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Turnier-Premiere vor Wimbledon : Petkovic bucht ihr Heimspiel in Bad Homburg

Seltenes Gefühl: Andrea Petkovic freut sich auf ihr „Heimspiel“ Bild: AFP

Ein Jahr später als geplant, soll das Tennisturnier in Bad Homburg seine Premiere geben. Zwei Wimbledonsiegerinnen und eine Lokalmatadorin haben schon zugesagt. Doch dürfen auch Fans kommen?

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          Wenn das neue Bad Homburger Rasentennis-Turnier im Juni – und damit nach einem Jahr pandemiebedingter Verzögerung – endlich seine Premiere erlebt, dann soll dabei möglichst viel von dem berühmten Wimbledon-Flair versprüht werden. Schließlich ist man vom altehrwürdigen All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) höchst selbst mit der notwendigen WTA-Lizenz ausgestattet worden. Auch der Rasen ist exakt dem Vorbild der „heiligen“ Grüns in London nachempfunden. Vom Saatgut, über die Pflege, bis hin zum richtigen Schnitt. Alles möglichst genau das britische Original treffend.

          Pirmin Clossé
          (pc.), Sport

          Idealerweise soll zudem das Feld der Teilnehmerinnen einen kleinen Vorgeschmack auf das Grand-Slam-Highlight in der Folgewoche bieten. Und immerhin: Die ersten Zusagen sind prominent. Neben der offiziellen Turnierbotschafterin Angelique Kerber hat mit Petra Kvitova eine weitere frühere Wimbledonsiegerin ihre Teilnahme bestätigt. „Eine der beliebtesten und erfolgreichsten Spielerinnen der letzten Jahre“, schwärmt Turnierdirektor Aljoscha Thron. „Ein bedeutender Coup für das Turnier“, wie AELTC-Geschäftsführerin Sally Bolton aus London verlauten ließ.

          Dabei dürfte die Liste der Weltklasse-Athletinnen, die vom 20. bis 26. Juni auf der Anlage im Bad Homburger Kurpark an den Start gehen, in den kommenden Wochen durchaus noch länger werden. Die Rasensaison ist kurz, die Vorbereitung auf den Höhepunkt in England damit auch. Und weil es in der Woche zuvor bereits ein neues Frauen-Turnier in Berlin gibt und zudem die beiden etablierten Männer-Events in Stuttgart und Halle/Westfalen, dürfte Deutschland für viele Spielerinnen und Spieler ohnehin zum wichtigsten Zwischenstopp auf dem Weg nach Wimbledon werden.

          So soll es aussehen: Eine Simulation zeigt den Centre Court der Bad Homburg Open im Kurpark.
          So soll es aussehen: Eine Simulation zeigt den Centre Court der Bad Homburg Open im Kurpark. : Bild: Perfect Match

          Ebenfalls bereits zugesagt hat ihre Teilnahme Andrea Petkovic. Die Darmstädterin gehörte in den vergangenen Jahren zwar nicht mehr zu absoluten Weltelite, genießt im voraussichtlich letzten Jahr ihrer Karriere aber zumindest einen besonderen Status als Lokalmatadorin. Genau das macht für die frühere Top-10-Spielerin den besonderen Reiz aus. „Es ist als Tennisspielerin leider nicht so selbstverständlich wie in anderen Sportarten, dass man Heimspiele hat“, sagte sie: „Und ich denke doch, 35 Minuten Autofahrt fällt eindeutig in den Heimradius.”

          Müssen die Zuschauer draußen bleiben?

          Dabei ist angesichts der immer angespannteren Corona-Lage im Land weiter unklar, ob Petkovic und die anderen Spielerinnen überhaupt vor Zuschauern antreten können. Der Turnierveranstalter plant derzeit mit verschiedenen Szenarien sowie einem inkludierten Hygiene- und Testkonzept. Abhängig von den weiteren Entwicklungen werde dann in den kommenden Wochen entschieden, mit welcher Zuschauerkapazität im Juni gespielt werden kann, teilten die Organisatoren mit. Wobei Spiele vor leeren Rängen alle Beteiligten besonders schmerzen würden. „Der Tennissport lebt von seinen Fans, denn sie bringen erst die besondere Atmosphäre in das Stadion”, sagt Turnierdirektor Thron.

          Müssten die Zuschauer tatsächlich draußen bleiben, gäbe es zumindest die Chance, das Turniergeschehen vor dem Bildschirm zu verfolgen. Neben den täglich zwei live übertragenen Spielen beim TV-Sender Eurosport gab der Ausrichter nun bekannt, dass auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk live berichten wird. Mit Übertragungen der Halbfinals im HR und im Internet-Stream sowie – bei deutscher Beteiligung – sogar mit einer Live-Übertragung der Finalpartie in der ARD. Auch das hätte dann wohl etwas vom berühmten Wimbledon-Flair – wenn auch in einer Miniatur-Variante.

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