https://www.faz.net/-gtl-9wobl

Sieben Jahre Tennis-Pause : Das erstaunliche Comeback der Kim Clijsters

  • Aktualisiert am

„Ich mag das Spiel verloren haben, aber für mich war das ein Sieg“: Kim Clijsters Bild: AP

Sie wurde von vielen belächelt, doch schon im ersten Spiel nach ihrer Rückkehr deutet Kim Clijsters an, dass sie es ernst meint mit ihrem Tennis-Comeback. Und dass sie für viele gefährlich sein kann.

          2 Min.

          Garbiñe Muguruza wusste, wem der Applaus der Zuschauer eigentlich galt. Als die Australian-Open-Finalistin in Dubai nach ihrem Erstrunden-Sieg gegen Kim Clijsters ins Publikum winkte, deutete sie schnell mit beiden Händen auf die 36 Jahre alte Belgierin, die nach mehr als sieben Jahren Pause ein beeindruckendes Comeback gezeigt hatte. Zwar musste sich Clijsters mit 2:6, 6:7 (6:8) geschlagen geben, die Niederlage machte der ehemaligen Nummer eins der Tennis-Welt aber Mut und dürfte sie darin bestärken, mit ihrer überraschenden Rückkehr den richtigen Schritt gewagt zu haben. „Ich mag das Spiel verloren haben, aber für mich war das ein Sieg“, schrieb Clijsters am Dienstag bei Twitter. „Zurück auf dem Platz zu sein ... das sind das Gefühl und die Energie, die ich vermisst habe, und ich habe es geliebt, sie wiedergefunden zu haben.“

          „Ich bin mir sicher, dass sich Kim weiter steigern und uns allen noch viele Probleme bereiten wird“, sagte Muguruza über ihre zehn Jahre ältere Gegnerin nach der Partie. Einen Satz benötigte Clijsters, um ihren Rhythmus zu finden. Dann war die ganz in blau gekleidete Belgierin im Spiel und bereitete der Spanierin vor allem mit ihrer druckvollen Vorhand immer wieder Probleme. Auch körperlich machte die inzwischen dreifache Mutter einen erstaunlich guten Eindruck. „Ich habe mich sehr gut gefühlt da draußen“, sagte Clijsters, die 2012 nach den US Open zum zweiten Mal zurückgetreten war. „Ich denke, im zweiten Satz habe ich einige Ballwechsel sogar dominiert, das gibt mir ein positives Gefühl.“

          Viele Beobachter hatten die abermalige Rückkehr der bislang vierfachen Grand-Slam-Turnier-Siegerin mit Zweifeln verfolgt. Zu sehr habe sich das Tennis in den vergangenen Jahren entwickelt, zu druckvoll und körperlich fordernd sei es geworden. Doch gegen Muguruza zeigte es Clijsters, die ihr Comeback wegen einer Verletzung noch einmal hatte verschieben müssen, ihren Kritikern. „Dass ich das Tempo mitgehen konnte, das ist es, was ich mitnehme für die kommenden Wochen.“

          Viel Lob gab es auch von langjährigen Weggefährten. „Ich bin wirklich so, so, so stolz auf Kim Clijsters. Du inspirierst mich. Wow. Einfach nur wow. Glückwunsch, du warst fantastisch“, schrieb die zwei Jahre ältere Amerikanerin Serena Williams bei Twitter. Nach einer kurzen Atempause will Clijsters ihr Comeback, das sie unter das Motto „Spacewalk“ gestellt hat, im März bei den Turnieren in Monterrey, Indian Wells und Charleston fortsetzen. „Ich bin schon ein bisschen erleichtert, nehme sehr viel Positives mit“, sagte Clijsters voller Zuversicht. Fest steht seit Montag: Der Name Clijsters im Turnier-Tableau wird bei vielen Gegnerinnen in Zukunft wieder für ein ungutes Gefühl sorgen.

          Weitere Themen

          WTA setzt Turniere in China aus Video-Seite öffnen

          Peng Shuai : WTA setzt Turniere in China aus

          Die ehemalige Doppel-Weltranglistenerste hatte einem führenden chinesischen Funktionär sexuelle Nötigung vorgeworfen. Nachdem sie drei Wochen als verschwunden galt, taucht sie latu Videos staatlicher Medien wieder auf Veranstaltungen auf.

          Topmeldungen

          Rangierbahnhof in Maschen

          Güterverkehr : Auf der Schiene herrscht das Chaos

          Mehr Güter von der Straße auf die Gleise – das will die Politik. Derzeit jedoch bremsen Baustellen und Betriebsstörungen die Bahnen aus. Wer ist Schuld?
          Mit Index: Bettina Jarasch (links, Bündnis 90/Die Grünen), Franziska Giffey (SPD) und Katina Schubert (Die Linke) stellen die Pläne der Berliner Koalition vor.

          Schulpolitik in Berlin : Geheimnis und Stigma

          Der rot-grüne-rote Senat will künftig nicht mehr über den Anteil von Schülern informieren, die zuhause kein Deutsch sprechen. Offenbar sollen die Bürger für dumm verkauft werden.