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Tennisspielerin Ons Jabeur : „Ich spiele für mein Land, für die arabische Welt“

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Ons Jabeur will Mädchen motivieren: „Ich spiele nicht für mich.“ Bild: Imago

Ons Jabeur gewinnt als erste afrikanische Frau ein WTA-1000-Turnier. Die 27-Jährige will Vorbild und Wegbereiterin sein. Und wird damit nicht nur in Madrid zu einer Botschafterin mit Schläger.

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          Noch bevor der Tennisball am Samstagabend auf dem roten Sand in Madrid aufschlägt, fällt Ons Jabeur auf die Knie. Ihr ist soeben etwas gelungen, was noch kein Tennisprofi aus dem arabischen Raum, gar vom afrikanischen Kontinent, geschafft hat. Die 27 Jahre alte Tunesierin hat ein WTA-1000-Turnier gewonnen. Im Finale setzte sie sich 7:5, 0:6 und 6:2 gegen Jessica Pegula aus den USA durch. Die Amerikanerin machte es Jabeur nicht leicht, doch am Ende ging ihr zuerst die Puste aus.

          Dabei war Jabeur diejenige, die vor dem Finale Atemnot hatte. „Ich dachte, mein Herz springt mir aus der Brust“, sagte sie. Sie wollte dieses Endspiel so unbedingt gewinnen, den Titel bei einem WTA-1000-Turnier holen. „Es war eine Achterbahn der Gefühle“, sagte sie nach dem Spiel. „Ich muss jetzt versuchen, das alles zu verstehen.“

          Nach ihrem Sieg umarmte Jabeur ihre Konkurrentin. Die nimmt es sportlich: Auf Instagram gratulierte Pegula Jabeur und freut sich schon auf das nächste Turnier in Rom. „Wir sehen uns morgen auf dem Flug“, schrieb sie unter ein Foto der Preisverleihung, versehen mit einem Tränen lachenden Emoji.

          Mit ihrem Erfolg ist Jabeur Vorbild und Wegbereiterin. Sie will Türen öffnen, eine Botschafterin sein, junge Mädchen und Frauen in ihrer Heimat motivieren, es ihr gleichzutun. „Ich spiele ja nicht nur für mich“, sagte sie in Madrid. „Ich spiele für mein Land, für die arabische Welt, für den afrikanischen Kontinent.“

          Bald die Nummer sieben der Welt

          Jabeur war schon oft die Erste. Als sie im vergangenen Jahr das WTA-Turnier in Birmingham gewann, gelang ihr das als erster Spielerin der arabischen Welt. Wenig später folgte die Premiere im Viertelfinale von Wimbledon, seit Oktober ist sie in den Top Ten der Weltrangliste. Von Montag an wird sie die neue Nummer sieben sein.

          In ihrer Heimat jedenfalls steigt der Druck auf die Tennisspielerin mit jedem gewonnenen Match. Längst ist Jabeur, deren variables Spiel ein bisschen an die kürzlich zurückgetretene Ashleigh Barty erinnert, nicht mehr mit einem Grand-Slam-Viertelfinale zufrieden. In der laufenden Sandplatzsaison hat sie mittlerweile zwölf Matches gewonnen, insgesamt sind es seit Jahresbeginn schon 20 Siege auf unterschiedlichen Belägen.

          Unterstützt wird sie dabei von ihrem Ehemann Karim Kamoun, der auch ihr Fitnesstrainer ist. Er hole sie gelegentlich aus der Lethargie, die sie in der Jugend fast vom Tennis weggebracht hätte. Vieles sei ihr damals zu anstrengend gewesen, erzählte Jabeur in einem Interview mit der WTA: das Training, der straffe Zeitplan, das eingeschränkte Privatleben. Ihre Mutter Samira habe sie dann ermahnt, immer das Bestmögliche aus sich zu machen.

          Der bekennende Fußballfan Jabeur hat zugehört. Nun gehört sie auch zum Favoritenkreis für die French Open in Paris. Das zweite Grand-Slam-Turnier der Saison beginnt am 22. Mai.

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