https://www.faz.net/-gtl-9lz02

Golf-Masters in Augusta : Der emotionalste Triumph des Tiger Woods

  • Aktualisiert am

14 Jahre nach seinem letzten Masters-Titel trägt Tiger Woods wieder das berühmte grüne Jackett. Bild: AFP

Verletzungen, persönliche Probleme und Skandale warfen den Golf-Star völlig aus der Bahn. Nun gewinnt Tiger Woods mit 43 Jahren wieder das Masters. Den Sieg widmet er unter Tränen vor allem zwei Personen.

          Gleich neben dem 18. Grün des Augusta National Golf Clubs schloss sich für Tiger Woods am Sonntag ein Kreis. Nach dem fünften Masters-Triumph und dem 15. Major-Sieg nahm der Superstar seine Tochter Sam (11 Jahre) und seinen Sohn Charlie (10) sowie seine Mutter Kultida in die Arme. Vor 22 Jahren war er an genau der gleichen Stelle seinem Vater, Trainer und Förderer Earl Woods um den Hals gefallen. Der erste Masters-Sieg 1997 leitete die einzigartige Karriere des berühmtesten Golfspielers der Geschichte ein.

          Genau an diese Szene erinnerte sich Woods am Sonntag, als er bei der Siegerehrung in der Butler Cabin des Augusta National Golf Clubs zum Sieger-Interview Platz nahm. „Nun bin ich der Vater mit zwei Kindern“, sagte er mit tränenerstickter Stimme. Woods’ Vater starb im Jahr 2006. Der 43 Jahre alte Woods wollte unbedingt, dass seine Kinder ihn noch einmal gewinnen sehen. Sam und Charlie hatten ihm einmal scherzhaft erklärt, dass sie ihn nur als Youtube-Legende kennen. Im vergangenen Jahr waren beide bei der British Open dabei, aber ihr Vater verspielte am Finaltag seine Führung und wurde am Ende Sechster. Im September waren die Geschwister nicht in Atlanta vor Ort, als Woods bei der Tour Championship seinen 80. Erfolg auf der PGA-Tour feierte.

          „Ich wollte nicht, dass ihnen das zum zweiten Mal passiert“, sagte Woods. „Ich wollte ihnen zeigen, wie es ist, wenn ihr Vater ein großes Turnier gewinnt.“ Papa Woods hielt Wort und gewann 14 Jahre nach seinem letzten Erfolg in Augusta am Finaltag mit insgesamt 275 Schlägen vor seinen Landsleuten Dustin Johnson, Xander Schauffele und Brooks Koepka (alle 276 Schläge). Als Trophäe erhielt Woods das berühmte grüne Sieger-Jackett. „Ich hoffe, dass sie das nie vergessen werden“, sagte er stolz.

          Hellauf begeistert: Mutter Katilda Woods, Sohn Charlie Axel, Tochter Sam Alexis und Freundin Erica Herman. Bilderstrecke

          Der amerikanische Präsident Donald Trump, sein Vorgänger Barack Obama und unzählige Sportstars gratulierten Woods prompt nach dessen emotionalen Triumph zur Krönung seines Comebacks. Trump bezeichnete seinen Landsmann als „wirklich großen Champion“, Obama schrieb: „Zurückzukommen und das Masters nach all den Höhen und Tiefen zu gewinnen, zeugt von Exzellenz, Charakterstärke und Entschlossenheit.“

          Die 23-malige Tennis-Grand-Slam-Siegerin Serena Williams sei „buchstäblich in Tränen ausgebrochen“, als Woods sich am Sonntag „unvergleichlich“ auf den Weg zu seinem ersten Majortitel seit fast elf Jahren gemacht hatte: „Eine Millionen Glückwünsche! Du hast mich inspiriert, Kumpel.“ NBA-Ikone Earvin Magic Johnson reihte sich ebenso in die Gratulanten ein wie Super-Bowl-Champion Tom Brady. „Was eine Leistung“, schrieb der Quarterback der New England Patriots.

          Stephen Curry vom NBA-Meister Golden State Warriors würdigte Woods“ Vorstellung als „größte Comeback-Geschichte im Sport“. Fast elf Jahre hatten zwischen Woods“ bis dato letztem Triumph bei einem Major (US Open 2008) und dem Sieg am Sonntag in Augusta gelegen. Viermal musste er sich am Rücken operieren lassen, persönliche Probleme und Skandale warfen ihn zudem aus der Bahn.

          „Es ist überwältigend“, sagte Woods nach seinem 15. Majorsieg, mit dem er den Abstand zu Rekordhalter Jack Nicklaus (18) verkürzte: „Ich konnte kaum laufen, nicht schlafen. Ich konnte nichts tun.“ 2018 war der 43-Jährige auf die Tour zurückgekehrt – und feierte wenige Monate später einen der größten Erfolge seiner einzigartigen Karriere. Zuvor hatte Woods 1997, 2001, 2002 und 2005 in Augusta triumphiert.

          Weitere Themen

          Finnland schafft das Eishockey-Wunder

          Eishockey-WM : Finnland schafft das Eishockey-Wunder

          Als schlechtester Kader der WM-Geschichte wurde das finnische Eishockey-Team in der Heimat zunächst verspottet – nun stehen sie ganz oben: Der Außenseiter besiegt ohne NHL-Stars Kanada im Finale 3:1.

          Topmeldungen

          Trauer und Jubel in Berlin : Den Grünen gehen die Superlative aus

          Während bei den Grünen die Freude über die Wahlergebnisse in Europa und in Bremen „wahnwitzig“ groß ist, ist die Stimmung bei der Union schon vor der Verkündung der Prognosen auf dem Tiefpunkt. Und bei der SPD wackelt die Parteichefin nach dem Doppeltiefschlag.

          SPD-Debakel in Bremen : Untergang an der Weser

          In Bremen ist das Historische geschehen: Zum ersten Mal seit 73 Jahren liegt die CDU vor der SPD, die ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik verkraften muss. Wie soll sie aus diesem Tief wieder herauskommen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.