https://www.faz.net/-gtl-70owl

Tennis in Queens : Eklat im Endspiel

  • Aktualisiert am

Verhängnisvoller Fehltritt: Nach einem verschlagenen Ball tritt Nalbandian vor die Linienrichter-Abgrenzung Bild: dapd

Im Tennisfinale von Queens tritt David Nalbandian voller Frust gegen die Umrandung des Linienrichter-Stuhls. Der Referee trägt eine blutende Wunde davon. Das Spiel wird abgebrochen - nicht nur zum Unmut des Übeltäters.

          1 Min.

          Das Tennis-Turnier in Queens ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. Im Endspiel des Wimbledon-Vorbereitungsturnieres wurde David Nalbandian nach einer Unbeherrschtheit disqualifiziert und sein Gegner Marin Cilic aus Kroatien zum Sieger erklärt. Durch die Frust-Attacke des Argentiniers wurde ein Linienrichter verletzt.

          „Es tut mir sehr leid, dass ich das getan habe. Manchmal ist man sehr frustriert und verliert die Kontrolle auf dem Platz“, sagte Nalbandian. Er war am Sonntag im zweiten Satz beim Spielstand von 6:7, 4:3 nach einem verschlagenen Ball weiter bis vor den Linienrichter Andrew McDougall gelaufen.

          Dann trat er voller Frust gegen die Holzumrandung um den Linienrichter-Stuhl. Das Holz zersplitterte, der Referee wurde am linken Schienbein getroffen und verletzt. Er rollte sich anschließend von seinem Stuhl, hatte Schmerzen und lag mit einem blutenden Schienbein auf dem Rasen.

          Später humpelte der Unparteiische mit hochgezogenem Hosenbein vom Platz. „Er hat einen Schnitt am Bein - es ist eine ernste Verletzung„, sagte Turnierdirektor Chris Kermode. „Es war sehr unglücklich, es war ein reiner Unfall - so ein Ende des Matches ist sehr enttäuschend“, meinte Kermode.

          Linienrichter Andrew McDougall geht mit schmerzendem Scheinbein zu Boden
Bilderstrecke
          Linienrichter Andrew McDougall geht mit schmerzendem Scheinbein zu Boden :

          Der Abbruch des Matches sorgte für Unmut beim Publikum im ausverkauften Queen’s Club: „Weiter spielen, weiter spielen“, forderten die Zuschauer. Auch Sieger Cilic war nach dem Abbruch enttäuscht: „So wollte ich definitiv nicht gewinnen. Das ist ein sehr bitteres Ende, das Match war noch offen. Das Spiel wurde gerade heiß, aber ich kann es auch nicht ändern.“

          Uneinsichtig gab sich Nalbandian. „Ich habe einen Fehler gemacht, aber jeder macht mal einen Fehler, und ich denke nicht, dass das Match so hätte zu Ende gehen müssen.“ Der Argentinier brachte kaum Verständnis für die Entscheidung der ATP auf, als er auf dem Court direkt im Anschluss ein Interview gab: „Die ATP macht auch viele Fehler im Umgang mit den Spielern - und nichts passiert.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Jung und Alt in der Krise : Ein Abgrund der Pandemie

          Es ist eingetreten, was befürchtet wurde: Opfer der Corona-Krise sind vor allem die Alten. Die Corona-Politik offenbart ein Verhältnis von Alt und Jung, das zu dieser Tragödie beigetragen hat.
          Morgenlicht auf dem Zugspitzmassiv

          Immobilienpreise : Teure Sehnsucht nach dem Bergidyll

          Wohnimmobilien in Skiregionen sind heiß begehrt. Vor allem der deutsche Alpenraum gilt als teuer. Doch international sind die Preise vor allem in der Nähe bekannter Erholungsgebieten noch viel höher.
          Ein Dackel im Wintermantel: Mensch und Hund verbindet nicht der Hang zur warmen Kleidung

          Was Tier und Mensch verbindet : Eine Wohngemeinschaft wie im Märchen

          Nähe wirkt: Menschen und Tiere im Umkreis teilen erstaunlich viele Gewohnheiten. Nur wenn es um Solidarität geht, ist der Mensch kognitiv ambitionierter. Ob das immer gilt, muss er in der Krise beweisen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.