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Tennis : Fedcup-Team zurück in Weltgruppe

  • Aktualisiert am

Führungsfigur: Anna-Lena Grönefeld Bild: dpa/dpaweb

Die deutschen Tennisdamen sind wieder erstklassig. Gegen Kroatien holte die Münchner Sandra Klösel mit dem 6:2, 6:4 gegen Jelena Kostanic den entscheidenden dritten Punkt.

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          Mit Selbstvertrauen und Kämpferherz hat Anna-Lena Grönefeld die deutschen Tennis-Damen zurück in die Fedcup-Weltgruppe geführt. Die in Arizona lebende Nordhornerin entpuppte sich am Sonntag beim Sieg in Kroatien trotz ihrer erst 20 Jahre als Führungsspielerin und legte mit zwei Siegen den Grundstein zum überraschenden Aufstieg in die acht Teams starke Elite.

          Grönefeld schaffte durch ein 6:3, 6:7 (5:7), 6:2 im Duell der Spitzenspielerinnen gegen Karolina Sprem die Führung, die Sandra Klösel durch ein 6:2, 6:4 gegen Jelena Kostanic uneinholbar ausbaute. „Ich bin unheimlich erleichtert“, sagte Fedcup-Chefin Barbara Rittner, nachdem sie vom Jubelsprung mit ihrer feiernden Mannschaft wieder auf dem roten Sand gelandet war. Für das Doppel, das am Ende der zweitägigen Relegationspartie an der kroatischen Adria nur noch statistischen Wert hatte, nominierte sie neben der überragenden Grönefeld die Stuttgarterin Julia Schruff, die ihren Platz im Einzel zuvor Sandra Klösel überlassen musste. Für Kroatien spielten Sanda Mamic und Nika Ozagovic.

          „Anna-Lena hat ihre Aufgabe mit Bravour erledigt. Sie hat sich als echte Führungsspielerin erwiesen und zwei Mal verdient gewonnen“, sagte Barbara Rittner. In ihrer zweiten Partie als Kapitän hat die erst Anfang des Jahres als Tennisprofi zurückgetretene Teilzeit-Bundestrainerin gleich für Furore gesorgt. Trotz gestrichener Topförderung durch den finanziell kränkelnden Deutschen Tennis Bund (DTB) und minimaler Unterstützung hat sie mit dem Fedcup-Team erreicht, was die Daviscup-Herren von Kapitän Patrik Kühnen nach zwei Jahren in der zweiten Liga im September in Tschechien erst noch schaffen müssen: Den Aufstieg in die Eliteklasse des Welttennis.

          Beinahe ein Selbstläufer

          Für Anna-Lena Grönefeld schien die sonntägliche Aufgabe gegen Karolina Sprem ein Selbstläufer zu werden. Nach leichtem ersten Satz dominierte sie auch im zweiten und lag bereits 3:0 in Führung. Doch bei herrlichem Sommerwetter in der Ferienoase zogen prompt dunkle Wolken auf. Auch die Chance beim 3:1 im Tiebreak ließ sie ungenutzt und kassierte den Satzausgleich. Dann aber zeigte sie, was sie in Wimbledon im Halbfinal-Doppel mit Martina Navratilova gelernt hat. Den Aufstieg perfekt machte schließlich Sandra Klösel, die gegen Kostanic „von Anfang an in Führung lag und sehr souverän gewonnen hat“, wie DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard meinte.

          Im Fedcup-Endspiel stehen sich wie im Vorjahr Rußland und Frankreich gegenüber. Der Titelverteidiger setzte sich in Moskau gegen die Vereinigten Staaten durch, die nach dem Sieg zum 1:2 von Venus Williams gegen Jelena Dementjewa noch einmal Hoffnung getankt hatten. Doch die French-Open-Siegerin von 2004, Anastasia Myskina, machte durch einen 6:2, 6:4-Erfolg gegen Jill Craybas den Finaleinzug perfekt. Frankreichs Tennis-Damen setzten sich gegen Spanien vorzeitig durch. Amelie Mauresmo bezwang in Aix en Provence Nuria Llagostera Vives 6:3, 6:1 und buchte schon nach dem dritten Einzel die Revanche gegen Rußland, die am 17./18. September vermutlich in Roland Garros steigen wird.

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