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Tennis : Nadal muss passen – vielleicht bis zur Sandplatzsaison

  • -Aktualisiert am

Ein Tennisstar am Boden: Rafael Nadal bei seinem letzten Auftritt bei den Australian Open Bild: AFP

Rafael Nadal muss eine weitere Turnierteilnahme absagen: Wie bei seiner Aufgabe während der Australian Open macht der Hüftbeuger auch in Acapulco Probleme.

          Viel größer hätten die Gegensätze an diesem Tag nicht sein können. In Acapulco, an Mexikos sonnensicherer pazifischer Küste, saß Rafael Nadal neben dem mitfühlenden Turnierdirektor der „Abierto Mexicano“ und erklärte wenige Stunden vor seinem geplanten ersten Auftritt, er habe sich am Tag zuvor im letzten Training verletzt und könne leider nicht spielen. An einer anderen Küste, ungewöhnlich kalt und beschneit, nahm Roger Federer in Monte Carlo wieder zwei Trophäen entgegen, diesmal die Auszeichnungen der Laureus-Stiftung für den Sportler des Jahres 2017 und den Mann mit dem besten Comeback. Wann die Wege der beiden wieder zueinanderführen werden, ist im Moment völlig offen.

          In Acapulco erklärte Nadal, er habe alles versucht, um in bester Form antreten zu können, aber im Training habe er einen Schmerz im rechten Oberschenkel gespürt, ähnlich dem Schmerz, der ihn im Viertelfinale der Australian Open Ende Januar zur Aufgabe gezwungen hatte. Und die Ärzte hätten ihm nach der ersten Untersuchung geraten, nicht zu spielen. „Es bleibt mir leider nichts anderes übrig“, sagte er, „andernfalls würde ich riskieren, dass die Sache schlimmer wird. Es war einfach Pech.“

          Da sah es noch gut aus: Nadal bei einem Exhibition in Acapulco

          Eine Verletzung ersten Grades des Hüftbeugers im rechten Bein war nach seiner Aufgabe im fünften Satz gegen Marin Čilić in Melbourne als Diagnose bekanntgegeben worden. Es fühle sich ansatzweise wieder so an, sagt der Spanier, aber es seien weitere Tests nötig, um Genaueres zu wissen, und dazu werde er noch ein paar Tage in Acapulco bleiben. Nach der ersten Untersuchung hätten ihm die Ärzte allerdings Mut gemacht, die Verletzung sei vielleicht weniger schlimm als beim letzten Mal. Aber ob die Geschichte vom Unfall beim letzten Training wirklich alles ist?

          Langanhaltende Beschwerden

          Erst vor einer Woche hatte Nadal in Cozumel an der mexikanischen Karibikküste, wo ihm ein Hotel gehört, mit ernsthaftem Training begonnen. Nach seiner Ankunft in Acapulco sagte der Mallorquiner, er sei erst mal glücklich, da zu sein, und hoffe, dass er für das Turnier bereit sein werde. Das hofften Turnierdirektor Raúl Zurutuza und dessen Mannschaft auch, denn zur 25. Auflage des Turniers wollten sie den Leuten das Beste bieten; mit fünf Spielern aus den Top Ten war das Turnier in Mexikos bekanntester Badestadt zu Beginn deutlich besser besetzt als das auch in dieser Woche stattfindende gleichrangige Turnier in Dubai. Aber Nadal wirkte von Anfang an noch weniger entspannt als sonst, und es sah nicht danach aus, als ginge es ihm richtig gut.

          Das ist offensichtlich schon länger nicht mehr der Fall. Nach dem Finale des Turniers von Schanghai Mitte Oktober gegen Roger Federer war er mit Kniebeschwerden aus dem Interviewraum gehumpelt, und danach zog er bei allen geplanten Turnieren entweder vorher zurück (in Basel, Brisbane und jetzt in Acapulco), oder er gab während der Woche auf (in Paris-Bercy, bei den ATP-Finals in London und in Melbourne).

          Die Führung in der Weltrangliste ist er seit Beginn dieser Woche ohnehin los, überholt von Roger Federer nach dessen überraschendem und erfolgreichem Start beim Turnier in Rotterdam. Ob sich die beiden in der kommenden Woche beim Turnier in Indian Wells wiedersehen werden, steht in den Sternen. „Ich kann nicht mehr tun als das, was ich mache“, sagt Nadal. „Ich bin keine Maschine. Aber es ist auf jeden Fall nicht die Zeit für drastische Entscheidungen. Wenn ich bis Indian Wells wieder fit bin – phantastisch; bis Miami – gut. Und falls nicht, dann eben bis zur Sandplatzsaison.“

          Dass er vielleicht eine Weile lang keine Chance haben wird, Federer in der Weltrangliste wieder zu überholen, ficht ihn sowieso nicht an. Sagt er. Die Nummer eins stehe nicht oben auf seiner Liste. Ohne Schmerzen spielen und seinen Körper bis zur totalen Erschöpfung strapazieren zu können, das ist sein Ziel. Die Beschreibung, mit der er sich nach seinem letzten Spiel des Jahres 2017 im November in London verabschiedet hatte, hat nichts von ihrer Gültigkeit verloren. „Stimmt“, hatte er damals gesagt, „ich bin wahrscheinlich derjenige, der von allen die meisten Verletzungen und Schwierigkeiten in der Karriere hatte. Aber es geht immer um die Herausforderung, damit umzugehen. Ich bin daran gewöhnt, und ich weiß, was ich zu tun habe.“ Bis irgendwann der Tag kommt, an dem der Körper dem Kopf und dem Herzen zu verstehen gibt, jetzt sei es genug.

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