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Tennis in Hamburg : Die Demontage des Philipp Kohlschreiber

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„Wenn man verliert, macht es keinen Spaß. Wenn man zu oft verliert, kotzt es einen an“: Philipp Kohlschreiber Bild: dpa

Mit 35 Jahren ist Philipp Kohlschreiber der älteste Spieler beim Tennisturnier in Hamburg. Gegen Marton Fucsovics ist er chancenlos und kassiert seine vierte Erstrunden-Niederlage nacheinander. Und nun?

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          Nach der „Klatsche“ zum Auftakt des Hamburger Tennisturniers musste Philipp Kohlschreiber die unvermeidliche Frage nach dem Rücktritt gleich mehrmals beantworten. „In den letzten Wochen hat mir Tennis zwar nicht viel Freude bereitet, aber ich bin keiner, der aufgibt“, sagte der Routinier aus Augsburg am Montag nach der heftigen Demontage, räumte aber auch ein: „Wenn man verliert, macht es keinen Spaß. Wenn man zu oft verliert, kotzt es einen an.“

          3:6, 0:6 verlor Kohlschreiber in nur 65 Minuten gegen den Ungarn Marton Fucsovics und verabschiedete sich als zweiter deutscher Profi nach Nachwuchshoffnung Daniel Altmaier vom Heimturnier. Mit Spannung erwarten die Tennisfans am Rothenbaum nun den Auftritt von Jungstar Alexander Zverev, der am Dienstag gegen den Chilenen Nicolas Jarry erstmals seit drei Jahren wieder in seiner Heimatstadt aufschlägt und vor einer kniffligen Auftakt-Aufgabe steht.

          Kohlschreiber war mit 35 Jahren und neun Monaten der älteste Profi im Feld – und versicherte, dass seine 15. Teilnahme nicht die letzte gewesen sein soll. „Es ist halt jetzt gerade so eine Kack-Situation“, sagte Kohlschreiber mit harten Worten und ordnete seine Pleite bei Nieselwetter gegen die Nummer 50 der Welt als „Klatsche“ ein. Zum vierten Mal nacheinander kassierte er eine Erstrunden-Niederlage, doch diesmal wirkte Kohlschreiber deprimiert und desillusioniert.

          „Die letzten Wochen waren nicht einfach. Das Selbstvertrauen spielt natürlich eine große Rolle“, sagte er und hofft nun auf das Turnier in Kitzbühel in der kommenden Woche, das er schon zweimal gewonnen hat, und den anschließenden Belagwechsel auf Hartplatz. „Vielleicht ist das jetzt genau das, was ich brauche“, sagte Kohlschreiber.

          Doch ein blutleerer Auftritt wie gegen Fucsovics nährt Zweifel, ob Kohlschreiber noch einmal angreifen kann, wie er das vor einem guten Jahr prophezeite. Damals gab er die Rückkehr unter die Top 20 als Ziel aus und sagte: „Ich habe die gleichen Ziele wie ein junger Spieler. Ich sehe mein Ende noch nicht in Sicht. Ob ich Mensch-ärgere-dich-nicht spiele oder Tennis, ich will immer gewinnen.“

          Er wolle sich keinesfalls mit Roger Federer vergleichen, sagte Kohlschreiber jetzt und schmunzelte schon wieder kurz: „Aber er macht es vor, wie lange man gut spielen kann. Ich versuche schon noch ein paar Jährchen zu spielen.“ Federer wird im August 38 und stand vor einer Woche im Wimbledon-Finale, das er gegen Novak Djokovic verlor. Den Weltranglisten-Ersten aus Serbien hat Kohlschreiber im März in Indian Wells noch bezwungen – was ihm Hoffnung macht.

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