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Handball-Bundesliga : Der „alte“ THW Kiel ist wieder da

  • -Aktualisiert am

Sieg in Mannheim: Kiels Hendrik Pekeler (rechts) und der THW Kiel setzen sich gegen Alexander Petersson und die Rhein-Neckar Löwen durch. Bild: dpa

Kiel siegt nach fast vier Jahren wieder bei den Rhein-Neckar Löwen und meldet sich im Titelrennen der Handball-Bundesliga zurück. Sonst wäre die Kritik wohl sehr laut geworden.

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          Keine zwei Vereine im deutschen Handball kennen sich besser als die Rhein-Neckar Löwen und der THW Kiel. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen spielte früher in Kiel, vor der Saison wechselten Abwehrchef Hendrik Pekeler und Linkshänder Harald Reinkind aus Mannheim in den Norden, der Kieler Torwart Niklas Landin kam vor drei Jahren von den Löwen. Zudem haben die Löwen-Profis Gudjon Valur Sigurdsson und Andreas Palicka eine THW-Vergangenheit. Wenn so viel Insiderwissen aufeinanderprallt, muss ein „enges“ Spiel herauskommen, in dem Unachtsamkeiten oder kleine Fehler entscheiden – und Sternstunden Einzelner.

          Beim Halbzeitstand von 12:11 hatten die Rhein-Neckar Löwen und der THW eine umkämpfte, ansehnliche Begegnung hinter sich gebracht, die auf das gewohnt spannende Ende zuzusteuern schien. Doch es wirkte, als seien die Löwen gedanklich in der Kabine geblieben, und der THW zog mit einem 5:0-Lauf auf 16:12 davon. Jacobsens Team kam noch ein paar Mal heran, aber ein starker Landin im Kieler Tor verhinderte mehr: Der THW siegte nach fast vier Jahren wieder mal in Mannheim und hat sich durch dieses 27:24 im Bundesliga-Titelrennen zurückgemeldet. Bei einer Niederlage und dann sechs Minuspunkten wäre die Kritik an Trainer Alfred Gislason und seinem instabilen Team sehr laut geworden – so aber erinnerte Gislasons Team wenigstens in diesen 60 Minuten daran, was in ihm steckt.

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          In Mannheim zog der THW Kiel mit einer sehr erfahrenen Truppe den Kopf aus der Schlinge. Am Samstagabend ging das Rezept auf, den verletzungsgeplagten Anführer Domagoj Duvnjak etwas zu schonen und halblinks einzusetzen. Dafür machte der kleine Slowene Miha Zarabec das Spiel. Rechts im Rückraum durfte Reinkind ran. Das passte: Zarabec traf fünf Mal, Reinkind gelangen sechs Tore. Hinten stellte das Nationalmannschafts-Duo Patrick Wiencek und Pekeler eine harte Abwehr. Es war ein Spiel, dass in Sachen Cleverness und Ausstrahlung an alte Kieler Stärke erinnerte.

          Und wer weiß, vielleicht brauchte der teure, üppig besetzte Kader genau solch ein Spiel, um wieder in Fahrt zu kommen – und sicher hilft es im Meisterschaftskampf, nicht dem Stress der Champions League ausgesetzt zu sein. Die Löwen haben schon vier Spiele in der Meisterklasse hinter sich, wirkten am Samstag aber nicht müde, sondern auf den hinteren Positionen unzureichend besetzt. Dass die Achse mit Spielmacher Andy Schmid und Kreisläufer Jannik Kohlbacher wie schon die ganze Saison gut geschmiert lief, war ein schwacher Trost nach der ersten Heimniederlage.

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