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Tennis in Stuttgart : Petkovic will Kerber „ein bisschen ärgern“

  • Aktualisiert am

Symmetrie im Aufschlagspiel: Andrea Petkovic Bild: AFP

Andrea Petkovic sichert sich durch einen souveränen Auftaktsieg beim Turnier in Stuttgart ein deutsches Duell mit Angelique Kerber. Es geht um ein Abendessen.

          Andrea Petkovic (Darmstadt) hat sich beim WTA-Turnier in Stuttgart durch einen souveränen Auftaktsieg ein deutsches Duell mit Wimbledonsiegerin Angelique Kerber erspielt. Petkovic bezwang bei dem Sandplatz-Event in der Schwabenmetropole die spanische Qualifikantin Sara Sorribes Tormo nach 1:53 Stunden in zwei Sätzen (6:3, 6:4) und trifft damit am Donnerstag im Achtelfinale auf ihre Fed-Cup-Kollegin.

          „Ich freue mich, gegen Angie zu spielen. Nicht nur, weil es eine meiner Freundinnen ist, sondern weil es eine Super-Herausforderung ist. Hoffentlich kann ich sie ein bisschen ärgern“, sagte die 31-Jährige und kündigte schmunzelnd an, Kerber ein paar Handy-Nachrichten zu schicken: „Der Verlierer muss immer das Abendessen zahlen.“ Auf Sand rechnet sich die Weltranglisten-71. gegen die dreimalige Grand-Slam-Siegerin größere Chancen aus als auf anderen Belägen. Schwierig einzuschätzen ist aber auch für die Hessin, wie fit Kerber nach ihrer krankheitsbedingten Zwangspause ist.

          Möglich wurde die Begegnung, weil die an Position fünf gesetzte Kerber am Dienstag nachträglich ein Freilos für die erste Runde erhalten hatte. Die 31-Jährige profitierte von der kurzfristigen Absage der Weltranglistenzweiten Simona Halep (Rumänien). Statt am Mittwoch gegen die Kroatin Donna Vekic spielen zu müssen, zog sie kampflos in die Runde der letzten 16 ein.

          Neben Kerber und Petkovic steht auch Lokalmatadorin Laura Siegemund im Achtelfinale. Die Stuttgart-Siegerin von 2017 und Finalistin von 2016 gewann überraschend glatt gegen die Ukrainerin Lessia Zurenko mit 6:2, 6:2. Sie trifft jetzt ebenfalls am Donnerstag auf die lettische Weltranglisten-13. Anastasija Sevastova.

          Die Partie zwischen den Topspielerinnen wird das insgesamt zwölfte Aufeinandertreffen von Petkovic und Kerber auf der WTA-Tour. Kerber hat dabei mit acht Siegen klar die bessere Bilanz, auch das bislang einzige Duell auf Sand 2015 in Charleston hat sie gewonnen. Zum bislang letzten Mal hatten sich beide 2017 in Indian Wells gegenübergestanden, Kerber siegte 6:2, 6:1.

          „Auch Ü30 können sich Menschen noch verbessern“

          Die Partie von Petkovic gegen die Weltranglisten-75. Sorribes Tormo bot umkämpfte Ballwechsel. Die Spanierin streute im ersten Satz zahlreiche Fehler ein. Petkovic machte mehr Druck, ging immer wieder ans Netz vor und lag auch im zweiten Durchgang stets vorn. Nach 1:52 Stunden durfte sie als erste der fünf Deutschen im Hauptfeld einen Sieg bejubeln. „Ich war sehr zufrieden“, sagte Petkovic nach ihrem ersten Auftritt seit drei Jahren beim Porsche Grand Prix. Sie glaube, sie sei gar nicht mehr so weit weg von ihrem besten Tennis.

          Die einstige Top-Ten-Spielerin, inzwischen nur noch Nummer 71 der Welt, tritt mit einer Wildcard an. Erfolge wie der Einzug ins French-Open-Halbfinale 2014 sind ihr derzeit nicht zuzutrauen. Das gewonnene Einzel im Fed Cup gegen die einstige Paris-Siegerin Jelena Ostapenko, mit dem sie am vergangenen Freitag in Lettland zum Verbleib in der Weltgruppe beigetragen hatte, sei psychologisch sehr wichtig gewesen. Auch mit 31 Jahren wolle sie sich als Tennisspielerin weiter entwickeln, sagte sie schmunzelnd: „Auch Ü30 können sich Menschen noch verbessern.“

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