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Tennis beim ATP Cup : Zverev führt Deutschland zum ersten Sieg

  • Aktualisiert am

„Das Wichtigste war, den Sieg für Deutschland zu holen“: Alexander Zverev Bild: Reuters

Im vergangenen Jahr schied Deutschland beim ATP Cup schon früh aus. Alexander Zverev gewann dabei kein Match und nur einen Satz. Nun läuft es vor den Australian Open besser. Das deutsche Team besiegt Kanada.

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          Alexander Zverev fiel seinem Bruder Mischa jubelnd in die Arme und geriet für einen Moment ins Träumen. „Einen Mannschaftswettbewerb zu gewinnen, etwas für sein Land zu gewinnen, gehört zu den größten Dingen in unserem Sport“, sagte der 23-Jährige nach dem beachtlichen 2:1-Erfolg des deutschen Tennisteams zum Auftakt des ATP Cups gegen stark besetzte Kanadier. Doch dann fing sich der Hamburger schnell wieder ein – denn schon der Halbfinaleinzug gleicht einer Höchstschwierigkeit.

          Nach seinem 6:7 (5:7), 6:3, 7:6 (7:4) gegen den Weltranglistenzwölften Denis Shapovalov steht bereits in der Nacht zum Donnerstag im zweiten Gruppenspiel gegen Serbien (0.00 Uhr MEZ Sky und ServusTV) für Zverev ein Duell mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic an. Es geht für die deutsche Mannschaft um den Gruppensieg, und den muss sie dezimiert erkämpfen.

          Denn das Erfolgsdoppel Kevin Krawietz/Andreas Mies ist gesprengt. Mies bestätigte dem SID die „extrem bittere“ Nachricht, dass er aufgrund einer Knieverletzung ausfällt und auch nicht bei den Australien Open (ab 8. Februar) antreten kann. Krawietz wird stattdessen mit Yannick Hanfmann (Karlsruhe) bei dem ersten Jahreshighlight aufschlagen, das für die Profis absolute Priorität besitzt. Auch für Zverev.

          Klar, der ATP Cup bedeutet ihm durchaus viel. Zumal er nach seinen blamablen Auftritten im Vorjahr bei dem Teamwettbewerb etwas gutzumachen hat und neuerdings immer wieder betont, wie wichtig ihm seine Beziehung zu den Fans in Deutschland ist. Zusätzlich motivierend kommt hinzu, dass er seinen Bruder als Teamkapitän nah an seiner Seite hat: „Er macht es fantastisch.“ Auch bei Jan-Lennard Struffs starkem 7:6 (7:4), 7:6 (7:2) gegen Milos Raonic fieberten die Zverevs mit.

          Klar ist aber auch, dass Alexander Zverevs Hauptfokus den Grand Slams gilt, er will wieder in den ganz großen Matches für Furore sorgen. Das Halbfinale im Vorjahr Down Under und die Finalteilnahme bei den US Open sollen nur der Anfang gewesen sein. Die Hoffnungen zu Beginn der neuen Saison nach harter Schufterei in der Vorbereitung sind groß.

          Gegen Shapovalov, einen der Shootingstars der Szene, passte noch nicht alles. „Es war ein typisches erstes Match der Saison, in dem ich eine Menge Chancen hatte, aber sie ein bisschen liegen ließ“, sagte Zverev. Am Ende habe er aber „einen guten Job gemacht“ und „einige gute Punkte gespielt“. Darauf gelte es aufzubauen.

          Gleiches gilt für Struff, der schon im vergangen Jahr im ATP Cup stark performt hatte und sich nun erneut als wichtiger Punktelieferant erweist. Auch im Doppel wird er in dem Wettbewerb weiter gefordert sein nach dem Aus für Mies. Gegen Kanada war der Punktverlust an der Seite von Krawietz noch zu verschmerzen und beeinträchtigte Zverevs kurzen Tagtraum nicht.

          Erfolgreicher Auftakt für Angelique Kerber

          Angelique Kerber ist erfolgreich in das neue Tennis-Jahr gestartet. Die dreimalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin gewann am Mittwoch in Melbourne bei der Grampians Trophy ihre Erstrunden-Partie gegen die Tschechin Katerina Siniakova mit 6:3, 4:6, 6:3 und zog bei der mit 235 820 Dollar dotierten Veranstaltung damit ins Achtelfinale ein. Die 33 Jahre alte Kerber hatte in Melbourne zuletzt zwei Wochen in strikter Quarantäne verbringen müssen, weil es auf ihrem Flug nach Australien eine positiven Corona-Fall gegeben hatte.

          Die Kielerin durfte ihr Hotelzimmer 14 Tage lang nicht verlassen und hatte erst am Wochenende erstmals wieder trainieren können. Dafür zeigte sie gegen die Nummer 59 der Welt ein ansprechende Leistung. Nur im zweiten Satz leistete sich Kerber einige leichte Fehler zu viel. Im dritten Durchgang zog sie aber schnell auf 4:0 davon und nutzte nach knapp zwei Stunden ihren zweiten Matchball. Sie trifft jetzt auf die Tunesierin Ons Jabeur. (dpa)

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