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Tiger Woods beim Ryder Cup : Für die amerikanische Sache

  • -Aktualisiert am

Superstar im Wartestand: Sein Comeback plant Tiger Woods für Mitte Oktober Bild: AFP

Tiger Woods spielt gar nicht mit beim Ryder Cup. Trotzdem ist der einstige Superstar der Golfer mittendrin. Sein Rat ist gefragt – und könnte zum ersehnten Triumph gegen Europa führen.

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          Welche Rolle spielt Tiger Woods bei diesem Ryder Cup? Dient er nur als Galionsfigur, oder ist er einer der entscheidenden Männer im Hintergrund beim möglichen Ende einer langen Durststrecke? Der mittlerweile vierzig Jahre alte Golfprofi hat seit August vergangenen Jahres bei keinem Turnier mehr mitgespielt. Auch bei der 41. Auflage dieses Prestigeduells im Hazeltine National Golf Club in Chaska schwingt der Amerikaner nach drei Rückenoperationen noch nicht wieder die Schläger. Sein Comeback als Spieler ist erst vom 13. bis 16. Oktober im Silverado Resort in Napa Valley in seiner kalifornischen Heimat bei einem Turnier der Herbstserie der PGA Tour geplant.

          Beim Ryder Cup, dem alle zwei Jahre ausgetragenen Duell zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, muss sich der einstige Superstar offiziell mit einer kleinen Nebenrolle begnügen. Er fungiert neben Steve Stricker, Jim Furyk, Tom Lehman und Bubba Watson als einer von fünf „Vice Captains“, die Kapitän Davis Love III zuarbeiten. Der Mann, der 683 Wochen lang die Weltrangliste angeführt hatte, ist bei diesem Spektakel eigentlich nur einer unter vielen, die helfen wollen, die lange Misere der größten Golf-Nation der Welt (25 Millionen Aktive) im wichtigsten, dem seit 1926 ausgetragenen Team-Wettbewerb zu beenden. Schließlich haben die Amerikaner acht der letzten zehn Duelle mit den Kollegen vom alten Kontinent verloren. Nun sieht es deutlich besser aus: Vor den letzten Runden am Sonntag 9,5 zu 6,5 in Führung.

          „Taktiker und Stratege“

          Ist Tiger Woods nur dabei, weil er wie kein anderer für die amerikanische Dominanz in diesem Sport steht? „Nein“, behauptet der 48 Jahre alte Love III, der Woods schon vor einem Jahr zu einem seiner Helfer bestimmte, „er ist unser Taktiker und Stratege. Er hilft uns beim Zusammenstellen der Vierer. Er weiß, wie man sich auf große Meisterschaften vorbereiten muss. Er überlegt sich, wie man den Golfplatz spielen muss.“

          Dass ausgerechnet Woods den Spielern erklären soll, wie man den mit 7021 Meter extrem langen Platz angehen sollte, gehört zu den Dingen, die auf den ersten Blick schwer zu verstehen sind. Denn auf dem Platz am Lake Hazeltine erlebte Woods zwei der bittersten Stunden seiner grandiosen Laufbahn. Dort wurde er zweimal bei der PGA Championship von krassen Außenseitern düpiert, von zwei Gegnern geschlagen, die diesen Triumph über Woods nie mehr mit großen Siegen bestätigen konnten. 2002 benötigte Woods, damals auf der Höhe seiner golferischen Fähigkeiten, einen Schlag mehr als sein Landsmann Rich Beem, ein ehemaliger Verkäufer von Auto-Stereoanlagen und Mobiltelefonen, der nach langen, erfolglosen Jahren nicht mehr auf der Tour spielt.

          Kapitän und Vize-Kapitän: Davis Love III (r.) im Gespräch mit Tiger Woods
          Kapitän und Vize-Kapitän: Davis Love III (r.) im Gespräch mit Tiger Woods : Bild: AFP

          Sieben Jahre später passierte in Hazeltine gar etwas, was viele für einen Knackpunkt in der Karriere von Woods halten. Erstmals nach 14 Siegen bei den vier Majors, bei denen er immer in der Pole Position auf die letzten 18 Löcher gegangen war, konnte Woods eine Führung nach drei Tagen nicht zum 15. Triumph nutzen. Er verspielte am Schlusstag einen Vorsprung von zwei Schlägen auf seinem Mitspieler Yang Yong-eun, besser bekannt als Y. E. Yang, der als erster Asiate eines der vier Großereignisse gewann. Der Koreaner hat mittlerweile die Spielberechtigung auf der PGA Tour verloren und versucht, sich, mit bisher bescheidenem Erfolg, auf der European Tour durchzuschlagen. Woods hat zwar zuletzt bei der WGC Bridgestone Invitational sein 79. Turnier auf der PGA Tour 2013 gewonnen, aber nach vielen Verletzungen und Operationen bei keinem weiteren Major mehr gesiegt.

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