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Tennis in Miami : Ferrer beendet Haas’ Finalträume

  • Aktualisiert am

Tommy Haas: „Es ist unglaublich, wie er zurückgekommen ist“ Bild: dpa

Die Nummer eins der Welt geschlagen, als ältester Profi seit Andre Agassi in das Halbfinale eines Masters-Turniers eingezogen - Tommy Haas hat in Miami eine erstaunliche Erfolgsstory geschrieben, die erst der Spanier Ferrer stoppen konnte.

          Ein ganz besonderes Kompliment gab es  für Tommy Haas von seinem langjährigen Mentor Nick Bollettieri. „Das können nur wenige, in einer Einzelsportart so zurückzukommen wie Tommy es geschafft hat“, sagte die Trainer-Legende nach dem Halbfinal-Einzug des fast 35 Jahre alten Tennisprofis beim Masters-Turnier in Miami. „Es gibt niemanden, der dich beschützt. Es ist nicht wie in einer Mannschaftssportart, wo du dich verstecken kannst. Ich hatte zwei Schüler, die das konnten: Andre Agassi und jetzt Tommy.“

          Der gebürtige Hamburger hat beim Hartplatz-Turnier in Key Biscayne ein weiteres Kapitel seiner sagenhaften Erfolgs- und Comebackstory geschrieben und wurde erst im Halbfinale vom Weltranglisten-Fünften David Ferrer gestoppt. Mit 6:4, 2:6, 3:6 musste sich Haas am Freitag geschlagen geben. Zuvor hatte er mit den Siegen gegen den serbischen Branchenprimus Novak Djokovic und den Franzosen Gilles Simon die Tenniswelt begeistert und erstaunt.

          Ferrer trifft nun im Finale auf den schottischen Olympiasieger und US-Open-Champion Andy Murray, der im zweiten Halbfinale gegen den Franzosen Richard Gasquet nach zwei Stunden mit 6:7 (3:7), 6:1, 6:2 gewann. Murray spielt somit zum dritten Mal um den Sieg beim mit 4,2 Millionen Dollar dotierten Hartplatzevent.

          Sichtlich erleichtert nach dem Halbfinal-Sieg gegen Tommy Haas: David Ferrer

          „Ich hoffe, dass ich vielleicht sogar noch einen Schritt weiterkomme, das wäre ein Traum“, hatte Haas nach seinem Sieg gegen Simon gesagt - doch trotz großartigen Kampfes gegen Ferrer verpasste er sein erstes Masters-Series-Finale seit 2002. Dabei hatte Simon noch voller Respekt über Haas, der am kommenden Mittwoch 35 Jahre alt wird, gesagt: „Ich konnte einfach nichts machen. Wenn er so weiterspielt, kann er das Turnier gewinnen.“

          So wie einst Agassi

          Bis zu seinem Aus brachte der Wahl-Amerikaner in Miami nicht nur die Gegner zur Verzweiflung, sondern auch den Statistikern reichlich Arbeit. Immer wieder mussten diese tief in der Tennis-Geschichte wühlen, um eine ähnliche Story zu finden wie die des Thomas Mario Haas aus dem März 2013. Zuletzt stand die ehemalige Nummer zwei der Weltrangliste 2006 in Paris-Bercy im Halbfinale eines Masters.

          In seinem jetzigen Alter war dies zuvor nur Andre Agassi gelungen, der 2005, wenige Tage vor seinem 35. Geburtstag, ebenfalls in Miami die Vorschlussrunde erreicht hatte und ein paar Monate später sogar beim Masters von Montreal noch im Finale gegen Rafael Nadal spielte.

          Vor einem Jahr war Haas als Nummer 145 der Welt nach Key Biscayne gekommen und verließ die Palmeninsel unmittelbar vor dem South Beach von Miami mit einer Zweitrunden-Niederlage gegen Radek Stepanek (Tschechien) und starken Knieschmerzen. Jetzt gehörte Haas zu den Top vier der mit 4,2 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung. In der aktuellen Weltrangliste macht er einen Sprung und verbessert sich um vier Plätze auf Position 14.

          Tommy Haas: „Er war schon abgeschrieben und galt als alter Mann“  - jetzt rückt er in der Weltrangliste wieder nahe an die „Top Ten“

          „Sein Comeback wird der Welt mehr in Erinnerung bleiben als die Tatsache, dass er mal die Nummer zwei der Welt war“, sagte der 81 Jahre alte Bollettieri, der im Tennis so ziemlich alles gesehen und erlebt haben dürfte. „Er war schon abgeschrieben, brauchte Wildcards, musste durch die Qualifikation. Er galt als alter Mann. Es ist unglaublich, wie er zurückgekommen ist“, philosophierte Bollettieri. Und natürlich durfte ein Kommentar des twitterfreudigen Boris Becker nicht fehlen. Via Kurznachrichtendienst ließ er verlauten: „Monumentaler Sieg. Alter ist nichts als eine Zahl.“

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