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Tennis : Eine wird gewinnen

  • -Aktualisiert am

Mutig voran: Petra Kvitovas Zukunft begann schneller und aufsehenerregender als erwartet Bild: AFP

Im Damentennis bieten sich derzeit so rasante Aufstiegsmöglichkeiten wie selten. Die Branche befindet sich im Umbruch. Prognosen auf Siegerinnen fallen schwer.

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          Die neue Tennis-Weltmeisterin heißt Petra Kvitova, und wer darauf zu Beginn des Jahres Geld gesetzt hätte, stünde nun als absoluter und vor allem als reicher Experte da. Als das Tennisjahr begann, wurde die Tschechin auf Rang 34 geführt und galt allenfalls als eine, die man würde beachten müssen. Doch die Zukunft begann schneller und vor allem aufsehenerregender als erwartet. Im Sommer gewann sie in Wimbledon das Finale gegen Maria Scharapowa, und in Istanbul schloss sich nun der Kreis. Sechs Turniersiege - genauso viele wie die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki - katapultierten sie auf Platz zwei der Rangordnung, dabei hatte sie sich für dieses Jahr doch nur vorgenommen, etwas besser Tennis zu spielen.

          Im Damentennis bieten sich derzeit so rasante Aufstiegsmöglichkeiten wie selten. Die Branche befindet sich im Umbruch, nachdem Protagonistinnen wie Olympiasiegerin Jelena Dementiewa oder die ehemalige belgische Weltranglistenerste Justine Henin die Karriere beendet haben und Stars wie die Williams-Schwestern Venus und Serena oder die Belgierin Kim Clijsters vor allem mit Verletzungen und Erkrankungen zu kämpfen haben.

          Das Beispiel Kvitova zeigt aber nicht nur, dass vieles möglich ist - es kann auch als Spiegelbild der gesamten Szene dienen, in der es ein munteres Auf und Ab gab. Auch die Spielerin des Jahres bildete da keine Ausnahme - nachdem sie beim prestigeträchtigsten Turnier überhaupt triumphiert hatte, missriet ihr die amerikanische Hartplatzsaison völlig. Bei den US Open schied die 21 Jahre alte Tschechin in der ersten Runde aus, und erst in der Hallensaison kam sie wieder auf Touren. Wechselbäder dieser Art haben im abgelaufenen Tennisjahr für interessante Zahlen gesorgt. Bei 55 Turnieren hielten 33 verschiedene Spielerinnen die Trophäen hoch, was von der WTA, der Spielerinnengewerkschaft, natürlich als Beleg für den immer engeren Wettkampf an der Spitze gewertet wurde.

          Ohne Frage arbeiten immer mehr Spielerinnen hochprofessionell und sind so durchtrainiert wie nie - zumindest was ihren Körper betrifft. Mental aber sind sicher noch Steigerungen möglich, denn so manches Spiel der Damentour ähnelte einer Achterbahnfahrt. Da bildete auch das Masters-Finale keine Ausnahme: Petra Kvitova führte schon 5:0 im ersten Satz, aber Victoria Azarenka konnte noch zum 5:5 ausgleichen.

          Plötzlich Weltmeisterin: Petra Kvitova
          Plötzlich Weltmeisterin: Petra Kvitova : Bild: dapd

          Diese fehlende Konstanz erschwert Vorhersagen, und das gilt auch für die deutschen Damen. Andrea Petkovic steht mit Platz zehn auf dem Sprung in die absolute Weltspitze, der auch Sabine Lisicki (Rang 18) zuzutrauen ist, und nicht weit dahinter kommen schon Julia Görges (21) und Angelique Kerber (33). Großartige Perspektiven, aber mehr leider nicht, selbst im FedCup. Dort spielt das deutsche Quartett Anfang Februar in der ersten Runde der Weltgruppe schließlich gleich gegen Tschechien mit Petra Kvitova, die ihr Jahr mit dem Sieg im Fed-Cup-Finale an diesem Wochenende gegen Russland krönen könnte. Zusammen mit Wimbledon und dem Masters hätte das vor zwölf Monaten eine schöne Dreierwette ergeben.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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