https://www.faz.net/-gtl-9jqmk

Sascha Bajin : Tennis-Star Osaka trennt sich von deutschem Trainer

  • Aktualisiert am

Naomi Osaka (rechts) setzt nicht weiter auf die Dienste von Sascha Bajin. Bild: AP

Nur 16 Tage nach ihrem Triumph bei den Australian Open beendet Naomi Osaka überraschend die Zusammenarbeit mit Trainer Sascha Bajin getrennt. Der plötzliche Vorgang erinnert an Angelique Kerber.

          Das Ende der so fruchtbaren Zusammenarbeit mit ihrem deutschen Trainer Sascha Bajin verkündete Naomi Osaka in einer einzigen nüchternen Zeile. „Hey alle zusammen, ich werde nicht länger mit Sascha zusammenarbeiten“, schrieb die japanische Tennis-Weltranglistenerste bei Twitter. Ein knapper Dank noch, dazu beste Wünsche „für die Zukunft“, dann war die gemeinsame Erfolgsgeschichte offiziell auserzählt. Ein abrupter Vorgang, der unweigerlich auch an Angelique Kerber und ihre Trennung vom Belgier Wim Fissette erinnerte.

          Denn genau wie bei der deutschen Wimbledonsiegerin am Ende ihres großen Comeback-Jahres 2018, folgt Osakas überraschende Entscheidung auf einen großen Triumph. Gerade 16 Tage war es her, dass die 21-Jährige bei den Australian Open ihren zweiten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte und damit im Ranking als erste Asiatin den Gipfel der Tennis-Welt erklomm. Im Moment des Glücks hatte sie dabei nicht zuletzt Bajin in höchsten Tönen gelobt. Weil er „so positiv“ an die Arbeit herangehe, „ich dagegen ziehe mich manchmal runter“, befand sie damals.

          Osakas Entwicklung in den vergangenen Monaten war rasant. Nicht wenige trauen der Tochter einer Japanerin und eines Vaters aus Haiti zu, ähnlich wie ihr großes Vorbild Serena Williams eine Ära zu prägen. Bajins Einfluss auf das druckvolle Power-Tennis seines Schützlings war dabei kaum zu übersehen. „Ich musste ihr nicht beibringen, wie man den Ball trifft“, hatte er in Melbourne gesagt: „Vielleicht eher, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, als draufzuhauen.“

          Der 34-Jährige aus München hat sich in der Tennisszene kontinuierlich nach oben gearbeitet. Eine große Karriere als Profi war dem gebürtigen Serben nie vergönnt. Er ist damit eine Art Gegenentwurf zu den Super-Coaches, die sich vor allem im Männertennis noch immer großer Beliebtheit erfreuen. Stattdessen begann er schon im Alter von 23 Jahren, als sogenannter Hitting Partner im Trainerteam von Serena Williams zu arbeiten. Für seine Arbeit mit Osaka, die er seit Ende 2017 betreute, war Bajin im Dezember von der Spielerinnenvereinigung WTA zum Trainer des Jahres gekürt worden.

          Bajin gilt als höflicher und umgänglicher Zeitgenosse. Serena Williams etwa taufte ihn einst „Big Sascha“, nannte ihn ihren „großen Bruder“ und schwärmte vom Schnitzel-mit-Kartoffelsalat-Essen bei seiner Familie in Bayern. Über die Gründe des Zerwürfnisses mit Osaka wird auch deshalb bislang nur spekuliert. Japanischen Medien zufolge war es schon Anfang des Jahres zum Bruch gekommen, einige Trainingseinheiten bei den Australien Open hätten nur zehn Minuten gedauert, bei anderen sei Bajin gar nicht dabei gewesen. Der Geschasste zeigte angesichts der Trennung dennoch keinerlei Anzeichen von Groll. Auch seine Reaktion – ebenfalls via Twitter – fiel angemessen herzlich aus. „Ich wünsche Dir ebenfalls nur das Beste“, schrieb Bajin an Osaka: „Was für eine Reise das war. Vielen Dank, dass ich ein Teil davon sein durfte.“

          Weitere Themen

          Shiffrin schreibt Ski-Geschichte

          WM-Slalom : Shiffrin schreibt Ski-Geschichte

          Mikaela Shiffrin wird zum vierten Mal in Serie Slalom-Weltmeisterin. Nach Rückstand im ersten Durchgang gelingt der Amerikanerin ein Traumlauf. Auch Schweden jubelt.

          Besser sein als die Männer Video-Seite öffnen

          Snowboarderin Anna Gasser : Besser sein als die Männer

          Ihre spektakulären Sprünge haben Anna Gasser berühmt gemacht. Als erster Frau gelang ihr ein „Cab Triple Underflip 1260“. Ihr Ansporn: Sie will nicht nur die beste Snowboarderin sein, sie will auch den Männern Konkurrenz machen.

          Topmeldungen

          Zum Tod von Bruno Ganz : Die Welt läuft falsch

          Bruno Ganz ist gestorben, mit 77 Jahren, zu Hause in Zürich. Zum Schauspielen benötigte der größte deutschsprachige Mime seiner Generation kaum etwas anderes als sein Gesicht, seinen Blick und seine Stimme.

          Merkel in München : Die Instant-Führerin der freien Welt

          Einer der letzten Auftritte der Kanzlerin in München wird zu ihrem größten Triumph. Selbstbewusst und bescheiden zugleich hält sie ein flammendes Plädoyer für Multilateralismus. Viele zollen ihr stehend Applaus. Doch eine bleibt sitzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.