrem WM-Aus mit Beifallsstürmen.

          „Wir haben einen großen Fight geliefert“

          Nach sechs Siegen in Serie für das DTTB-Team kam die erste Niederlage gegen die hochkarätig besetzten Asiaten nicht unerwartet. Der dritte Platz und die fünfte Bronzemedaille für ein deutsches Herren-Team in der WM-Geschichte waren der verdiente Lohn für einen starken Auftritt. „Diese WM gibt uns Rückenwind“, erklärte DTTB- Präsident Thomas Weikert. „Wir haben Tischtennis auf hohem Niveau gezeigt und einen großen Fight geliefert“, sagte Herren-Bundestrainer Richard Prause.

          Titelverteidiger China kann nun an diesem Montag (13.15 Uhr) im Finale gegen Südkorea oder Hongkong zum 15. Mal Gold holen. Trainer Liu Guoliang, Olympiasieger von 1996, schickte gegen die WM- Gastgeber erstmals sein stärkstes Trio mit dem Weltranglisten-Ersten Wang Liqin, Wang Hao (3.) und Ma Lin (4.) in die Spielbox.

          Spitzeneinzel als Leckerbissen

          Im Auftakteinzel benötigte der Weltranglisten-Zweite Boll gegen Ma Lin eine Anlaufzeit von zwei Sätzen, um auf Touren zu kommen. Danach zelebrierte der 25jährige Linkshänder aus Gönnern „Tischtennis vom anderen Stern“ und gewann das Duell nach Weltklasse-Ballwechseln in fünf Durchgängen. Die 1:0-Führung konnte Christian Süß aber nicht ausbauen. Trotz guter Chancen - der 20jährige Rotschopf vergab drei Satzbälle - kassierte der Düsseldorfer mit 0:3 gegen den weltbesten Profi Wang Liqin seine zweite Turnier-Niederlage.

          Auf Position drei hatte der Grenzauer Zoltan Fejer-Konnerth beim 0:3 gegen Wang Hao keine Siegchance. Das Spitzeneinzel wurde zum erwarteten Leckerbissen. Boll hatte zwar Probleme mit den Aufschlägen von Wang Liqin, kämpfte sich aber mit couragiertem Einsatz immer wieder zurück. Im fünften Durchgang führte der deutsche Meister sogar 5:3, ehe die Nummer eins der Welt die langen Topspin-Duelle dominierte und sieben Punkte in Folge gewann. „Er war zum Schluß einen Tick stärker“, bekannte Boll.

          Damen nur auf Rang elf

          Im Schatten der Herren beendeten die DTTB-Damen die Heim-WM mit einem 3:1-Sieg gegen Tschechien auf dem enttäuschenden elften Rang. Es ist das schlechteste Abschneiden seit Platz 13 im Jahr 1991. „Wir haben es nicht geschafft, unsere besten Leistungen abzurufen und konnten spielerisch nicht überzeugen. Deshalb fahren wir auch unzufrieden nach Hause“, bilanzierte der neue Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio seine WM-Premiere.

          Rekordmeisterin Nicole Struse (34) zeigte sich am letzten WM-Tag unversöhnt. Sie beschimpfte den Schiedsrichter, der ihr im Achtelfinale gegen Österreich die Rote Karte wegen einer geballten Faust gezeigt hatte, als „Affen“ und „Idioten“. Gegen Tschechien saßen Struse und Elke Wosik (32) erneut auf der Bank.

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