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Handball-Bundesliga : Kiel verliert daheim – und verspielt wohl Meisterschaft

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THW-Trainer Gislasson nachdenklich und einsichtig: „Die Meisterschaft ist in weite Ferne gerückt.“ Bild: dpa

Frust beim THW Kiel, Freude bei der SG Flensburg-Handewitt: Mit der ersten Heimniederlage hat der Rekordmeister wohl alle Chancen auf den Titel eingebüßt. Schlecht lief es auch für einen Wechsler im Nichtabstiegskampf.

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          Rekordmeister THW Kiel hat einen schweren Rückschlag im Meisterschaftsrennen der Handball-Bundesliga kassiert. Das Team von Trainer Alfred Gislason verlor nach 16 Siegen in Serie gegen den SC Magdeburg 25:28 (13:14) und hat nach der ersten Heimniederlage der Saison nun 36:6 Punkte auf dem Konto. Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt nutzte beim 28:18 (13:9)-Erfolg gegen den HC Erlangen Kiels Patzer und hat noch immer eine weiße Weste (42:0).

          „Die Meisterschaft ist in weite Ferne gerückt“, sagte Gislason. Ein Blick auf die Statistik untermauert seine Einschätzung: Noch nie verspielte ein Tabellenführer einen Vorsprung von sechs Punkten nach dem 21. Spieltag. Die letzte Niederlage hatten die Kieler am 13. September 2018 kassiert – beim 30:35 in Magdeburg. Danach hatte es wettbewerbsübergreifend 22 Erfolge nacheinander gegeben. Mit der geplanten Revanche wurde es jedoch nichts, weil der THW zu statisch und fehlerhaft agierte. „Magdeburg hat verdient gewonnen“, sagte Gislason. „Wir hatten Probleme im Angriff und mussten immer einem Rückstand hinterherlaufen.“

          Kiel fand nur schwer in die Partie und schaffte erst nach einer Viertelstunde erstmals eine Führung. Allerdings hielt diese nicht lange, denn Magdeburg agierte insgesamt abgeklärter. Allerdings ließen die Gäste etliche hochkarätige Möglichkeiten aus, so dass sie lediglich mit einem knappen Ein-Tore-Plus in die Pause gingen. Auch nach dem Wechsel blieb es lange eng – vor allem, weil nun die beiden dänischen Weltmeister-Torhüter Niklas Landin (Kiel) und Jannick Green (Magdeburg) zur Hochform aufliefen. In der Schlussphase zog Magdeburg beim 25:22 (54.) erstmals auf drei Tore davon und brachte diesen Vorsprung ins Ziel. Bester Werfer beim Sieger war Albin Lagergren mit sieben Toren, für den THW war Domagoj Duvnjak ebenfalls siebenmal erfolgreich.

          Flensburg hat wenig Mühe

          Die Nachricht vom Kieler Patzer pushte die Flensburger, die gegen Erlangen nie in Gefahr gerieten und im 21. Saisonspiel ihren 21. Sieg feierten. Der Titelverteidiger, der in Magnus Jöndal (9 Tore) seinen besten Schützen hatte, stand in der Abwehr sicher und drehte nach der Pause auch im Angriff auf. „Wir schauen weiter nur auf uns und wollen unsere Aufgaben lösen“, sagte SG-Coach Maik Machulla.

          Im Kampf gegen den Abstieg hoffte die SG BBM Bietigheim nach dem Blitztransfer von 2007-Weltmeister Michael Kraus vergeblich auf einen kurzfristigen Erfolg. Der vom TVB Stuttgart verpflichtete Rückraumspieler führte sich beim Aufsteiger mit sechs Toren zwar gut ein, konnte die 24:31-Niederlage des Tabellenvorletzten bei der MT Melsungen aber nicht verhindern.

          Am Samstag hatte der 35 Jahre alte Spielmacher in Bietigheim einen Vertrag bis zum Saisonende mit der Option auf eine Verlängerung bis zum Sommer 2020 unterschrieben. Über die Ablösesumme vereinbarten beide Vereine Stillschweigen. „Ich hätte die Saison gerne beim TVB beendet. Das kurzfristige Angebot von Bietigheim bietet meiner Familie und mir aber die Möglichkeit, auch zukünftig in der Region zu bleiben“, begründete Kraus den Wechsel.

          Die Füchse Berlin setzten sich gegen den VfL Gummersbach mit 25:29 (13:7) durch und sind hinter den Magdeburgern (32:10) weiter Tabellenfünfter (28:14). Der Bergische HC gewann gegen die HSG Wetzlar 26:22 (16:8).

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