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Tennisturnier in München : Nur der andere Deutsche steht im Halbfinale

  • Aktualisiert am

Enttäuschter Zverev: „Ich muss anfangen, besser zu spielen“. Bild: AFP

Jan-Lennard Struff nennt seinen Landsmann Alexander Zverev einen „brutal guten Spieler“. Doch der hochgelobte Turnierfavorit scheitert an einem Qualifikanten.

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          Alexander Zverev schaute extrem genervt drein und schimpfte immer wieder auf Russisch, ehe er nach einer ganz bitteren Niederlage frustriert vom Center Court schlurfte. Der Topfavorit ließ das erhoffte deutsche Halbfinale gegen Davis-Cup-Kollege Jan-Lennard Struff beim Tennisturnier in München am Freitag platzen.

          Beim völlig überraschenden 7:6 (7:5), 5:7, 3:6 gegen den couragiert aufspielenden Qualifikanten Ilja Iwaschka aus Belarus trat Zverev im Viertelfinale der BMW Open viel zu fehlerhaft auf. Das Aus war nicht unglücklich, sondern verdient. „Ich bin momentan einfach nur enttäuscht“, sagte Zverev. „Ich muss anfangen, besser zu spielen“, sagte er beim Blick auf die weitere Sandplatz-Saison mit dem Höhepunkt der French Open.

          „Das Spiel war hart für mich. Ich war am Limit“, sagte der 27 Jahre alte Iwaschka, Nummer 107 der Weltrangliste, nach dem größten Sieg auf der ATP-Tour. Der krasse Außenseiter kämpft nun am Samstag (13.15 Uhr/BR-Fernsehen) gegen den 31-jährigen Struff um den Finaleinzug.

          Der zweimalige München-Sieger Zverev vergab dagegen die Chance auf den dritten Erfolg nach 2017 und 2018 bei dem traditionsreichen Sandplatzturnier. Am Sonntag wird ein anderer Profi im schicken Auto des Turnier-Namengebers vom Platz fahren. „Ich hoffe natürlich, dass Struffi das Turnier gewinnt“, sagte Zverev zum Abschied aus München.

          Überraschungssieger Iwaschka: „Das Spiel war hart für mich. Ich war am Limit“.
          Überraschungssieger Iwaschka: „Das Spiel war hart für mich. Ich war am Limit“. : Bild: AFP

          Struff hatte vor Zverevs K.o. mit einer Energieleistung den an Nummer vier gesetzten Serben Filip Krajinovic in exakt drei Stunden mit 6:4, 4:6, 7:6 (7:3) bezwungen. „Der Physio wird mich ein bisschen durchkneten“, sagte Struff nach dem erheblichen Kraftaufwand.

          Als Zverev im ersten Satz gegen Iwaschka auf dem Center Court kämpfte, war Struff in seiner Pressekonferenz noch von einem Duell mit dem „brutal guten Spieler“ Zverev ausgegangen. Jetzt kommt es ganz anders, einfacher aber dürfte es gegen Iwaschka kaum werden.

          Zverev ist nach einer längeren Phase mit Ellbogenproblemen aktuell verwundbar. Gegen Iwaschka suchte der 24-Jährige zweieinhalb Stunden lang erfolglos nach Form und Konstanz. Seine Schläge hatten eine große Streuung, mal waren sie zu lang, mal landeten sie im Netz. Iwaschka machte lange kaum Fehler, konnte aber bei einer 5:4-Führung im ersten Satz dennoch nicht erfolgreich zum Satzgewinn aufschlagen.

          Zverev fehlte vielleicht auch das Publikum als Ansporn. Im zweiten Satz holte er sich mit einem Stoppball das Break zum 5:4 und gewann doch den Satz nicht. Im dritten Satz gelang ihm ein Rebreak zum 3:4, aber keine Wende. Ihm unterliefen 14 Doppelfehler, er hatte beim Service „die Bewegung verloren“.

          Kampfgeist von Struff belohnt

          Der fast zwei Meter große Struff wurde wie beim Dreisatzerfolg tags zuvor gegen Dominik Koepfer auch im Spiel gegen Krajinovic für seinen Kampfgeist belohnt. Und im entscheidenden Tiebreak behielt er die Nerven. Bei Struffs drittem Matchball machte dagegen der aufschlagende Krajinovic einen Doppelfehler.

          „Es ging im dritten Satz auf und ab, es war krass“, sagte Struff: „Ich wollte unbedingt ins Halbfinale.“ Und jetzt lockt das Endspiel, sein erstes auf der ATP-Turnier. „Den Schritt bin ich noch nicht gegangen“, sagte Struff, der den ersten Titelgewinn herbeisehnt. „Ich möchte unbedingt einen Turniersieg haben, egal wo“, sagte Struff. Die große Chance bietet sich nun beim Heimturnier in München.

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