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ATP-Turniere in Corona-Krise : Tennis-Premiere am Dom

  • -Aktualisiert am

Auch Alexander Zverev schlägt bei den Turnieren in Köln auf. Bild: AFP

Großes Tennis gab es in Köln zuletzt vor mehr als zwanzig Jahren. Nun kommen einige der aktuell Besten in die Domstadt und schlagen auf in der Corona-Krise. Und die Zukunftsaussichten sind gar nicht mal so schlecht.

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          Von einem globalen Problem namens Corona ahnte noch niemand etwas, und der deutsche Fußball-Meister hieß 1. FC Kaiserslautern, als zuletzt Weltklasse-Tennis in Köln gespielt wurde. Im Herbst 1998 trat damals Steffi Graf vor 6500 Zuschauern zum Schaukampf gegen Anna Kurnikowa an. Nun, 22 Jahre später, sind wieder einige der besten Spieler der Welt zu Gast am Dom – zu einer echten Weltpremiere. Zum ersten Mal werden zwei ATP-Turniere unmittelbar nacheinander in der gleichen Stadt und in derselben Arena ausgetragen, zunächst vom 10. bis zum 18. Oktober die Bett1Hulks Indoors, bevor in der Woche danach die Bett1Hulks Championships gespielt werden. In beiden Wochen dabei ist der US-Open-Finalist Alexander Zverev, der in der ersten Runde des ersten Turniers ein Freilos hat und dann am Donnerstag auf den Sieger des Duells zwischen dem zweifachen Grand-Slam-Gewinner Andy Murray und Fernando Verdasco trifft.

          Hoffnungen auf weitere Erfolge machen sich in Köln auch Daniel Altmaier, der gerade bei den French Open überraschend das Achtelfinale erreichte, Jan-Lennard Struff, der spanische Top-Ten-Spieler Roberto Bautista oder Alexanders Bruder Mischa Zverev. „Von mir war es immer ein Traum, in Köln ein großes Tennisturnier zu erleben“, sagt die Turnierdirektorin Barbara Rittner, die seit einigen Jahren hier wohnt und das Turnier im September innerhalb weniger Wochen auf die Beine stellte. Dank der Pandemie wird dieser Traum nun wahr.

          Allerdings wird auch dieser Wettbewerb überschattet von den Problemen, mit denen derzeit so viele Organisatoren von Publikumsveranstaltungen zu kämpfen haben. Die Spieler werden sich in einer Blase mit strengen Hygieneauflagen aufhalten. Als die Veranstaltung konzipiert wurde, rechneten die Organisatoren noch damit, jeden Tag 6000 Zuschauer in der Kölner Multifunktionsarena begrüßen zu dürfen. Bei der Auslosung am vorigen Samstag hieß es nun, nach aktuellem Stand seien 999 Besucher pro Tag erlaubt. Weil der Inzidenzwert der Corona-Neuinfektionen in der Stadt am Sonntag jedoch auf 59,7 stieg und Köln damit als Risikogebiet gilt, drohen weitere Einschränkungen. „Wenn sich die Verordnungen ändern, müssen wir reagieren“, sagt Veranstalter Edwin Weindorfer.

          Sicher ist, dass der WDR und Eurosport die Spiele im Fernsehen übertragen, überdies soll es ein Streamingangebot geben, das explizit auf die Bedürfnisse junger Zuschauer zugeschnitten ist. Und selbst für den Fall, dass die beiden Turniere in einer leeren Halle stattfinden sollten, könnten die Kölner Tennisfans zu den großen Gewinnern dieses merkwürdigen Tennisjahres zählen. „Jeder, der Realist ist, weiß, dass es im nächsten nicht mehr alle Turniere geben wird, die dieses Jahr auf dem Kalender standen“, sagt Rittner, weil Veranstalter und Sponsoren in Schwierigkeiten geraten sind. Etliche Turniere, die traditionell im Herbst stattfinden, wurden abgesagt, und niemand weiß, ob sie im kommenden Jahr wieder stattfinden können. Wenn alles funktioniert wie erhofft, könnte eine der ATP-Lizenzen dauerhaft in Köln verbleiben. „Ich glaube, dass sich die Chance sehr gut auftun kann“, mutmaßt Rittner.

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